Bundesliga-Noten Das ist die Top-Elf des 32. Spieltags

Überragend, eiskalt, topfit: In der SPON11 der Woche stehen Hoffenheims Hattrick-Held, Bayerns B-Bande und Stuttgarts stabiler Schlussmann. Und ein Mainzer Maurermeister.

Alexander Hack, Willi Orban
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Alexander Hack, Willi Orban

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Hoffenheims Nadiem Amiri nannte Andrej Kramaric nach dessen Auftritt gegen Hannover 96 einfach nur: "überragend, eiskalt und top". Klar, die beiden sind schließlich Teamkollegen, was soll Amiri auch anderes über den Angreifer sagen? Zum Glück muss sich der Fußballfan nicht ausschließlich auf die subjektiven Einschätzungen von Amiri verlassen.

Der SPIX-Algorithmus gewichtet an jedem Bundesligaspieltag die vielen Daten, die während der Partie erfasst werden, und fasst sie am Ende zu einer handlichen Zahl zwischen 0 und 100 zusammen. Im Falle von Kramaric: zu einer eindrucksvollen 99. Im Konstrukt "Torgefahr" erreichte er dank seiner drei Treffer sogar den Maximalwert von 100. Amiri lag also richtig - das war top.

Andrej Kramaric erzielt das 2:1 gegen Hannover
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Andrej Kramaric erzielt das 2:1 gegen Hannover

Zu den Leistungen der Bundesliga-Torhüter hat sich Amiri leider nicht geäußert, der SPIX sah aber im Kampf um diese Position in der SPON11 der Woche einen Zweikampf zwischen Stuttgarts Ron-Robert Zieler und Bremens Jiri Pavlenka. Beide fielen durch etliche starke Paraden auf. Weil der Stuttgarter beim VfB-Sieg in Leverkusen obendrein auch noch ohne Gegentor blieb, liegt er im Spieltagsranking vorn.

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Ohne Gegentor blieb auch der FSV Mainz 05 - dank Innenverteidiger Alexander Hack, der unter anderem in höchster Not gegen Timo Werner klärte und seinem Team entscheidend dabei half, den Vorsprung auf den Hamburger SV und Platz 17 konstant bei fünf Punkten zu halten. Hack hatte in der Partie gegen Leipzig acht klärende Aktionen, eroberte zudem sieben zweite Bälle. Auf zehn dieser wichtigen Balleroberungen kam sogar Leverkusens Panagiotis Retsos, der außerdem fünf seiner sechs Tacklings am Samstagabend gewann.

Das ist doch Wettbewerbsverzerrung! Dachten zumindest viele Konkurrenten beim Blick auf die Startelf des FC Bayern, der zwischen den beiden Champions-League-Duellen mit Madrid gegen Eintracht Frankfurt kräftig durchrotierte und mit gleich drei Nachwuchsdebütanten begann.

Weder das Endergebnis (4:1) noch die SPIX-Auswertung erhärten jedoch diesen Vorwurf. Im Gegenteil: Auf den Außenpositionen glänzten am 32. Spieltag Juan Bernat und Rafinha, der sich nach seinem Aussetzer gegen Real mit einem Assist und einem Treffer sehr stark präsentierte. Auch in den anderen Mannschaftsteilen waren die Münchner auffällig: Mit Mats Hummels und Lars Lukas Mai belegen zwei Münchner die Plätze drei und vier in der Innenverteidigung, in einem Drei-Stürmer-System stünde auch Sandro Wagner in der Elf des Spieltags. Doch dazu später mehr.

Vor der SPON11-Abwehr spielt in dieser Woche Gladbachs Denis Zakaria, der im Ringen mit den zehn Schalkern starke Defensivwerte hatte: alle fünf Tacklings gewonnen, acht zweite Bälle erobert, dazu noch zwei klärende Aktionen.

