Bundesliganoten Arjen Robben und das Ingolstadt-Problem

Ein Traumtor geschossen, am zweiten beteiligt: Natürlich ist Arjen Robben in der SPIX-Elf der Woche. Aber warum sind dort auch drei Ingolstädter? Und wo ist Naby Keita? Wir können alles erklären.

Arjen Robben
Getty Images

Arjen Robben


Tor

Nur ein anderer Keeper kassierte zum Rückrundenstart mehr Gegentore als Bernd Leno. Das war der Darmstädter Michael Esser, der gegen Köln sechsmal hinter sich greifen musste. Während Esser dafür im roten SPIX-Bereich eingestuft wurde, war Leno der statistisch gesehen beste Torhüter des Spieltags. Das lag vor allem daran, dass er vier Bälle abwehrte - mehr Paraden konnte kein Schlussmann am Wochenende vorweisen. Aber auch Lenos Spieleröffnung wusste zu überzeugen.

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Innenverteidigung

Gleich noch ein Leverkusener hat es in die Defensive der SPIX-Elf geschafft: Ömer Toprak, der Bayer 04 im Sommer verlassen wird, war nicht schuld an der Heimniederlage seiner Mannschaft gegen Borussia Mönchengladbach. Toprak eroberte elf zweite Bälle - Bestwert für einen Innenverteidiger an diesem Wochenende. Andere Qualitäten brachte Ingolstadts Roger beim Sechs-Punkte-Spiel gegen den HSV ein: Der Abwehrchef der Schanzer war sich nicht zu schade, den Ball immer wieder einfach zu klären. Die Harmlosigkeit der Gäste machte das zu einer probaten Taktik, die Ingolstadt mit mehr als 30 Prozent langen Bällen ausgiebig anwendete.

Außenverteidigung

David Alaba war einer der Matchwinner beim knappen Sieg des FC Bayern in Bremen. Sein schöner Freistoßtreffer in den rechten Winkel sorgte für eine Vorentscheidung direkt vor der Pause. Aber auch in vielen weiteren Szenen glänzte Alaba offensiv (beim Vorbereiten von Torchancen) oder defensiv (beim Verhindern von Kontern). Dass er beim Anschlusstreffer den Schuss von Max Kruse nicht verhindern konnte, fällt nicht sehr stark ins Gewicht, diese Szene war sehr schwer zu verteidigen.

Während Alaba mit 24 Jahren schon fast 250 Spiele für den FC Bayern bestritten hat, feierte der zweite Außenverteidiger in der SPIX-Elf mit 21 gerade erst sein Debüt im Trikot des FC Augsburg. Der Ausfall von FCA-Kapitän Paul Verhaegh sorgte dafür, dass Raphael Framberger sein erstes Bundesligaspiel bestreiten durfte. Trainer Manuel Baum kannte Framberger schon aus der U23. Der Assist zum Siegtor von Dominik Kohr bestätigte Baums Entscheidung, ihn jetzt auch in der Bundesliga einzusetzen. Die Torbeteiligung war aber nur die Krönung einer vor allem defensiv sehr achtbaren Leistung.

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Mittelfeld defensiv

Die Augsburger Verletztenmisere, die Framberger seinen Bundesligaeinstand ermöglichte, war auch dafür verantwortlich, dass Dominik Kohr überhaupt spielte. Der musste, obwohl noch von einer Erkrankung geschwächt, kurz vor der Pause eingewechselt werden, weil Jan Moravek sich bei einem nicht geahndeten Foul verletzt hatte. Es sollte dem Augsburger Spiel nicht schaden: Kohr machte ein ganz sicheres Spiel vor der Abwehr und schlich sich am Ende im genau richtigen Moment in den Strafraum, um aus fünf Metern das Siegtor zu erzielen. Kohrs Leistung war statistisch gesehen so viel besser als die aller anderen defensiven Mittelfeldspieler an diesem Spieltag, dass er als einziger Sechser einen grünen SPIX-Stern bekam.

Mittelfeld außen

Was wäre der FC Bayern ohne Arjen Robben? Eine von vielen Mannschaften in der oberen Tabellenhälfte der Bundesliga? Zumindest wohl kein so souveräner Serienmeister wie mit dem Niederländer. Robbens Direktabnahme, mit der er in Bremen das 0:1 erzielte, war spektakulär. Dann holte er noch den Freistoß heraus, den Alaba zum zweiten Bayern-Treffer verwandelte. Der Beitrag von Ingolstadts Markus Suttner zum Sieg gegen den HSV war schon etwas subtiler als der Robbens in Bremen. Suttner traf mit einem Freistoß zum vorentscheidenden 2:0 - hatte dabei jedoch Glück, dass der Ball von der Mauer abgefälscht wurde. Da der FCI in starkem Maße auf lange, riskante Pässe setzte, war Suttners Passquote nicht die beste. Seine Gesamtleistung verhalf dem Österreicher dennoch erneut in die Elf der Woche. In der Hinrunde hatte er das dreimal in Folge geschafft.

Mittelfeld offensiv

Das Ingolstädter Trio in der ersten SPIX-Elf der Rückrunde wird von Mathew Leckie komplettiert. Der Australier bereitete das Führungstor von Pascal Groß vor und musste dann verletzt noch vor der Pause ausgewechselt werden. So ist es zu erklären, dass Leckie noch besser bewertet wird als Leipzigs Naby Keita, obwohl der im Top-Spiel gegen Hoffenheim beide RB-Tore vorbereitete. Tatsächlich ist das Hochrechnen von statistischen Werten auf 90 Minuten ein heikler Aspekt des SPIX. Natürlich muss man die Zahlen an die gespielte Zeit anpassen, weil sonst ein zur Halbzeit verletzt ausgewechselter Profi nur halb so gut bewertet würde wie jemand, der mit der gleichen Qualität durchgespielt hat. Andererseits war Keitas Beitrag zum wichtigen Sieg seiner Mannschaft zweifelsohne größer als der Leckies zum FCI-Erfolg.

Angriff

Auch der Angriff illustriert das oben angesprochene Problem bei der Bewertung von ein- oder ausgewechselten Spielern. Obwohl es gar kein Problem ist, dass Artjoms Rudnevs in der SPIX-Elf auftaucht: Er wurde in der 50. Minute eingewechselt und war noch an drei Toren direkt beteiligt, mit einem Treffer und zwei Assists. Auch sein Teamkollege Yuya Osako war an drei Toren direkt beteiligt, mit zwei eigenen und einer Vorbereitung. Das in 90 Minuten zu schaffen, ist aber etwas leichter als in 40.

Von solchen philosophischen Fragen ganz unbeeindruckt kann man die Präsenz von Lars Stindl in der SPIX-Elf begründen. Er drehte das Gladbacher Spiel in Leverkusen fast allein mit zwei Toren zum Anschlusstreffer und zum Ausgleich. Dazu war er sehr stark ins Kombinationsspiel der Borussia im Angriffsdrittel eingebunden und gewann auch noch viele Bälle - eine sehr, sehr starke Leistung.

Die SPON11

Und das ist die Elf des 18. Spieltags in der taktischen Aufstellung.

Sie wollen wissen, wie wir gerechnet haben? Wie die SPON-Bundesliganoten entstehen? Und warum wir bewusst keine Schulnoten vergeben? Hier finden Sie alle Infos zum SPIX.

rae



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Seite 1
capella 30.01.2017
1. Position
Robben wird in der Grafik als Linksaußen geführt .... aha. Ohne weitere Worte ..
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