Bundesliga Mainz feiert Sensationssieg beim FC Bayern

Die Serie ist gerissen: Drei Tage vor dem Spiel in Dortmund hat Bayern München erstmals in dieser Saison ein Heimspiel verloren. Das nächste Debakel gab es für Leverkusen gegen Werder Bremen. Hoffenheim darf hoffen.

AP/dpa

Bayern München - Mainz 05 1:2 (0:1)

Vor den Augen des aus der Haft entlassenen Ex-Präsidenten Uli Hoeneß, der erstmals seit fast zwei Jahren wieder ein Spiel im Stadion erlebte, riss die Heimserie des FC Bayern, der zuvor alle Spiele in der eigenen Arena gewonnen hatte.

Zwar beherrschte der FC Bayern Gegner Mainz. Die Münchner hatten auch eine sehr gute Chance zur Führung, aber Loris Karius wehrte einen Rechtschuss von Arturo Vidal mit einer Glanzparade ab (13. Minute). Das Tor fiel jedoch auf der anderen Seite: Giulio Donati flankte von rechts, Yunus Malli kam in der Mitte nicht an den Ball, aber hinter ihm war Jairo Samperio eingelaufen und erzielte das 0:1 (26.).

Kurz nach der Halbzeit wechselte Josep Guardiola Thomas Müller ein. In der 65. Minute gelang Arjen Robben der Ausgleich mit einem flachen Linksschuss aus 18 Metern. Es war das erste Bundesliga-Tor des Niederländers seit Anfang November 2015. Doch es reichte nicht einmal zu einem Punkt, weil Jhon Córdoba in der 86. Minute nach Anspiel von Julian Baumgartlinger den Siegtreffer für den FSV erzielte. In der Tabelle liegt Mainz jetzt punktgleich mit Platz vier.

Bayer Leverkusen - Werder Bremen 1:4 (0:1)

Platz 16 in der Liga, Trainer Viktor Skripnik unter Druck: Bremen brauchte im Abstiegskampf dringend einen Sieg gegen Bayer - und wie das geht, hatte Werder im Pokalviertelfinale ja schon herausgefunden. Bremen spielte - ganz anders als noch gegen Darmstadt am Wochenende - mutig und offensiv. Fin Bartels drosch nach einem Freistoß einen Abpraller per Dropkick zwischen den Beinen von Bernd Leno hindurch zum 1:0 ins Bayer-Tor (5.). Leverkusen, das verletzungsbedingt mit Tin Jedvaj und André Ramalho in der Innenverteidigung spielte, zeigte sich von den aggressiven Gästen beeindruckt - Werder war die bessere Mannschaft.

In der zweiten Hälfte eroberte Claudio Pizarro den Ball von Christoph Kramer und lupfte anschließend cool über Leno hinweg ins Tor - 2:0 für Werder (55.). Per Elfmeter erhöhte der Peruaner sogar auf 3:0 (65.), ehe Werders Verteidiger Papy Djilobodji mit einem kuriosen Kopfballeigentor für Leverkusen verkürzte (69.). Der letzte Treffer des Abends war dann wieder dem Mann des Spiels vorbehalten: Nach einer Ecke von Zlatko Junuzovic köpfte Pizarro mit seinem dritten Treffer das 4:1 (83.). Für Leverkusen war es bereits die zweite Niederlage in Folge seit der Sperre von Trainer Roger Schmidt, Werder schaffte den Sprung auf Tabellenplatz 15.

Darmstadt 98 - Borussia Dortmund 0:2 (0:1)

Drei Tage vor dem Spitzenspiel gegen Bayern München schonte BVB-Trainer Thomas Tuchel viele Stammspieler wie Marco Reus und Henrich Mchitarjan. Auf schwer bespielbarem Rasen brauchte Dortmund bis zur 38. Minute, bevor gegen defensiv eingestellte Gastgeber der Führungstreffer fiel. Gonzalo Castro flankte von links an den zweiten Pfosten. Pierre-Emerick Aubameyang scheiterte mit seinem Kopfball noch an Christian Mathenia, aber Adrián Ramos verwertete aus kurzer Distanz den Abpraller.

Nach einem starken Schnittstellenpass von Castro erzielte Erik Durm nach der Pause das vorentscheidende zweite Tor (53.). Durch den Sieg hat Dortmund den Rückstand auf Bayern vor dem Topspiel auf fünf Punkte verkürzt.

Schalke 04 - Hamburger SV 3:2 (1:1)

Der HSV profitierte von einem frühen Aussetzer von Roman Neustädter. Schalkes Verteidiger hatte sich unter einem hohen Ball weggeduckt, Nicolai Müller spekulierte richtig und schob zum 0:1 nach nur vier Minuten ein. Der Ex-Hamburger Dennis Aogo hatte kurz darauf die Riesenchance zum Ausgleich, schoss aber aus drei Metern über das Tor (13.), es war der Auftakt zu einer starken Phase der Schalker, beim HSV wehrte sich fast nur noch Keeper René Adler. Max Meyer gelang mit einem schönen Schuss aus der Distanz immerhin noch der Ausgleich (37.). Hamburgs Johan Djourou flog noch vor der Pause mit Gelb-Rot vom Platz (45.). Es dauerte bis zur 66. Minute, ehe Schalkes Dominanz sich auch im Ergebnis niederschlug. Klaas-Jan Huntelaar traf per Kopf. Alessandro Schöpf erhöhte mit einem abgefälschten Schuss auf 3:1 (77.). In der Nachspielzeit verkürzte Gojko Kacar zwar noch auf 2:3 für den HSV, doch dabei blieb es (90.+1).

