Bundesliganoten Maximaler Philipp - die Top-Elf des Spieltags

Dortmund dominiert die Bundesliga. Mittendrin: Superstar Pierre-Emerick Aubameyang und Maximilian Philipp, der für einen Ausnahmewert gesorgt hat. Hier ist die Top-Elf des sechsten Spieltags.

Maximilian Philipp
imago/ Moritz Müller

Maximilian Philipp

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Auch wenn es das Auftaktprogramm der Bremer in sich hatte: Spätestens nach dem 0:0 gegen Freiburg darf man resümieren, dass Werder einen Fehlstart in die Saison hingelegt hat. Mal wieder.

Sportchef Frank Baumann sagte hinterher, was Sportchefs von Bundesligisten in Krisensituationen so sagen. Man müsse die Ruhe bewahren und weiter hart arbeiten, sagte Baumann, und lag damit richtig. Denn Bremen steht mit null Siegen und nur drei Treffern zwar mies da, wirkt aber selten chancenlos. Im Gegenteil, das zeigt auch der SPIX.

Gegen Freiburg hat dem Team von Trainer Alexander Nouri nicht viel zu einem Treffer gefehlt. Das Resultat: SC-Keeper Alexander Schwolow steht in der Elf des Tages. Dass Werder aber nicht zu Unrecht auf Rang 17 steht, zeigt der zweite Platz im Torhüterranking. Der geht nämlich an Bremens Jiri Pavlenka.

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Noch mal Bremen, noch ein Grund zur Hoffnung für Werder-Fans. Gegen Freiburg feierte Niklas Moisander sein Comeback. Der SPIX zeigt, wie wichtig der Finne für Bremen ist, defensiv und offensiv. Moisander erreichte am sechsten Spieltag den besten Wert aller Innenverteidiger in der Kategorie "Balleroberung".

Der Vergleich mit seinem Teamkollegen Milos Veljkovic und Robert Bauer zeigt zudem, dass der 31-Jährige der mit deutlichem Abstand beste Aufbauspieler beim SV Werder war. Moisanders Ruhe am Ball und seine mutigen Pässe sind für das Bremer Offensivspiel elementar.


Bei der U21-EM im Sommer spielte er sich in den Vordergrund, nun hat Jeremy Toljan auch erstmals bei seinem neuen Klub eine starke Partie geliefert. Der Neu-Dortmunder war beim 6:1 gegen Mönchengladbach sehr offensiv ausgerichtet und versuchte viele Pässe in den Strafraum zu bringen. Das klappte zwar nicht immer, resultierte aber in einem Assist und einer weiteren Torschussvorlage. Besser als Toljan waren nur Leipzigs Marcel Halstenberg und Bayerns Joshua Kimmich, der sich seit Wochen in Top-Form befindet.

Gegen Gladbach hat der BVB seine bislang wohl beste Saisonleistung gezeigt. Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass Julian Weigl nach langer Verletzung in genau dieser Partie sein Startelfcomeback feierte. Der 22-Jährige spielte wie zu besten Zeiten: Mit seinem Stellungsspiel prägte er alle Phasen der Partie, seine Pässe waren für die Dortmunder Offensive substanziell. Und nebenbei gelang ihm sein Premierentor in der Bundesliga.

Außerhalb Leverkusens dürfte der Name Leon Bailey nur Fußballkennern geläufig sein. Der 20 Jahre alte Offensivspieler war im vergangenen Winter aus Genk zu Bayer gekommen, ein Einsatz über 90 Minuten blieb ihm aber verwehrt - bis zum Sonntag. Da stand der Jamaikaner gegen den HSV in der Startelf und lieferte Trainer Heiko Herrlich keinen Grund zur Auswechslung. Nicht weil er besonders torgefährlich war; selbst in der belgischen Liga waren ihm bei 44 Einsätzen nur fünf Treffer gelungen. Dafür ist Bailey sehr gut darin, Chancen zu kreieren. Zwei Vorlagen steuerte er zum 3:0 gegen Hamburg bei.

Den Namen Kevin Volland kennt dagegen fast jeder Bundesliga-Fan, der 25-Jährige spielt seit Jahren in der ersten Liga, hat zehn Länderspiele absolviert. Volland galt einst als riesiges Talent, als kommender Star der Nationalelf, doch diese Erwartungen konnte er nicht erfüllen. Die vergangene Saison, seine erste in Leverkusen, verlief mit nur acht Scorerpunkten enttäuschend. Unter Bayers neuem Trainer Herrlich und dessen offensiver Ausrichtung scheint Volland nun aufzublühen. Vier Treffer nach sechs Spieltagen sind eine starke Bilanz, zwei davon gelangen ihm gegen den HSV. Macht Platz eins im Spieltagsranking der offensiven Mittelfeldspieler.

