Bundesliganoten Baumann eins, Bayern null

14 Monate lang hatte außer Borussia Dortmund kein Bundesligist gegen Bayern München zu null gespielt. Dann kam Oliver Baumann. Außerdem in der Top-Elf des Spieltags: viele Gladbacher und ein Superheld aus Israel.

Oliver Baumann
REUTERS

Oliver Baumann

Von


Tor

Der FC Bayern hat zum ersten Mal nach 20 ungeschlagenen Pflichtspielen wieder verloren. Das lag nicht daran, dass die Münchner es nicht versucht hätten - der Tabellenführer gab 21 Torschüsse ab. Aber Hoffenheims Keeper Oliver Baumann parierte fünfmal stark und ließ kein Gegentor zu. Seit Februar 2016 schafften es in der Bundesliga nur Dortmund und Hoffenheim, zu null gegen Bayern zu spielen. Besonders auffällig: Kein Torhüter hatte an diesem Spieltag mehr Ballkontakte als Baumann (47). Dass er bei den Ballberührungen auf Platz eins landete, bei den erfolgreichen Pässen (29) aber nur auf Platz sieben, zeigt, dass er die Bälle dann vor allem lang nach vorne schlug. Aber da das funktioniert hat, ist nichts gegen diese Spielweise einzuwenden.

Wo ist mein Lieblingsspieler? Klicken Sie sich durch das Ranking!

Innenverteidigung

Die beiden besten Innenverteidiger im SPIX dieses Spieltags stammen aus der gleichen Mannschaft. Andreas Christensen und Jannik Vestergaard ergänzten sich beim 1:0-Sieg von Borussia Mönchengladbach gegen Hertha optimal. Christensen hatte eine phänomenale Passquote von fast 99 Prozent und brachte 114 Pässe erfolgreich zum Mitspieler. Das sind 20 mehr als jeder andere Bundesligaspieler in dieser Woche. Vestergaard war eher für die nicht ganz so feine Klinge zuständig - brachte dafür aber mehr Torgefahr und Direktheit ein. Zudem klärte er 13 Bälle - auch das ein eindeutiger Bestwert des Spieltags. Hinter diesem kongenialen Gladbacher Duo blieb sogar die Leistung von Mats Hummels knapp zurück.

Außenverteidigung

Wer in dieser Woche am Dienstag in Hoffenheim und am Mittwoch in Mönchengladbach im Stadion war, hat alle Defensivspieler leibhaftig gesehen, die es in die SPIX-Elf geschafft haben. Mit Nico Elvedi war ein weiterer Gladbacher der beste Spieler auf seiner Position. Der Züricher beeindruckte vor allem mit für einen Außenverteidiger beeindruckender Kopfballstärke (sechs gewonnene Luftzweikämpfe). Bayerns Rafinha hingegen überzeugte als Umschaltspieler mit sieben abgefangenen Bällen und zehn eroberten zweiten Bällen - beides Spitzenwerte unabhängig von der Position.

Wo ist mein Lieblingsspieler? Klicken Sie sich durch das Ranking!

Mittelfeld defensiv

Wenn man behauptet, dass Almog Cohen Ingolstadts wichtigster Feldspieler ist, werden einem vermutlich nicht viele Fans der Schanzer widersprechen. Das liegt generell an der extrem kämpferischen Spielweise Cohens und seinem großen Einsatz für die Mannschaft. Auch beim wichtigen 3:2-Sieg des FCI in Augsburg, der wieder Hoffnung auf den Klassenerhalt weckt, durfte sich Cohen als Schlüsselspieler feiern lassen. Er erzielte zwei Tore. Dass der 170 Zentimeter große Israeli im wahrsten Wortsinn über sich hinauswuchs und beide Treffer mit dem Kopf erzielte, war eine schöne symbolische Abrundung seiner Leistung. Auch in Augsburg glänzte Cohen nicht mit Kurzpasskombinationen, er brachte nur 16 erfolgreiche Pässe in 90 Minuten an. Nur ein einziger defensiver Mittelfeldspieler der Liga war an diesem Spieltag noch schlechter in dieser Kategorie (Freiburgs Mike Frantz mit 15). Dass Cohen sich dennoch zu Recht als Matchwinner feiern lassen durfte, bestätigt, dass es im Fußball mehr als einen Weg zum Erfolg gibt. Und das ist auch gut so.

Mittelfeld außen

Fußball ist ein Mannschaftssport. Individuelle Leistungen stehen also immer in einem Verhältnis zum Erfolg des Teams. Das berücksichtigt auch der SPIX. Allerdings heißt das nicht, dass alle Spieler einer siegreichen Mannschaft besser bewertet werden als solche, deren Teams verloren haben. Ein gutes Beispiel sind die Außenbahnspieler des HSV beim Spiel in Dortmund. Ja, die Hamburger verloren 0:3. Aber Filip Kostic kam die Spielanlage des BVB entgegen. Immer wieder gelang es ihm, sich auf der linken Seite in Szene zu setzen. Mit dem Ergebnis, dass Kostic sieben Torschüsse abgab und im Angriffsdrittel 15 Pässe an den Mitspieler brachte. Nicht umsonst war er der beste Außenbahnspieler des Spieltags nach SPIX-Werten. Ganz anders sein Pendant auf der rechten Seite, Michael Gregoritsch. Der brachte nicht 15, sondern nur zwei Pässe im Angriffsdrittel an, bevor er nach 60 Minuten ausgewechselt wurde. Gregoritsch war der schlechteste Spieler der Liga auf dieser Position.

Mittelfeld offensiv

Man müsste Naby Keïta sicher nicht als offensiven Mittelfeldspieler sehen, schließlich kam der Leipziger in Mainz meist von der rechten Außenbahn. Allerdings lässt sich das RB-System eher als 4-2-2-2 beschreiben denn als 4-4-2-Formation. Der Unterschied: Die zentralen Mittelfeldspieler bleiben tendenziell defensiver, die Außenbahnspieler orientieren sich öfter in die Mitte. Keïtas genaue Position bleibt in der Grauzone, seine Leistung nicht. Sein Tor zum 3:1 sorgte für die Entscheidung in Mainz, seine elf eroberten zweiten Bälle stellen den Spitzenwert dieser Woche in der Liga dar - auf allen Positionen.

Angriff

Ein Tor und eine Vorlage - sowohl Kevin Volland als auch Max Kruse hatten entscheidenden Anteil an den Erfolgen ihrer Teams. Der Bremer war noch etwas mehr ins Spiel seiner Mannschaft eingebunden, dafür hatte der Leverkusener mehr Strafraumszenen. Was Kruse und Volland noch etwas über die ebenfalls sehr starke Leistung von Gladbachs Lars Stindl erhebt, sind aber jeweils die beiden Torbeteiligungen - Stindl hatte nur eine.

Die SPON11

Und das ist die Elf des 27. Spieltags in der taktischen Aufstellung.

Sie wollen wissen, wie wir gerechnet haben? Wie die SPON-Bundesliganoten entstehen? Und warum wir bewusst keine Schulnoten vergeben? Hier finden Sie alle Infos zum SPIX.



insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
danielgerke 07.04.2017
1.
Bremen fertigt Schalke 3-0 ab, der HSV verliert mit gleichem Ergebnis. Dennoch haben beide Vereine gleich viel Spieler in drt Elf des Tages.. ahja....
widower+2 07.04.2017
2. Falsches Bild
Das Foto zu Maximilian Eggestein ist falsch. Es zeigt dessen Bruder Johannes.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.