Bundesliga-Noten Das ist die Topelf des 13. Spieltags

Fünf Stuttgarter stehen in der Topelf des 13. Spieltags - doch nur einer spielt für den VfB. Auch zwei Chemnitzer haben es unter die besten Spieler geschafft. Die Elf wird dominiert von Spielern des FC Bayern München.

Leipzigs Stürmer Timo Werner
FILIP SINGER/EPA-EFE/REX

Leipzigs Stürmer Timo Werner

Von Tobias Escher


Die Topelf des 13. Spieltags spricht schwäbisch. Gleich fünf Spieler haben schon einmal das Trikot des VfB Stuttgart getragen, drei sind sogar in Stuttgart oder Umgebung aufgewachsen. Das Problem: Nur ein Spieler steht auch 2018 noch in Diensten des VfB.

Bereits in den Neunzigerjahren etablierte sich der VfB Stuttgart als Talentschmiede. Bis heute genießt die Nachwuchsabteilung des Klubs einen guten Ruf. Mit zehn Titeln ist der VfB deutscher Rekordmeister in der A-Jugend. Zuletzt gewann die B-Jugend 2013 den Meistertitel.

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Nicht immer gelang es den Verantwortlichen des Klubs aber, die großen Talente zu halten. Serge Gnabry wechselte noch aus der Jugend zum FC Arsenal. Joshua Kimmich machte ebenfalls kein Pflichtspiel für die Profi-Mannschaft, wurde stattdessen 2015 für etwa 8,5 Millionen Euro an Bayern München verkauft. Aus heutiger Sicht ein Schnäppchen. Personalien wie diese erklären, warum der VfB Stuttgart in den vergangenen Jahren schwächelte.

Im Tor verpasst ein Stuttgarter ganz knapp den Sprung unter die besten Spieler. Ron-Robert Zieler erreichte mit drei Top-Paraden einen SPIX von 97. Schalke-Keeper Ralf Fährmann hielt beim 1:1 seiner Schalker fünf Schüsse, er weist zudem einen starken Spielaufbau-Wert vor (91). Sein SPIX liegt damit etwas höher als jener von Zieler von 98. Fährmann, bereits seit 2005 auf Schalke aktiv, stammt übrigens aus Chemnitz.

Jordan Torunarigha (Spix: 97) hat zwei Gemeinsamkeiten mit Fährmann: Er wuchs ebenfalls in Chemnitz auf. Und er steht auch in der Topelf des 13. Spieltags. In Berlin war der Innenverteidiger in den vergangenen Wochen schmerzlich vermisst worden, er war verletzt. Sein Startelf-Comeback verlief triumphal: Beim 2:0-Erfolg in Hannover erzielte er den ersten Treffer selbst und bereitete den zweiten vor. Neben ihm verteidigt Münchens Niklas Süle (95), der übrigens in Frankfurt am Main aufwuchs.

Mittlerweile ergibt es fast mehr Sinn, Lukas Piszczek (98) zu erwähnen, wenn er mal nicht in der Topelf steht. Bereits zum dritten Mal in Folge gesellt sich der Rechtsverteidiger vom BVB unter die besten elf Spieler, es ist bereits seine vierte Nominierung in dieser Saison. Auch Herthas Valentino Lazaro ist Wiederholungstäter. Er stand schon am vierten Spieltag in der Topelf.

Bayern-Trainer Niko Kovac musste nach dem 3:3-Unentschieden gegen Fortuna Düsseldorf etwas ändern. Beim Spiel seiner Bayern gegen Werder Bremen stellte er auf ein 4-2-3-1-System um und zog Rechtsverteidiger Joshua Kimmich ins defensive Mittelfeld. Diesen Kniff hat sich Kovac bei Nationaltrainer Joachim Löw abgeschaut. Er zeigte Wirkung: Kimmich zeigte eine fabelhafte Leistung, agierte mit einem SPIX von 99 sogar auf einem Niveau mit Spix-Rekordspieler Thiago.

Jugendlich geht es auf den Flügeln zu: Münchens Nachwuchshoffnung Serge Gnabry (Spix: 99) steht zusammen in der Topelf mit Dortmunds Wunderknaben Jadon Sancho (97). Letzterer dürfte nach dem 2:0-Sieg seiner Borussia in den Albträumen der Freiburger auftauchen: Gleich neun Dribblings gelangen dem Engländer, was einen makellosen Dribbelstärke-SPIX von 100 ergibt. Seine Aktion in der Nachspielzeit, als er mit zwei Tricks des Typs "Marseille Roulette" vier Freiburger aussteigen ließ, dürfte gegen diverse Gesetze der Physik verstoßen haben.

Im offensiven Mittelfeld findet sich der einzige aktuelle Stuttgarter der Topelf. Anastasios Donis erzielte den einzigen Treffer beim Sieg über den FC Augsburg. Mit seinem für Topelf-Verhältnisse recht niedrigen Spix (84) profitiert er auch von der schwachen Konkurrenz. Die üblichen Topspieler Marco Reus (73), Kai Havertz (73) und Kevin Kampl (54) gönnten sich an diesem Spieltag eine Auszeit.

Die besten Stürmer des Spieltags haben vor nicht allzu langer Zeit noch Seite an Seite gekickt. Timo Werner (zwei Tore gegen Mönchengladbach) und Daniel Ginzeck (ein Treffer, ein Assist gegen Frankfurt) konnten ihr Talent in Stuttgart jedoch nur selten auf den Platz bringen. Der VfB verkaufte das Sturm-Duo. Werner entwickelte sich in Leipzig zum Leistungsträger und zum Stammspieler in der Nationalmannschaft, Ginczek blüht beim VfL Wolfsburg neben Sturm-Partner Wout Weghorst auf. Ein Happy End also für alle - außer für den VfB.



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