Bundesliga-Noten Wir sind die Müllers! Die Top-Elf des 25. Spieltags

Zwei Stuttgarter, zwei Hoffenheimer und zwei Münchner: In der SPON11 der Woche geht es deutlich ausgeglichener zu als in der Fußball-Bundesliga. Der Name Müller ist ebenfalls doppelt vertreten.

Thomas Müller (r.)
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Thomas Müller (r.)

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Es ist ein Plot wie aus einem mittelmäßig ambitionierten Jugendroman: Der Held der Geschichte hat einen Allerweltsnamen, nennen wir ihn Florian Müller. Er ist ein 20-jähriger Nachwuchstorwart. Am Freitag kommt der Trainer der ersten Mannschaft zu ihm und informiert ihn darüber, dass gleich beide Stammtorhüter ausfallen - und er deshalb am Samstagnachmittag sein Bundesliga-Debüt feiern wird. Bei einem direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt, für den es vielleicht schon die letzte Chance ist, in der Liga zu bleiben.

Jetzt schon zu dick aufgetragen? Es kommt noch besser: Dieser Konkurrent bekommt dann nach einer guten Stunde beim Stand von 0:0 einen Elfmeter zugesprochen, den Müller pariert und in Unterzahl auch in der Folge kein Gegentor mehr kassiert.

Florian Müller
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Florian Müller

"Flos Auftritt war überragend", sagte Mainz-Trainer Sandro Schwarz nach dem Remis beim HSV. Den Strafstoß von Filip Kostic pariert, in der Anfangsphase bereits stark gegen Sven Schipplock gerettet - auch der SPIX-Algorithmus war angetan von Müllers Einstand. Spieltagsbestwert auf seiner Position! Und damit beim Bundesliga-Debüt auch gleich der erste Sprung in die SPON11 der Woche.

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Ebenfalls zu null spielten die beiden notenbesten Innenverteidiger des 25. Bundesliga-Spieltags: Benjamin Hübner unterstützte die TSG Hoffenheim beim 2:0-Auswärtssieg in Augsburg obendrein mit der Vorlage zum ersten Treffer, seine acht geklärten Bälle waren zudem der vierthöchste Wert der Runde. Noch einmal vier Bälle mehr klärte im Duell mit Hannover 96 der Frankfurter Makoto Hasebe (dazu acht eroberte zweite Bälle, alle drei Tacklings erfolgreich). Auch er steht in der SPIX-Auswahl des Wochenendes. (Sie wollen wissen, wie der SPIX berechnet wird? Hier entlang).

Es war nicht der Spieltag der Außenverteidiger: Schon ein SPIX-Wert von 83 reichte für einen Platz in der SPON11. Davon profitierte in seinem 100. Bundesligaspiel für Hertha BSC Marvin Plattenhardt. Bei der knappen Niederlage auf Schalke halfen Plattenhardt besonders seine guten Statistiken in der Balleroberung: vier Tacklings, ausnahmslos alle gewonnen, dazu sechs eroberte zweite Bälle. Vor ihm steht im Ranking nur Stuttgarts Andreas Beck, der in Köln den dritten VfB-Treffer markierte.

Die Position vor der Abwehr schnappt sich in dieser Woche Leverkusens Julian Baumgartlinger. Ausschlaggebend dafür: Baumgartlingers überragende Passquote beim 2:1-Sieg in Wolfsburg. 96,4 Prozent seiner Zuspiele landeten bei Mitspielern.

Seine Lieblingsposition ist die Außenbahn nicht: Zumindest beim 4:0-Sieg in Freiburg ließ sich Thomas Müller das allerdings nicht anmerken. Vier Torschüsse legte er für seine Teamkollegen auf, dem Führungstreffer ging eine dieser unnachahmlichen Müller-Stocher-Situationen voraus, das letzte Tor des Spiels erzielte er selbst.

Mit seinem inzwischen 102. Tor für den FC Bayern hat Müller in der ewigen Torschützenliste mit Dieter Hoeneß gleichgezogen, nur drei Spieler trafen in der Bundesliga öfter für die Münchner. (Kleines Quiz in Sachen Fußball-Allgemeinwissen: Von welchen drei Spielern ist die Rede? Die Auflösung finden Sie am Textende.)

Mit demjüngsten Aufschwung des VfB Stuttgart ist nicht nur der Name des Trainers Tayfun Korkut verbunden: Auch Erik Thommy, der im Winter aus Augsburg kam, zeigte zuletzt beständig starke Auftritte. Drei Assists steuerte Thommy zum 3:2-Erfolg des VfB in Köln bei - auch wenn einer davon eher FC-Schlussmann Timo Horn gutgeschrieben werden sollte.

Auch seine schlechte Dribbling-Statistik - alle drei Eins-gegen-eins-Duelle verloren - konnte nicht verhindern, dass Thiago Alcántara einmal mehr in der SPON11 der Woche auftaucht. Ansonsten zeigte sich der Spielmacher des FC Bayern nämlich in Top-Form: drei Torschüsse aufgelegt, darunter das vorentscheidende 2:0 von Corentin Tolisso, dreimal selbst abgeschlossen.

Nach dem holprigen Start ins Kalenderjahr hat sich die TSG Hoffenheim inzwischen wieder stabilisiert. Nur eins der vergangenen fünf Spiele hat die Nagelsmann-Elf verloren. Ein Grund dafür: Andrej Kramaric, der in jeder dieser fünf Partien traf. In Augsburg durfte er zusätzlich sogar noch einen Assist feiern. Gemeinsam mit Aron Jóhannsson, der in Mönchengladbach zur Halbzeit beim Stand von 0:2 eingewechselt wurde und in der 79. Minute die Bremer Aufholjagd mit dem Treffer zum 2:2-Endstand krönte, komplettiert er die Auswahl.

Und das ist die SPON11 des 25. Spieltags, klickbar in fünf verschiedenen taktischen Formationen:

Auflösung: Die Rekordtorschützen des FC Bayern sind Gerd Müller (365 Tore), Karl-Heinz Rummenigge (162) und Roland Wohlfahrt (119). Hinter Dieter Hoeneß und Thomas Müller folgt auf Platz sechs übrigens schon Robert Lewandowski (97).

insgesamt 4 Beiträge
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tombuh 05.03.2018
1. Zieler
Es ist mir schon klar, dass dies immer sehr subjektiv gesehen wird, aber die Parade von zieler gegen kosiello war definitiv nicht nur ueberragend, sondern Weltklasse. Aber so hat wahrscheinlich jeder was zu meckern am Spiegel Algorithmus
tombuh 05.03.2018
2. Und BTW
Und den gehaltenen Elfmeter von Florian mueller auch nicht als top Parade sondern nur als schwierige zu bewerten, ist genau so unverständlich.
Mephisto Müller 05.03.2018
3. Tschauner
Hat zwar ein Gegentor bekommen aber war ansonsten überragend. 2 top Paraden und 4 schwierige und dennoch Platz 3?
sylkeheimlich 06.03.2018
4.
Man kann sich gar nicht oft genug bei Jupp Heynckes bedanken. Bevor er kam war unser Thomas nicht der, den wir kannten. Ich freue mich, dass der Thomas wieder zu alter Stärke gefunden hat, nachdem ihm ja einige bereits angeschrieben hatten. Er hat wieder eine ganz andere Körpersprache auf dem Platz und kämpft unermüdlich. Einfach super. Und Thiago ist ein Künstler am Ball. Ich hoffe, dass er fit bleibt, damit wir noch lang seine Kunst bewundern können.
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