Bundesliga-Noten Das ist die Top-Elf des zweiten Spieltags

Die Bayern dominieren die Liga schon nach zwei Spieltagen. Der BVB verschwindet nicht nur von der Tabellenspitze, sondern auch aus der SPON11. Aber es gibt ja noch Hertha, Werder und Hoffenheim.

Jubelnde Bayern-Spieler
REUTERS

Jubelnde Bayern-Spieler

Von


Zwei Spieltage hat es also gedauert: Der FC Bayern hat die Tabellenführung übernommen. Vor einer Woche hatte der Rekordmeister beim 3:1-Erfolg zum Auftakt gegen Hoffenheim durchaus noch Probleme offenbart, gegen den VfB Stuttgart zeigte das Team von Niko Kovac nun aber seine Klasse - in allen Mannschaftsteilen. Die Viererkette stand extrem sicher, ließ über die gesamte Spielzeit nur vier Torschüsse zu, die Offensive zauberte, angetrieben durch Matchwinner Leon Goretzka.

In dieser Form ist der FC Bayern in der Bundesliga kaum zu schlagen. Gleichzeitig profitieren die Münchner davon, dass Borussia Dortmund schon am zweiten Spieltag Punkte liegen gelassen hat. Die Verhältnisse zeigen sich auch in der SPON11 der Woche. Die Münchner stellen hier gleich sieben Spieler, Vertreter des BVB sind nicht dabei.

Aber es gibt ja auch Bayern-Verfolger, die tatsächlich noch punktgleich mit dem Spitzenreiter sind. Beide dürften überraschen: Es sind Wolfsburg und Hertha. Ein VfL-Spieler hat es trotz des zweiten Sieges nicht in die SPON11 geschafft, ein Berliner Profi ist aber dabei: Rune Jarstein ist der einzige Keeper, der in den bisherigen zwei Bundesligaspielen auf dem Platz stand und noch kein Tor kassierte. Am ersten Spieltag hatte er sich noch Frederik Rønnow geschlagen geben müssen, nun war kein Torwart besser als Jarstein, der beim Sieg gegen Schalke unter anderem mit drei Paraden der schwersten Kategorie glänzte. Übrigens: Rønnows Ablösung Kevin Trapp, den Eintracht Frankfurt erst am letzten Tag des Transferfensters aus Paris ausgeliehen hat, schaffte es im Ranking nur auf Platz 14.

Aber schon die Außenverteidigung wird dann vom FC Bayern dominiert. Zu 70 Prozent gingen die Münchner Angriffe über die Flügel, zu fast gleichen Teilen über links und rechts. David Alaba (über links) und Joshua Kimmich (über rechts) standen hoch und trieben das Offensivspiel ihrer Mannschaft an: Der Österreicher schlug sieben Flanken (alle aus dem Spiel), der Deutsche zehn (vier durch Standards). Beide sorgten aber auch selbst für Abschlüsse und damit für direkte Gefahr: Alaba schoss dreimal aufs Tor, Kimmich zweimal. Defensiv standen sie zudem sicher.

Wie hat mein Lieblingsspieler abgeschnitten? Klicken oder wischen Sie sich durch das Ranking.

Es fehlt nicht viel zu einer reinen Bayern-Viererkette in der SPON11. Die wenigen Torschüsse des VfB verhelfen auch Mats Hummels und Jérôme Boateng zu sehr guten Werten. Auch im Spielaufbau überzeugten die Verteidiger, mit leichten Vorteilen für Hummels. Ein Bremer durchbricht die Münchner Reihe: Niklas Moisander erzielte in der Innenverteidigung den besten Wert. Er war bei Werders Last-Minute-Sieg gegen Frankfurt der Mann mit den meisten Ballaktionen (107), erreichte zudem eine sehr gute Zweikampfquote (62,5 Prozent). Moisander hatte aber auch großen Anteil an der Offensive: Er spielte die meisten Bremer Pässe in die gegnerische Hälfte (46; 89,1 Prozent angekommen).

Goretzka darf zwar als Bayerns Matchwinner gegen den VfB gesehen werden (sechs Torschüsse, ein Tor, eine Vorlage), im defensiven Mittelfeld erreichte sein Mitspieler Thiago aber noch bessere Werte. Der Spanier übernahm den noch defensiveren Part und war Absicherung und Taktgeber zugleich. Thiago hatte die meisten Ballkontakte (122), spielte die meisten Pässe (107) und hatte von allen Startelfspielern der Münchner die beste Passquote (96,3 Prozent). Er erlangte aber auch gleich zwölfmal den Ballbesitz, schränkte damit die Stuttgarter Offensive ein und ermöglichte Umschaltsituationen.

