Bundesliga-Noten Meister Müller - die Top-Elf des 19. Spieltags

Es ist noch nicht so lange her, da klagte Thomas Müller über seine Reservistenrolle bei den Bayern. Die Spieldaten zeigen: Mittlerweile ist er der beste offensive Mittelfeldspieler der Liga. Hier ist die SPON11.

Thomas Müller
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Köln glaubt plötzlich wieder an den Klassenerhalt, beim Hamburger SV sind die Abstiegssorgen so groß, dass Trainer Markus Gisdol gehen musste, und ein bisschen hat beides mit Timo Horn zu tun. Horn gilt als einer der talentiertesten Torhüter des Landes, nach einem durchwachsen Saisonstart zeigt der 24-Jährige seit Wochen, warum. Beim 2:0-Erfolg gegen Hamburg bewahrte er den FC erst vor dem Rückstand, dann, beim Stand von 1:0, vor dem möglichen Ausgleich. So hat es Horn in die Top-Elf des Spieltags geschafft.

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Nochmal Köln: Mit Dominique Heintz steht ein zweiter FC-Profi in der SPON11, zu verdanken hat es der 24-Jährige starken Werten in den Kategorien "Balleroberung" und "Abwehrstärke". Gemeinsam mit Heintz liegt Mönchengladbachs Jannik Vestergaard vorne. Das Niveau war bei den Innenverteidigern an diesem Spieltag hoch, auch Hannovers Waldemar Anton oder Vestergaards Teamkollege Matthias Ginter ragten verglichen mit dem, was Bundesliga-Verteidiger im Durchschnitt zeigen, klar heraus.

Noch 15 Bundesligaspiele sind es bis zur WM in Russland, 15 Gelegenheiten also, sich bei Bundestrainer Joachim Löw für einen Kaderplatz zu empfehlen. Aus deutscher Sicht geht das vielleicht nirgends so einfach wie auf der Position des Außenverteidigers. Joshua Kimmich vom FC Bayern und Kölns Jonas Hector dürften gesetzt sein. Man kann anmerken: zurecht. Beide zeigten sich am 19. Spieltag in Top-Form, wobei Kimmich insbesondere offensiv und Hector vor allem defensiv überzeugte. Hinter den beiden sind aber noch Plätze zu vergeben.

Der beste Vorlagengeber der Liga, Augsburgs Linksverteidiger Philipp Max (zehn Assists), konnte beim 0:2 gegen Mönchengladbach keine Werbung für sich betreiben. Deutlich stärker waren Herthas Marvin Plattenhardt beim 1:1 gegen Dortmund, sowie BVB-Profi Jeremy Toljan. Vielleicht überrascht Löw aber auch mit einem Rückkehrer: Lars Bender. Der ist eigentlich Mittelfeldspieler, unter Trainer Heiko Herrlich läuft er in dieser Saison aber auch als Rechtsverteidiger auf. Und das mit Erfolg. Seine Länderspielkarriere verbrachte Bender übrigens oft auf der gleichen Position. Das letzte Spiel für den DFB machte er 2014. Folgt bald das Comeback?

Frankfurt in der Champions League? Das kann in der kommenden Saison durchaus der Fall sein. Die Eintracht liegt einen Punkt hinter Platz zwei, das Rennen um die Europacupränge könnte bis zum Saisonende offen bleiben. Eine erfolgreiche Saison führt vermutlich auch über Omar Mascarell. Der 24-jährige Spanier war zwar die gesamte Hinrunde über verletzt, nun zeigt er aber, wie wichtig er sein kann. Beim 3:1-Sieg in Wolfsburg machte Mascarell sein zweites Ligaspiel, und wie in der Vorwoche zeigte er eine herausragende Leistung. Am 18. Spieltag war Mascarell der zweitbeste Sechser, diesmal ist er ganz vorne, vor allem dank seiner Qualität in der Balleroberung.

Eden Hazard ist ein Star in der Premier League, einer, dessen Trikots von Fans auf der ganzen Welt getragen werden. Von diesem Status ist sein Bruder Thorgan, 24, noch ein ganzes Stück entfernt. Doch der Belgier arbeitet daran, zu Eden aufzuschließen. In dieser Saison hat der Flügelspieler von Gladbach einen Schritt in seiner Entwicklung vollzogen, er ist viel effizienter geworden, kommt auf mehr Spielzeit als in den Vorjahren. Im Schnitt erreicht er 0,76 Torbeteiligungen pro 90 Minuten, vergangene Saison waren es noch 0,55 gewesen. Gegen Augsburg lieferte der Belgier eine Vorlage, traf selbst und gehörte zu den defensivstärksten Spielern auf seiner Position. Mithalten konnte am 19. Spieltag allein Leverkusens Überflieger Leon Bailey.

