Schalkes Meyer attackiert Sportvorstand Heidel "Fühlt sich nur noch wie Mobbing an"

Der Streit zwischen Max Meyer und der sportlichen Führung des FC Schalke eskaliert: Meyer bezeichnet Aussagen von Clemens Tönnies als "Sauerei", noch verärgerter ist er aber über Christian Heidel.

Max Meyer
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Max Meyer


Kurz vor seinem von einigen Nebengeräuschen begleiteten Abschied bei Schalke 04 hat Mittelfeldspieler Max Meyer die Führungsetage des Bundesligisten deutlich kritisiert. Dabei attackierte der viermalige Nationalspieler insbesondere Sportvorstand Christian Heidel. "Ich wollte einfach nicht mehr bei Schalke bleiben und unter Herrn Heidel arbeiten. In letzter Zeit fühlt sich das für mich alles nur noch wie Mobbing an", sagte Meyer der "Bild"-Zeitung.

Der 22-Jährige, der Schalke am Saisonende nach neun Jahren im Verein und fünfeinhalb Spielzeiten als Profi ablösefrei verlässt, konkretisierte seine Vorwürfe: Heidel, der im Juli 2016 die sportliche Leitung auf Schalke übernahm, habe ihm "vom ersten Tag an gesagt, ich könne gehen. Dann meinte er noch, dass ich nicht mehr viel spielen würde. Ich war nicht mehr erwünscht. Ich sollte verkauft werden. Als ich da nicht mitgemacht habe, sollte ich verlängern."

"Eine Sauerei von Clemens Tönnies"

Schalke hatte dem Mittelfeldspieler, der unter anderem mit RB Leipzig und der TSG Hoffenheim in Verbindung gebracht wird, einen Vierjahresvertrag mit bis zu 5,5 Millionen Euro Gehalt geboten. "Mir ging es nie ums Geld", sagte Meyer, "sonst hätte ich ja das zweite verbesserte Angebot angenommen. Deshalb finde ich es auch eine Sauerei von Clemens Tönnies, es im TV so hinzustellen, als ob es mir nur um Geld ginge."

Der Schalker Klubboss hatte in der vergangenen Woche bei Sky über Meyer und Leon Goretzka, der ablösefrei zum FC Bayern wechselt, gesagt: "Der Zug des Geldes hat die Emotionen überholt."

Meyer bestritt für Schalke in der laufenden Saison 24 Bundesligaspiele. An den vergangenen sieben Spieltagen saß er aber viermal 90 Minuten auf der Bank. Am Samstag beim 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach fehlte er offiziell wegen einer Fußverletzung. Meyer widersprach dieser Darstellung: "Ich war nicht verletzt. Das sagte ich am Donnerstag dem Trainer. Er meinte vorm Training, ich solle drinbleiben und bis Montag mit dem Training warten. Ich hätte seit Donnerstag zur Verfügung gestanden."

mru/sid



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butlerking 30.04.2018
1. Immer wieder das Selbe.
Den Spielern geht es nie ums Geld. Den Beratern auch nicht. Was ist schon Geld? Wer lügt hier wohl? Ich kann es nicht wissen aber eine Vermutung habe ich schon. Jeder kann sich denken welche. Glück Auf.
kopfballungeheuer 30.04.2018
2. Wer durch Trickserei 128 Mio. Kartellstrafen nicht zahlt...
... dem braucht man, so finde ich, in Sachen Moral nicht wirklich Glauben schenken. Wo ist denn der Zug hin mit unserem Geld, unser aller Geld, Herr Tönnies? Und noch einmal, das war ja kein Steuersparmodell. Und eine Kartellstrafe fängt man sich auch nicht für labbrige Würstchen.
gnarze 30.04.2018
3. Wertschätzung
Glaubt man Mario Basler, erfolgten die Gehaltsvorschläge der Schalker Führung via Email, persönliche Gespräche fanden nicht statt. Insofern kann ich ein Befremden von Meyer durchaus verstehen.
Mentar 30.04.2018
4. Der arme Herr Meyer
Nur zur Information für diejenigen, die nicht viel Schalke-Erfahrung haben, damit sie die Aussagen von Meyer besser im Wahrheitsgehalt einschätzen können: Tedesco hat folgende Regel eingeführt und eisern einhalten lassen: Spieler, die alle Trainingseinheiten mitmachen können, werden den Spielern vorgezogen, die aufgrund von Verletzungen oder sonstigen Gründen nicht voll mittrainieren konnten. Da Meyer Anfang der Woche ein Wehwehchen hatte, wäre er _sowieso_ nicht aufgestellt worden. Das stand von vornherein fest. Und jetzt erzählt er hier so einen Kokolores.
Mentar 30.04.2018
5. Ach ja, Mario Basler...
Auch hier zur Information für neutrale Leser: Mario Basler ist der Schwager von Roger Wittmann, der rein zufällig der Berater von Max Meyer ist. Und nur um Herrn Basler aus dem Doppelpass von gestern zu zitieren: "10 Millionen ist gar nichts! In der Premier League kriegt das jeder!" - wobei neutrale Fachleute übereinstimmend der Meinung sind, dass 5.5 Millionen für Meyer sehr großzügig sind. Nein, die Geschichte wurde dann übel, als Heidel sich größte Mühe gegeben hat, Goretzka zu halten, aber bei Meyer eben nicht. ROGON-Spieler sind per Default der Meinung, 1-2 Klassen besser zu sein als sie tatsächlich sind. Und Meyer/Wittmann haben sich einfach verzockt.
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