Die Top-Leistung des BVB gegen Gladbach wurde bereits angesprochen, wie gut Dortmunds Offensive aber tatsächlich war, darf gerne noch mal betont werden: Allein aus der Zone des Spielfelds, aus der statistisch gesehen besonders viele Treffer resultieren, verbuchte das Team sechs Abschlüsse. Und zwar zusätzlich zu den sechs erzielten Toren. Besonderen Anteil daran hatten Maximilian Philipp und Pierre-Emerick Aubameyang, die mit drei (Philipp) und vier (Aubameyang) direkten Torbeteiligungen herausragende Werte erreichten.

Dass Aubameyang ein Stürmer von Top-Format ist, wusste man angesichts von bis dahin 85 Treffern in 128 Bundesligaspielen schon vor dieser Saison. Dass sich Philipp nach seinem Wechsel aus Freiburg zum BVB aber so schnell etablieren würde, dürfte viele überrascht haben. Der 23-Jährige überzeugt durch Torgefahr (vier Tore in sechs Spielen), aber auch als Vorbereiter und Balleroberer. Das zeigt ein Blick auf Philipps Saisondaten:


Und das ist die SPON11 des sechsten Spieltags:

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insgesamt 2 Beiträge
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lektra 25.09.2017
1. Letztlich doch im Auge des Betrachters
Der Spix ist eine interessante Variante bei der "Zensurvergabe", aber der subjektive Anteil bei der Ermittlung objektiver Daten lässt sich nicht verleugnen. Die Gewichtung, was für die Leistung entscheidend ist, wird halt immer noch subjektiv vorgenommen. So lag Tobias Sippel wegen der vielen Gegentore durch den BVB am vorherigen Spieltag am Ende der Rangliste - Schuld hatte er an keinem der Tore und hat nach allgemeiner Einschätzung eine wirklich gute Leistung gebracht. Und es ist immer noch ein Mensch, der beurteilt, welche Parade top, schwierig, mittel oder einfach ist. Da ein annähernd objektiver Vergleich von Spielern aus verschiedenen Vereinen aus Fansicht kaum möglich ist, lohnt ein Vergleich der internen Wertungen innerhalb einer Mannschaft. Für den 1. FC Köln ist die Bewertung von Salih Özcan und Dominique Heintz interessant. Beide sind beim Spix im internen FC-Vergleich weit hinten zu finden, bei der Notenvergabe von Kölner Stadt-Anzeiger und Express haben die beiden mit jeweils einer 3 mannschaftsintern die besten Noten. Für den Kicker hatte Heintz mit einer 3 eine Topnote in der FC-Mannschaft, Özcan lag mit einer 3,5 knapp dahinter. Wenn man sich die Bewertung auf spox.de anschaut, wird es noch kurioser: Özcan hat hier mit einer 2,5 die Topnote in der Mannschaft, Heintz liegt mit einer 4 fast am Ende der Bewertung. Mir persönlich ist Özcan innerhalb der FC-Mannschaft positiv aufgefallen (vielleicht ist mir als Fan dann einfach zu sehr der eine tolle Pass in die Schnittstelle in Erinnerung, den Klünter leider auf dem falschen Fuß hatte und nicht verwerten konnte). Heintz fand ich ordentlich (also im internen Leistungsmittelfeld, besser als Sörensen, der bei Spix jedoch sehr viel besser wegkommt als Heintz). Wo jetzt die Wahrheit liegt? Immer noch im Auge des Betrachters.
derLordselbst 26.09.2017
2. Nicht falsch - aber oft irreführend
Zahlenspiele wie SPIX können sich der Wirklichkeit nur annähern. Das liegt in der Natur der Sache, da man sich auf messbare oder zählbare Kriterien konzentriert. So kann ein Torwart hinter einer desaströsen Abwehr nur seltenst brillieren - wenn er so herausragend hält, dass den Angreifern kein Tor gelingt. Das geht aber nur, wenn die Angreifer nicht alles richtig machen. Dortmund lies das Sippel keine Chance. Auch sieht ein Mittelstürmer automatisch schlecht aus, wenn er nie einen Ball bekommt. Trotzdem gibt der SPIX durchaus Hinweise auf besondere Leistungen - wenn man ihn nicht überbewertet oder als allein selig machend annimmt. Viel überzeugender als die in der ARD-Sportschau promoteten "Packing"-Werte, wo die Anzahl der überspielten Gegenspieler das einzige Kriterium ist - egal, ob ein Pass sinnfrei war oder für Torgefahr sorgte.
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