Bundesliga Manuel Gräfe greift Schiedsrichter-Gutachter an

Ein Gutachter empfahl dem DFB, Schiedsrichter Manuel Gräfe nicht mehr einzusetzen - doch der schießt zurück: Der Anwalt des 44-Jährigen wittert eine Intrige. "Das ist alles verunglückt", sagt ein Funktionär.

Manuel Gräfe
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Der Streit um Vorwürfe des Bundesliga-Schiedsrichters Manuel Gräfe gegen seine Vorgesetzten spitzt sich zu. Wie der SPIEGEL in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, hat ein vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) beauftragter Gutachter im Januar empfohlen, Gräfe "ab sofort" nicht mehr "mit Spielleitungen zu betrauen".

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Heft 21/2018
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Die DFB-Gremien sind dieser Empfehlung nicht gefolgt. Vielmehr stellt man sich in der Verbandsspitze nun Fragen über diese Art der Aufklärung. Mehrere Zeugen, darunter die Bundesliga-Schiedsrichter Guido Winkmann und Robert Hartmann, fühlten sich von dem Bielefelder Anwalt nicht korrekt wiedergegeben.

Ihre Aussagen führt Gräfes Anwalt in einem 108 Seiten langen Schreiben an, in dem er dem Gutachter Carsten Thiel von Herff unter anderem eine Intrige vorwirft. Thiel von Herff, der DFB-Ombudsmann für Spielmanipulation und Schiedsrichterwesen, weist die Vorwürfe zurück und will seinerseits Gräfe verklagen.

Der Sachverständige stellte in seinem Gutachten Versäumnisse der ehemaligen Schiedsrichterbosse Hellmut Krug und Herbert Fandel fest. Ein Schiedsrichter habe sich durch Fandel unter Druck gesetzt und vorgeführt gefühlt und sei angeschlagen gewesen. Die Parallelen zum Schiedsrichter Babak Rafati, der vor fast sieben Jahren versuchte, sich das Leben zu nehmen, seien "unverkennbar" gewesen. Der Schiedsrichter selbst antwortet auf Anfrage, er halte die Ausführungen des Gutachters für unvollständig und zum Teil "mindestens fahrlässig". Fandel sagt, es sei nicht seine Absicht gewesen, zu viel Druck aufzubauen.

Krug und Fandel wurden vom DFB teilweise entmachtet - ein Teilerfolg für Gräfe. Thiel von Herff fertigte einen Bericht über seine persönlichen Eindrücke vom Hauptzeugen Manuel Gräfe an. Er charakterisiert ihn als manipulativ und "nicht kontrollierbar". "Das ist alles verunglückt, eine Katastrophe", sagt ein hochrangiger DFB-Funktionär über die Verbandsbemühungen, den Schiedsrichterstreit beizulegen.



insgesamt 14 Beiträge
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sapiens-1 19.05.2018
1. Naja,
ein etwas sehr dünnes Artikelchen, wie soll man sich denn eine Meinung bilden, ohne wenigstens die Fakten oder wechselseitigen Vorwürfe zu kennen? Statt zu spekulieren sollte SPON doch ein wenig Fleisch an den Knochen bringen und v.a. nicht nur eine negative, möglicherweise vielleicht gemachte Wertung eines Sachverständigen, der wohl Jurist ist, also so sachverständig in dieser ganzen Sache vielleicht doch nicht, bringen Hauptsache gezüdelt?. Jedenfalls war irgendjemand in DFB/DFL gescheit genug Gräfe weiterpfeifen zu lassen, was auch völlig seiner Leistung entspricht. Leider scheint das nicht ganz selbstverständlich zu sein, dabei sollten wirklich die Besten auch die großen Spiele pfeifen und da sehe ich - warum auch immer - z.B die Herren Aytekin (der Beste!) und Gräfe doch etwas unterrepräsentiert, vielleicht weil sie beide mit am besten mit den Spielern können und das nicht so gern gesehn wird?!
grandma_moses 19.05.2018
2. Ist der Ruf erst ruiniert....
Für Herrn Gräfe ist die Sache so oder so eine Katastrophe, auch wenn nun GEGEN die Entscheidung des Gutachters gehandelt wird ( viele Menschen, die vor Gericht waren, können bestätigen, wie oft dies in der 'realen' Welt geschieht: annähernd nie ). Jedoch ist seine Autorität auf dem Platz doch bereits durch das Bekanntwerden der Anschuldigungen gegen Ihn in nicht mehr vermittelbarer Weise untergraben - pfeift er in die eine Richtung, wissen 22 Mann auf dem Platz, dass ein Gutachter Ihn als manipulierend einschätzte. Ja, es ist alles aus dem Ruder gelaufen, aber der Mitarbeiter, der sich mit Anwälten eine Weiterbeschäftigung in seiner Firma erklagt, wird meiner Meinung nach nie mehr glücklich - egal ob vorher zu Recht oder Unrecht verurteilt.
keyjay 19.05.2018
3. @sapiens-1
Offensichtlich verstehen Sie das Prinzip dieses Artikels nicht, wenn Sie das "dünne Artikelchen" anprangern. Es geht doch klar hervor, um was es eigentlich geht. Sie sollen die aktuelle Ausgabe des Spiegels kaufen, um mitreden zu können. Steht doch gleich im ersten Abschnitt!
jujo 19.05.2018
4. ....
Zitat von grandma_mosesFür Herrn Gräfe ist die Sache so oder so eine Katastrophe, auch wenn nun GEGEN die Entscheidung des Gutachters gehandelt wird ( viele Menschen, die vor Gericht waren, können bestätigen, wie oft dies in der 'realen' Welt geschieht: annähernd nie ). Jedoch ist seine Autorität auf dem Platz doch bereits durch das Bekanntwerden der Anschuldigungen gegen Ihn in nicht mehr vermittelbarer Weise untergraben - pfeift er in die eine Richtung, wissen 22 Mann auf dem Platz, dass ein Gutachter Ihn als manipulierend einschätzte. Ja, es ist alles aus dem Ruder gelaufen, aber der Mitarbeiter, der sich mit Anwälten eine Weiterbeschäftigung in seiner Firma erklagt, wird meiner Meinung nach nie mehr glücklich - egal ob vorher zu Recht oder Unrecht verurteilt.
Sehe ich auch so. Da bleibt nur die Konsequenten zu ziehen und wenn möglich über eine Abfindung noch soviel Geld wie möglich mitzunehmen. Mir ist die Bemerkung eines früheren Chefs in Erinnerung, der meinte das man jeden Mitarbeiter loswird, es ist nur eine Frage des Preises.
aurichter 19.05.2018
5. @ grandma_moses*heute, 09:25 Uhr
Warum sollten sich diese Aussagen, die der Herr von und Zugenäht dort gemacht hat, sich auf das Verhalten auf dem Fußballplatz auswirken? Reichlich übertrieben Ihre Aussage. Vor aller Fußballaugen ist diese manipulative Eigenschaft denn wie umzusetzen? Großartige Diskussionsrunden habe ich auf dem Spielfeld bei Gräfe noch nicht gesehen. Oder wie darf man die Zustimmung zu der Beurteilung von Ihnen bewerten?
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