Der nächste Bayernspieler in der SPON11 zeigt, dass es gar nicht viele eigene Abschlüsse braucht, um zu den besten Offensiven des Spieltags zu gehören. Arjen Robben schoss gar nicht aufs Tor und verlegte sich auf andere Stärken: Er bereitete die Chancen seiner Mitspieler vor (drei Torschussvorlagen, zwei davon in der gefährlichsten Zone), arbeitete außerdem gut defensiv. Dass er Teil der überragenden Mannschaft des Wochenendes war, treibt seinen Wert zudem ebenfalls nach oben. Franck Ribéry hingegen fällt im Vergleich zu Robben deutlich ab - auch, weil er im Dribbling, bei seiner Passquote sowie defensiv schwächer war. Stattdessen schiebt sich Andrej Kramaric in die SPON11. Er schoss viermal aufs Tor, obwohl er erst kurz vor der Pause eingewechselt worden war, sorgte zudem mit dem 3:1 in der Nachspielzeit für die Entscheidung gegen Freiburg.

Neben Kimmich und Robben gibt es einen dritten Spieler, der seinen Platz in der SPON11 im Vergleich zur Vorwoche verteidigt hat: Thomas Müller. Er hatte zwar die schlechteste Passquote der Spieler seines Teams (75 Prozent), die gleich zu Beginn aufgelaufen waren, und auch nicht sonderlich viele Ballaktionen (49), aber Müller war wieder mal extrem effektiv. Er schoss zweimal aufs Tor und legte drei Abschlüsse auf - und das reichte, um wie schon gegen Hoffenheim als Torschütze und auch als Vorlagengeber aufzufallen. Seine Bilanz der ersten beiden Spieltage: zwei Treffer, zwei Assists. Das ist überragend.

Im Sturm dürfte spätestens jetzt klar sein, dass das Gerede um einen möglicherweise schwächeren Robert Lewandowski nicht mehr als genau das war: Gerede. Bei seinem Treffer zum 2:0 gegen Stuttgart demonstrierte der Pole seine technische Klasse genauso wie seine Stärke mit beiden Füßen. Hinzu kommen vier Torschussvorlagen, darunter ein feines Hackenzuspiel vor Müllers 3:0. An der Spitze der Torschützenliste steht aber ein anderer: Ádám Szalai ist bisher wohl die Überraschung der noch jungen Saison. Viel wurde in Hoffenheim erwartet von Vizeweltmeister Kramaric oder dem vielversprechenden Zugang Joelinton. Im Moment ist es vor allem Szalai, der im TSG-Sturm überzeugt. Gegen Freiburg gab er überragende acht Torschüsse ab, erzielte seine Saisontreffer drei und vier - und war damit der beste Angreifer des Wochenendes.

Und das ist die SPON11 des zweiten Spieltags, klickbar in fünf verschiedenen taktischen Formationen:

Sie wollen wissen, wie wir gerechnet haben? Wie die SPON-Bundesliganoten entstehen? Und warum wir bewusst keine Schulnoten vergeben? Hier finden Sie alle Infos zum SPIX.

insgesamt 10 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
windexx 03.09.2018
1. Langweilig
Die Bundesliga hat einen absoluten Tiefpunkt erreicht. Bayern steht schon vor Saisonbeginn als Meister fest, ist aber zu schwach, um in der Champions League oben mitzumischen. Da gucke ich lieber Zweite Liga, wo der HSV endlich mal wieder serienmaessig gewinnt, und freue mich auf's Hamburg Derby mit St. Pauli am 30. September.
trader_07 03.09.2018
2.
Zitat von windexxDie Bundesliga hat einen absoluten Tiefpunkt erreicht. Bayern steht schon vor Saisonbeginn als Meister fest, ist aber zu schwach, um in der Champions League oben mitzumischen. Da gucke ich lieber Zweite Liga, wo der HSV endlich mal wieder serienmaessig gewinnt, und freue mich auf's Hamburg Derby mit St. Pauli am 30. September.
Ich nicht. Meine Zeit ist mir zu schade, um mir Not gegen Elend anzuschauen.
treime 03.09.2018
3. @ 1+2
Warum dann hier kommentieren? Typisch Deutsch Frust proklamieren? Not gegen Elend? Das Spiel Leipzig vs Düsseldorf hätte man sich anschauen können. Ein Aufsteiger erspielt sich qualitativ und quantitativ mehr Top-Chancen, als Leipzig mit gefühlt 70% Ballbesitz... Da war sogar Didi Hamann begeistert.
trader_07 03.09.2018
4.
Zitat von treimeWarum dann hier kommentieren? Typisch Deutsch Frust proklamieren? Not gegen Elend? Das Spiel Leipzig vs Düsseldorf hätte man sich anschauen können. Ein Aufsteiger erspielt sich qualitativ und quantitativ mehr Top-Chancen, als Leipzig mit gefühlt 70% Ballbesitz... Da war sogar Didi Hamann begeistert.
Schätzelchen, ich habe (!) die zweite Halbzeit RBL gegen Fortuna gesehen. Ist übrigens erste Liga. Haben Sie mein Posting überhaupt verstanden?
forky 03.09.2018
5. Spix
SPIX hat Probleme die Aufstellungen zu lesen. Oder haben Witsel, Dahoud und Delaney alle im offensiven Mittelfeld gespielt?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.