Borussia Mönchengladbach - VfB Stuttgart 4:0 (1:0)

Gladbach war von Beginn an die dominante Mannschaft, das 1:0 durch Thorgan Hazard bereitete Fabian Johnson mit einem Lauf über rechts stark vor (16.). Hazard hatte auch die beste Chance zum 2:0, doch der Schuss des Belgiers prallte von der Unterkante der Latte zurück ins Feld (43.). Vor dem 2:0 behinderten sich VfB-Keeper Przemyslaw Tyton und Christian Gentner, Raffael kam an den Ball und traf aus der Drehung (60.). Patrick Herrmann, der am Wochenende nach viereinhalb Monaten sein Comeback gegeben hatte, sorgte kurz nach seiner Einwechslung für die endgültige Entscheidung in Form des 3:0 (68.). Kevin Großkreutz stolperte in der Nachspielzeit den Ball noch zum 0:4 ins eigene Tor.

Hertha BSC - Eintracht Frankfurt 2:0 (0:0)

Die Berliner hatten Glück, als Vladimir Darida als letzter Mann Frankfurts Marco Fabián foulte, dafür aber nur Gelb sah. Der Mexikaner Fabián hatte mit einem Fernschuss die beste Chance der ersten Hälfte (34.). Es brauchte schon eine besondere Aktion, um diesem zähen Spiel ein Tor abzuringen. Mitchell Weiser gelang dies mit einer Direktabnahme direkt in den Winkel (63.). In der Folge hatten die Berliner mehr Platz, Salomon Kalou nutze dies zu einem Antritt, den er mit seinem zwölften Saisontor abschloss (78.).

TSG Hoffenheim - FC Augsburg 2:1 (1:0)

Nach einem Pfostenschuss von Eduardo Vargas konnte FCA-Keeper Marwin Hitz den Ball nicht festhalten. Philipp Ochs reagierte schnell und legte den Ball quer auf Kevin Volland, der aus wenigen Metern das 1:0 erzielte (25.). Es war Vollands erstes Tor seit 1083 Minuten. Noch vor der Pause entschied Guido Winkmann auf Handelfmeter, als Niklas Süle einen Schuss von Alexander Esswein an den Arm bekam. Paul Verhaegh verwandelte den Strafstoß (40.). Zehn Minuten vor dem Ende durfte TSG-Coach Julian Nagelsmann, der am Vormittag noch eine Klausur für seinen Trainerschein absolviert hatte, doch noch jubeln: Nach einer Flanke von Andrej Kramaric erzielte Mark Uth den Siegtreffer. Die TSG ist durch den Erfolg bis auf zwei Punkte an den Relegationsplatz herangerückt.

luk/rae



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insgesamt 60 Beiträge
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Boesor 02.03.2016
1.
Bei nem Sieg wird die Frage gestattet sein. Wieso gibt's eigentlich keinen Mindeststandard für die Platzqualität? Oder anders gefragt, was ist das für ein Kartoffelacker in Darmstadt?
ambergris 02.03.2016
2.
Na, da wird Guardiola wieder an Heynckes' Rekordpunkteausbeute scheitern. Aber Mainz hat nun mal im Moment einen bärenstarken Lauf. Genau wie Gladbach, als sie in der Hinrunde Bayern schlugen... Mal schauen, welche Ausrede Armin Veh bald hat, um wieder mal zu gehen...
tobo5824-09 02.03.2016
3. Perfekter Spieltag
BVB! Werder!! Mainz!!! Es wird zumindest noch einmal spannender. Stark, dass und wie der BVB trotz 8(!)facher Rotation das Spiel gegen einen schweren Gegner auf schwerem Boden dominiert hat. Topleistung von Adrian Ramos und Julian Weigl. Und ich bin mir sicher: Werder bleibt erstklassig und Darmstadt auch.
kabayashi 02.03.2016
4. 4 Minuten Nachspielzeit???
Wenn bei den Bayern nichts mehr geht und auch keine Fehlentscheidng vorliegt, dann müssen 4 Minuten Nachspielzeit her. Es ist einfach unglaublich, wie Bayern hier noch vom 4. versucht wird, einen Vorteil zu generieren. Glückwunsch an Meenz, die verdient gewonnen haben.
tiberius1437 02.03.2016
5. Soviel zur ewigen Parole ...
die Meisterschaft sei schon seit Monaten entschieden. Dortmund hat es jetzt ziemlich in der eigenen Hand auf 2 Punkte ran zu kommen. Sind nun mal alles nur Menschen, dass da der FCB mal verliert, sollte auch vorkommen. Die Langeweile in der Bundesliga ist für mich eher der Abstand von Platz 2 auf 3.
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