Twitter-Eklats Mak und Cole zwitschern sich ins Abseits

Nürnbergs Robert Mak hat bei Twitter über seinen Trainer Dieter Hecking geschimpft. Nun drohen dem Slowaken Konsequenzen. Eine heftige Strafe soll Ashley Cole schon erhalten haben. Er hatte den englischen Verband als einen "Haufen von Deppen" bezeichnet, angeblich muss er rund 250.000 Euro zahlen.

Chelsea-Star Cole: Offenbar aus dem englischen Kader gestrichen
REUTERS

Chelsea-Star Cole: Offenbar aus dem englischen Kader gestrichen


Hamburg - Gerade mal 140 Zeichen hat man bekanntlich bei Twitter zur Verfügung. Doch auch mit einer so kurzen Nachricht kann man sich einigen Ärger einhandeln. Robert Mak vom 1. FC Nürnberg schimpfte über Trainer Dieter Hecking, ihm drohen nun Konsequenzen. "So geht es nicht, dass wird er merken", sagte Hecking, der aber erst mit dem Slowaken persönlich reden wolle. "Es ist normal, dass im Fußball-Geschäft auf den Trainer geschimpft wird. Aber er muss aufpassen, wo er es macht", so der Coach.

Mak war bei der 0:3-Niederlage Nürnbergs beim SC Freiburg zur Pause ausgewechselt worden. Anschließend ließ er seinen Frust bei Twitter heraus. Auf seinem mittlerweile abgeschalteten Account war in einer Mischung aus slowakisch und englisch folgende Schimpftirade zu lesen: "Futbal je jedna vyjebana politika!!!!! I hate it!!!! Skurveny Trener." Das bedeutet übersetzt soviel wie: "Fußball ist eine verschissene Politik. Ich hasse es. Verdammter Trainer."

Wenig später bat der 21-Jährige bei Twitter um Entschuldigung, danach war zunächst über eine angebliche Hacker-Attacke spekuliert worden. "Er hat sich heute früh bei mir per SMS entschuldigt", sagte Hecking am Sonntag. Der Trainer wollte das Thema aber nicht weiter aufbauschen: "Er ist noch ein junger Bursche, der auch mal Fehler macht."

Über mögliche Konsequenzen wollen Hecking und Nürnbergs Sportvorstand Martin Bader erst entscheiden, wenn Mak von seiner Länderspielreise mit der Slowakei zurückkehrt. Mak hatte Hecking in dieser Saison in einem Zeitungsinterview schon einmal öffentlich kritisiert.

Cole offenbar aus Englands Kader gegen San Marino gestrichen

Eine Strafe soll der englische Nationalspieler Ashley Cole bereits kassiert haben. Der Profi des FC Chelsea hatte den englischen Fußballverband FA bei Twitter heftig beschimpft. "Wir haben eine Social-Media-Politik im Club, und es wird eine disziplinarische Maßnahme gegen den Twitter-Eintrag geben", sagte Chelsea-Trainer Roberto Di Matteo nun.

Die Zeitung "Independent on Sunday" berichtete, dass es sich um ein Bußgeld in Höhe von zwei Wochengehältern (umgerechnet rund 250.000 Euro) handle. Außerdem soll Englands Nationaltrainer Roy Hodgson den Linksverteidiger bereits am Freitagabend angerufen haben und ihn aus dem Kader für das WM-Qualifikationsspiel gegen San Marino am kommenden Freitag gestrichen haben. Die FA hat sich noch nicht zu dem Fall geäußert.

Cole hatte den Verband als Reaktion auf die Bestrafung von Chelsea-Kapitän John Terry über Twitter als einen "Haufen von Deppen" bezeichnet. Terry soll einen Gegenspieler rassistisch beleidigt haben, die FA sperrte ihn daraufhin für vier Spiele, das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig. In dem Verfahren war Cole Zeuge. Er fühlt sich nun vom Verband als Lügner hingestellt. Cole entschuldigte sich für seine Kritik und löschte den Eintrag.

Zumindest Chelseas Fans halten zum 31-Jährigen. Beim 4:1 über Norwich City am Samstag sangen sie: "He will tweet what he wants" ("Er soll twittern, was er will").

max/dpa/sid



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