Bundesliga Leverkusen verwundert über Labbadia-Spekulationen

Er hat mit Bayer Leverkusen das Pokalfinale erreicht, doch plötzlich hieß es bei einem Internetanbieter, Bruno Labbadia würde nach Kaiserslautern wechseln. Nur weiß man davon weder in Leverkusen noch in Lautern etwas.

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Hamburg - Versalien haben im Journalismus die Funktion, die anderswo durch Lautsprecher übernommen wird. Versalien im Journalismus sollen laut sein und bedeutend - und wer am lautesten aufdrehen will, schreibt "EXKLUSIV" in Versalien. So wie der Onlinedienst goal.com das am Donnerstag getan hat.

Leverkusen-Coach Labbadia: Verwirrung um Wechselgerüchte
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Leverkusen-Coach Labbadia: Verwirrung um Wechselgerüchte

Hinter den Versalien stand: "Nun ist es wohl so gut wie perfekt - Bruno Labbadia wird neuer Trainer beim 1. FC Kaiserslautern." Das Wort "wohl" hat im Journalismus die Funktion, die anderswo der Weichspüler hat, in Verbindung mit der Formulierung "so gut wie" wirds sogar noch weicher.

Anderswo findet man das Ganze aber nicht so witzig.

Dass Bruno Labbadia in der kommenden Saison in Kaiserslautern als Trainer anheuert und sich mit seinem bisherigen Arbeitgeber Leverkusen auf eine "Vertragsauflösung zum Saisonende geeinigt" hätte und "die Trennung beschlossene Sache" sei, wie das alles bei dem Internetanbieter zu lesen ist - davon weiß man weder bei Bayer Leverkusen noch beim 1. FC Kaiserslautern etwas.

SPIEGEL ONLINE erfuhr aus der Bayer-Führung jedenfalls, dass die Spekulationen um Labbadia dort auf völliges Unverständnis stoßen. Aus dem Umfeld des Trainers ist verständnisloses Kopfschütteln übermittelt. Und der 1. FC Kaiserslautern dementierte durch Vorstandschef Stefan Kuntz persönlich: "Diese Meldungen entbehren jeglicher Grundlage. Wir haben keinen Kontakt zu Bruno Labbadia aufgenommen", sagte Kuntz dem Sport-Informations-Dienst. Vor Kuntz hatte bereits FCK-Pressechef Christian Gruber jeglichen Kontakt der Pfälzer zu Labbadia ins Reich der Fabeln verwiesen.

Einen Tag später ist bei goal.com übrigens von zwei neuen Männern zu lesen, die als Trainer in Kaiserslautern im Gespräch seien. Peter Pacult (Rapid Wien) und Franco Foda (Sturm Graz) heißen sie. Über eine dritte Person habe Kuntz ihm ausgerichtet, "dass er mit mir reden möchte", wird Pacult in der österreichischen Tageszeitung "Kurier" zitiert.

Mit Material des sid



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