Wie schnell im Fußball Krisen überwunden und Probleme vergessen werden können, zeigt sich an der Personalie Thomas Müller. Der Bayern-Star galt noch vor wenigen Monaten als unzufriedenster unter den Unzufriedenen in München, nach dem 2. Spieltag, einem 2:0-Sieg gegen Werder Bremen, beklagte er öffentlich seine Rolle unter Trainer Carlo Ancelotti. Nun, nach dem 4:2-Erfolg im Rückspiel gegen Werder, ist Ancelotti als Bayern-Trainer Geschichte, und die Müller-Krise ist es auch.

Müller traf gegen Bremen doppelt, er bereitete ein Tor vor und erhält zudem eine hohe Wertung in der wichtigen Kategorie "Teamleistung offensiv", schließlich kamen die Münchner zusätzlich zu ihren Treffern zu sechs Abschlüssen aus der aussichtsreichsten Spielfeldzone. Im Saisonranking der offensiven Mittelfeldspieler liegt Müller mittlerweile auch ganz vorne.

Der zweite Münchner Doppeltorschütze des Spieltags heißt Robert Lewandowski. Eigentlich logisch, dass der Stürmer einen Platz in der SPON11 sicher hat. Die Konkurrenz ist allerdings groß. Yoshinori Muto von Mainz, Leverkusens Lucas Alario und Kölns neuer Held Simon Terodde, ihnen allen gelangen je zwei Treffer. Dass aus diesem Trio Muto die Nase vorne hat, liegt unter anderem daran, dass die Offensivleistung der Mainzer Mannschaft besser war als die der Konkurrenten.

Ob sich der Wechsel zur Winterpause auszahlen wird, lässt sich natürlich noch nicht beantworten. Mario Gomez' Auftakt beim VfB Stuttgart verläuft aber in etwa so wie die Hinrunde, die der Angreifer in Wolfsburg verbrachte. Da landete er nach 17 Spieltagen auf dem 65. Platz bei 67 bewerteten Stürmern. Beim VfB zeigte er eine enttäuschende Leistung am 18. und eine noch schwächere an diesem 19. Spieltag, an dem er viertletzter Profi im Ranking geworden ist. In Mainz wurde er nach 51 Minuten ausgewechselt. Übrigens: Ersatzmann und Torschütze Daniel Ginczek ist auf Platz vier gelandet.

Und das ist die SPON11 des 19. Spieltags, klickbar in fünf verschiedenen taktischen Formationen:

(Sie wollen wissen, wie der SPIX berechnet wird? Hier entlang).

insgesamt 10 Beiträge
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fri3ndlyghost 22.01.2018
1. Langweilige Meisterschaft
Spannend wird s nur mehr unten, wie in der Kultur.
superM. 22.01.2018
2. Da wird sich aber...
...pbSonntag500 verwundert die Augen reiben...
cmann 22.01.2018
3. Ein Segen,
der "Abgang" Ancelottis war für den FC. Bayern eine Trendwende undb Heynkes der "Jackpot" . Allerdings wie es derzeit aussieht leider nur für ein Jahr. Alle Spieler fühlen sich unter Heynkes wohl und "blühen auf", speuiell Müller und James. Ancelotti war nie in der Lage einen echten Zugang zu seinen Spielern zu finden im Gegensatz zu Heynkes wirkte er eher als ob ihm jegliche Motivation fehle. Schade das Heynkes wohl nicht weiter macht.
ge1234 22.01.2018
4. Ich weiß nicht....
Zitat von cmannder "Abgang" Ancelottis war für den FC. Bayern eine Trendwende undb Heynkes der "Jackpot" . Allerdings wie es derzeit aussieht leider nur für ein Jahr. Alle Spieler fühlen sich unter Heynkes wohl und "blühen auf", speuiell Müller und James. Ancelotti war nie in der Lage einen echten Zugang zu seinen Spielern zu finden im Gegensatz zu Heynkes wirkte er eher als ob ihm jegliche Motivation fehle. Schade das Heynkes wohl nicht weiter macht.
... so sehr ich Jupp Heynckes als Person mag und als Trainer schätze, so wenig will ich mich mit dem Gedanken anfreunden, dass ein bald 73jähriger die Antwort auf die Frage nach der Zukunft des FCB sein soll. Und in Anbetracht der Tatsache, dass fast die Hälfte des Kaders nicht Deutsch spricht, finde ich auch das unbedingte Festhalten an einem deutschen Trainer eher fragwürdig!
sheffard 22.01.2018
5. Es ist schon erschreckend
mit zu erleben wie ein Ancellotti eine Mannschaft zerstören kann. Einen Spieler wie Müller, einen Weltmeister, der bei Gardiola und Heynckes meist spielt, dem man nur eine halbe Stunde zusehen muss um zu erkennen, dass seine Stärke auch darin besteht Gedankenschnell zu sein, zu verunsichern und auf die Bank zu setzen reicht für mich um an Ancellottis Fussballverstand zu zweifeln. Vielleicht war er mal gut. Jetzt kassiert er und zieht weiter.
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