Bundesliga-Noten Das Schürrle-Rätsel - die Top-Elf des 21. Spieltags

In Dortmund galt er für viele als gescheitert. Gegen Köln schoss André Schürrle den BVB zum Sieg. Ist er nun wieder der Alte? Ganz so einfach ist es nicht. Hier ist die Top-Elf des Spieltags.

André Schürrle (l), Ömer Toprak
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André Schürrle (l), Ömer Toprak

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Die Bundesliga sei langweilig, heißt es, und wer mag angesichts von 18 Punkten Vorsprung der Bayern auf Platz zwei widersprechen? Wer jedoch kommende Saison in der Champions League spielt und wer in Liga zwei, ist völlig offen. Und ziemlich spannend. Mehr als ein Drittel der Liga bangt um den Klassenerhalt, mehr als ein weiteres Drittel kämpft um den Europacup-Einzug. Eine entscheidende Rolle über Sieg und Niederlage spielten am 21. Spieltag oft die Torhüter, im Positiven wie im Negativen.

Die Keeper von Borussia Dortmund und Schalke 04 verschuldeten jeweils ein Gegentor. Während Schalke auch aufgrund von Ralf Fährmanns Patzer gegen Bremen verlor, gewann der BVB gegen Köln trotz eines Fehlers von Roman Bürki. Bedanken konnte sich der Keeper bei seinen Stürmern, Zugang Michy Batshuayi und André Schürrle. Doch dazu später mehr.

Die besten Torhüter des Spieltags waren Leverkusens Bernd Leno, der mit dafür sorgte, dass Bayer gegen Freiburg zumindest einen Punkt holte, und Leipzigs Peter Gulácsi, der beim 1:0-Sieg in Mönchengladbach drei Bälle aus der torgefährlichsten Spielfeldzone parierte.

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Das Ranking der Innenverteidiger führt ein Dortmunder an: 16 Hereingaben klärte Ömer Toprak im Spiel gegen den FC. Zum Vergleich: Die gesamte Mannschaft des FC kam gegen den BVB auf 17 geklärte Bälle. Gute Werte erreichte Toprak auch in den Kategorien "Balleroberung" und "Spielaufbau". Ähnlich stark spielte Martin Hinteregger, der mit Augsburg beim 3:0-Erfolg gegen Frankfurt kaum Torchancen zuließ.

"Kennen Sie Raphael Framberger?", fragten wir nach dem zweiten Spieltag. Der damals 21-Jährige vom FC Augsburg schaffte es als Unbekannter in die SPON11. Weitere sportliche Höhepunkte blieben danach aus, Framberger musste mit Knieproblemen wochenlang zusehen, wie sich die Teamkollegen im Dunstkreis der Europacup-Ränge festspielten. Zwar ist der Außenverteidiger wieder gesund, in der Startelf stand er dennoch nur vereinzelt, weil rechts hinten Konkurrent Daniel Opare seine Sache ziemlich gut machte. Damit ist es jetzt vorbei.

Opare ist beim FCA aussortiert worden, er habe den Klub "bewusst und trotz der Konfrontation mit Fakten wiederholt belogen" und "mehrfach gegen den Verhaltenskodex innerhalb der Mannschaft verstoßen", so Manager Stefan Reuter. Und Framberger? Nutzte seine Chance. Vor allem als Balleroberer zeigte er gegen Frankfurt eine herausragende Leistung und schaffte es damit beim sechsten Saisoneinsatz zum zweiten Mal in die SPON11.

Wann hat ein Bundesligatrainer zum Amtsantritt zuletzt so viel Häme über sich ergehen lassen müssen wie nun Tayfun Korkut beim VfB Stuttgart? Als der Coach vergangene Woche Hannes Wolf ablöste, unkten viele, die Entscheidung mache den Fans wieder Hoffnung auf den Klassenerhalt. Nur eben nicht den VfB-Fans, sondern denen der Konkurrenz. Korkuts Debüt verlief aber gar nicht schlecht.

Das 1:1 in Wolfsburg hilft den Stuttgartern zwar nicht wirklich weiter. Der VfB war aber zumindest das gefährlichere Team und fand auch dank Korkuts Umstellung nach dem 0:1 zurück ins Spiel. Darauf lässt sich aufbauen. Auch für eine weitere Maßnahme gebührt dem Trainer Lob: Die Idee, Linksverteidiger Dennis Aogo ins defensive Mittelfeld zu ziehen, hat sich bewährt. Mit Aogo stand der VfB defensiv gut, was auch an elf Balleroberungen des 31-Jährigen lag. Zudem lieferte Aogo die Vorlage zum Stuttgarter Ausgleich. Das Resultat: Platz eins im Spieltagsranking.

Gegen Wolfsburg stand überraschend auch Erik Thommy in der Stuttgarter Startelf. Der Winterzugang vom FC Augsburg war in den beiden Vorwochen noch ohne Einsatz geblieben, beim VfL lieferte er dann gleich fünf Torschussvorlagen. Noch so eine Korkut-Maßnahme, die gefruchtet hat. Besser war nur Augsburgs Caiuby, der ebenfalls als Vorbereiter glänzte und gegen die Eintracht neben Chancen auch ein Tor auflegte.