Die offensiven Außenpositionen besetzen ein Gewinner und ein Verlierer: Mike Frantz bereitete das 1:0 des SC Freiburg gegen den 1. FC Köln vor, sein Verein zog mit einem 3:2-Sieg am VfL Wolfsburg vorbei und steht zwei Runden vor Schluss wieder auf einem Nichtabstiegsplatz. Auf der anderen Seite Leon Bailey, dessen vier Torschüsse und vier Torschussvorlagen im Duell mit dem VfB Stuttgart nicht verhindern konnten, dass Leverkusen den Champions-League-Platz an Kramaric, Amiri und Co. verloren.

Auch die Zehnerposition besetzt ein Verlierer des Spieltags, ein Absteiger sogar. Kölns Leonardo Bittencourt traf in Freiburg doppelt, legte außerdem noch zwei Torschüsse für Mitspieler auf. Weder der Mainzer Neuling Ridle Baku noch Hamburgs nunmehr erfolgreichster Saisontorschütze Lewis Holtby (fünf Treffer) konnten Bittencourt auf seiner Position verdrängen. (Nadiem Amiri belegt übrigens Platz 17 in der individuellen positionsbezogenen Spieltagsabrechnung.)

Schließlich sind wir wieder bei Kramaric und seinem Dreierpack gegen Hannover. An seiner Seite wirbelt mit Nils Petersen der beste deutsche Torjäger in dieser Saison, dem gegen den FC bereits die Saisontore 14 und 15 gelangen. Drei Treffer mehr als Sandro Wagner, der allerdings etwa 400 Minuten weniger Einsatzzeit als Petersen hatte. Im Schnitt treffen beide etwa alle 140 Minuten. (In der Kategorie Tore pro Einsatzminuten führt übrigens unangefochten Hamburgs Nicolai Müller, der am ersten Spieltag nach wenigen Minuten traf, sich beim anschließenden Torjubel einen Kreuzbandriss zuzog und bis heute pausieren musste.)

Und das ist die SPON11 des 32. Spieltags, klickbar in fünf verschiedenen taktischen Formationen:

insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
malexe 30.04.2018
1. Tut mir leid
Aber wenn Pavlenka nach eurem System nicht im Tor steht, dann ist euer System falsch. Fakt.
neu-stuttgarter 30.04.2018
2.
Zitat von malexeAber wenn Pavlenka nach eurem System nicht im Tor steht, dann ist euer System falsch. Fakt.
Ich würde es etwas anders formulieren: Wenn Zieler nicht in der Spix-Elf gestanden hätte, wäre etwas falsch gewesen. Zieler hat kein Tor kassiert, einen Elfer gehalten und hatte dann noch mehr Paraden als Pavlenka. Also: Vereinsbrille abnehmen und durchatmen...
Oskaraus der Tonne 30.04.2018
3.
Zitat von malexeAber wenn Pavlenka nach eurem System nicht im Tor steht, dann ist euer System falsch. Fakt.
Zustimmung. Und ein Denis Zakaria hätte spästentens kurz nach der Halbzeit unter die Dusche gemusst, so oft, wie er den Gegner statt den Ball spielte. Schade, dass so etwas hier keinerleit Berücksichtigung findet.
DerSchiller 30.04.2018
4.
Zitat von neu-stuttgarterIch würde es etwas anders formulieren: Wenn Zieler nicht in der Spix-Elf gestanden hätte, wäre etwas falsch gewesen. Zieler hat kein Tor kassiert, einen Elfer gehalten und hatte dann noch mehr Paraden als Pavlenka. Also: Vereinsbrille abnehmen und durchatmen...
Der User hat aber leider einfach recht...das was Pavlenka da am Sonntag in Bremen gezeigt hat, war einfach absolute Weltklasse. Das Gegentor war für ihn in keinster Weise zu verhindern, er hat mehrfach sichere Dinger rausgeholt, egal ob aus der Distanz oder im 1gg1. Also vielleicht selber die Vereinsbrille runter, falls sie aufgesetzt ist ;-)
sylkeheimlich 30.04.2018
5. Eine Frage
War Juan Bernat tatsächlich auf seiner Position der beste? Für mich ist er immer einer der schlechtesten in unserem Team. Aber vielleicht erkenne ich ja seine Qualitäten einfach nur nicht.
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