Er war der Wunschspieler von Carlo Ancelotti. Wie gut er ist, zeigte James beim FC Bayern aber erst, als Ancelotti schon längst nicht mehr da war. Seit Wochen präsentiert sich der Kolumbianer in Top-Form, so auch beim 2:0-Erfolg gegen Mainz, bei dem er laut SPIX der mit Abstand beste Münchner war. James erzielte ein Tor selbst, bereitete vier weitere Abschlüsse vor. Bemerkenswert war auch seine Defensivarbeit. 15-mal gewann der 26-Jährige zweite Bälle, ein Fabelwert für einen offensiven Mittelfeldspieler.

"Von mir fällt sehr viel Ballast ab", sagte André Schürrle nach Dortmunds Sieg gegen Köln. Man glaubt ihm das sofort. Schürrle galt mal als eines der größten Stürmertalente des Landes, bis heute ist er der Deutsche, der zusammengenommen die höchste Ablösesumme generiert hat: Über 90 Millionen Euro haben Leverkusen, Chelsea, Wolfsburg und vorvergangenen Sommer der BVB in ihn investiert. Selten hat Schürrle die Summen mit Top-Leistungen gerechtfertigt.

In Köln gelang Schürrle nun der erste Bundesligatreffer der Saison. Gemeinsam mit Aubameyang-Ersatz Michy Batshuayi schoss er Dortmund zum 3:2-Erfolg, beide bilden den Angriff in der SPON11.

Geht es also wieder aufwärts mit Schürrle? Schwer zu sagen. Denn der Blick zurück zeigt, dass Schürrle zwar stets für das eine oder andere Highlight gut war. Im Januar 2017 hieß es bei SPIEGEL ONLINE: "Schürrle und der BVB - das scheint endlich zu funktionieren"; kurz darauf glänzte er im DFB-Trikot mit drei Torbeteiligungen in der WM-Qualifikation gegen Aserbaidschan. 2016 war er für Wolfsburg an zehn Treffern direkt beteiligt, darunter ein Dreierpack im Derby gegen Hannover.

Doch auf Höhepunkte folgte stets das Tief. Auch wegen zahlreicher Verletzungen hat der 27-Jährige seit Jahren keine konstant gute Saison gespielt. Sein Körper macht ihm oft Probleme, mal ist es der Rücken, mal die Achillessehne, dann der Oberschenkel. In dieser Spielzeit kam Schürrle auch deshalb nur auf 424 Bundesligaminuten. Dabei gelangen ihm immerhin drei Torbeteiligungen. Eine ziemlich gute Quote für einen, den viele für gescheitert halten.

Und das ist die SPON11 des 21. Spieltags, klickbar in fünf verschiedenen taktischen Formationen:

(Sie wollen wissen, wie der SPIX berechnet wird? Hier entlang).

insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
gnarze 05.02.2018
1. Schürrle?
Nicht euer Ernst? Das Tor war schön, aber ansonsten war er....stets bemüht.
knapi 05.02.2018
2. die einzige elf
die hier heute hätte stehen dürfen, wäre die von werder Bremen. keine Mannschaft hat in 15 Minuten gezeigt. was das Wichtgste im Fußball ist, nämlich rechtzeitig vor Abpfiff genügend Tore zum Sieg zu erzielen
neutralfanw 05.02.2018
3.
Erschreckend! Herr Schürrle läuft und schießt unbedrängt Richtung Tor -er musste schießen, da seine mitgelaufenen Mitspieler weit ins Abseits gelaufen waren- der Ball wird abgefälscht und landet im Kölner Tor. Für diese eine Aktion (mehr waren es auch nicht) wird er in die Elf des Spieltages gewählt. Ist die Bundesliga so schwach, oder ist das der Bonus eines Ex-Nationalspielers?
inge-p.1 05.02.2018
4. Das kann doch nicht wahr sein
Nur ein Spieler der grandiosen Bayern in der SPIX Wertung? Das kann doch nicht wahr sein. Eigendlich müssten doch alle elf Positionen von ihnen besetzt sein. Bei 16 Punkte Vorsprung?
macfan 05.02.2018
5. Schürrle
Zitat von neutralfanwErschreckend! Herr Schürrle läuft und schießt unbedrängt Richtung Tor -er musste schießen, da seine mitgelaufenen Mitspieler weit ins Abseits gelaufen waren- der Ball wird abgefälscht und landet im Kölner Tor. Für diese eine Aktion (mehr waren es auch nicht) wird er in die Elf des Spieltages gewählt. Ist die Bundesliga so schwach, oder ist das der Bonus eines Ex-Nationalspielers?
Meinen Sie ernsthaft, dass SPON 92 Punkte für Teamleistung offensiv, 99 Punkte für Dribbelstärke und 98 Punkte für Chancenkreation für eine einzige Aktion verteilt? In der Tat war Schürrle das ganze Spiel über aktiv und viel besser als zuletzt.
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