Bundesliga-Noten Das ist die Top-Elf des ersten Spieltags

Ein Schuss, ein Treffer und eine Torvorlage: Thomas Müller ist mit einer starken Leistung in die neue Saison gestartet. Außerdem in der SPON11: ein Dortmunder, zwei Bremer und nur ein einziger Sommerzugang.

Thomas Müller
Getty Images

Thomas Müller

Von


Die Bayern gewinnen, der Videobeweis sorgt für Diskussionen, Gladbach feiert zum Saisonauftakt einen Derbysieg - in einem ersten Impuls möchte man nach dem ersten Spieltag der neuen Bundesligasaison sagen: Alles wie immer, alles wie erwartet. Oder?

Nicht ganz. Ein Dortmunder Kantersieg gegen RB Leipzig, eine Pleite von Vizemeister Schalke in Wolfsburg und ein Eintracht Frankfurt, das nach bitteren Niederlagen in Supercup und DFB-Pokal am ersten Spieltag doch souverän gewinnt - all das war vor dem Saisonstart nicht abzusehen. Und auch in der SPON11 der Woche finden sich einige Kandidaten, die nicht jeder dort erwartet hätte. Was auffällt: Nicht ein einziger Spieler aus der SPON11 der Vorsaison hat es in die Mannschaft des ersten Spieltags geschafft.

Schon die Torwartposition überrascht. Nach der 0:5-Niederlage im Supercup gegen die Bayern gab es erste Kritik am neuen Frankfurter Keeper Frederik Rønnow. Bei mindestens einem Gegentor hatte der Nachfolger von Lukas Hradecky zumindest unglücklich ausgesehen. Am ersten Bundesligaspieltag aber war Rønnow einer von nur vier Keepern, die ohne Gegentor blieben. Mit sechs Paraden, zwei davon in der schwersten Kategorie, hatte auch der Däne großen Anteil am Auftaktsieg der Eintracht in Freiburg. Selbst Herthas Rune Jarstein, der einen Elfmeter parierte, kam nicht auf einen besseren Wert.

Wie hat mein Lieblingsspieler abgeschnitten? Klicken oder wischen Sie sich durch das Ranking.

Gleich am ersten Spieltag wurde Matthias Ginter seiner Rolle als Gladbacher Abwehrchef wieder gerecht. Der deutsche Nationalspieler überzeugte gegen Leverkusen durch eine starke Zweikampfquote (72,2 Prozent gewonnen), zudem klärte er sieben Bälle (Bestwert seines Teams). Von den Spielern aus der Gladbacher Startelf hatte er außerdem die beste Passquote (96,2 Prozent). Neben ihm steht Martin Hinteregger in der SPON11. Auch der Augsburger zeigte ein gutes Passspiel (86,7 Prozent angekommen). Zwar gewann Hinteregger weniger als die Hälfte seiner Zweikämpfe (44,4 Prozent), dafür trug er aber mit einem Kopfballtor entscheidend zum Sieg des FCA in Düsseldorf bei. Damit verdrängte er auch Weltmeister Benjamin Pavard auf Platz vier.

Mit einer Größe von 1,81 Metern erwartet man bei Theodor Gebre Selassie nicht gerade Kopfballstärke als wichtigstes Attribut. Aber das Kopfballspiel war es, das dem Außenverteidiger einen Platz in der SPON11 bescherte. Von acht Luftzweikämpfen gewann Gebre Selassie sechs. Per Kopf erzielte er dann kurz vor Schluss auch noch den Ausgleich. Zweitbester Außenverteidiger war Joshua Kimmich, der damit als einer von drei Bayern-Spielern in der SPON11 steht. Der 23-Jährige hatte mit Abstand die meisten Ballaktionen in der Partie (106), spielte die meisten Flanken (sechs) und gewann viele Zweikämpfe (62,5 Prozent).

Ignacio Camacho geht bereits in seine zweite Bundesligasaison, aber so richtig startet seine Karriere in Wolfsburg wohl erst jetzt. Den größten Teil der vergangenen Spielzeit verpasste der Spanier verletzungsbedingt. Beim Sieg des VfL gegen Schalke zeigte Camacho, wie wichtig er im defensiven Mittelfeld für das Team sein kann. Besonders als Absicherung und Abräumer funktionierte der 28-Jährige gut. Camacho führte 18 Zweikämpfe und gewann davon die Mehrzahl (61,1 Prozent). Zwar musste er sich auch mit fünf Fouls helfen, aber das bleibt bei vielen intensiven Duellen auf dieser Position nicht aus. Camacho setzte sich knapp gegen BVB-Zugang Axel Witsel durch - trotz dessen spektakulären Treffers per Seitfallzieher.

Es war die wohl bitterste Geschichte des ersten Spieltags: Kingsley Coman, gerade von einer langen Pause zurückgekehrt, verletzte sich im Eröffnungsspiel gegen Hoffenheim erneut. Zuvor hatte er sehr stark gespielt, im Ranking der Außenbahnspieler schafft er es damit auf Platz drei. Gut für die Bayern, dass immerhin Arjen Robben für Coman ins Spiel kam. Er gab drei Torschüsse ab und steuerte einen Treffer zum Bayern-Sieg bei. Noch besser war nur André Hahn. Es gibt Spieler, die nur bei bestimmten Vereinen so richtig gut funktionieren. Hahn könnte dazugehören: Vor fünf Jahren erlebte er die beste Bundesligasaison seiner Karriere in Augsburg. Jetzt ist er zurück und erzielte für den FCA gleich im ersten Ligaspiel gegen Düsseldorf den Siegtreffer. Insgesamt gab er vier Schüsse ab, drei davon gingen aufs Tor, beides sind Bestwerte des Spiels.

In den vergangenen zwei Saisons glänzte Thomas Müller vor allem als Vorlagengeber. Diese Qualität hat er sich über den Sommer bewahrt. Gegen Hoffenheim bereitete er den entscheidenden Treffer zum 3:1 vor. Dass Müller aber in den vergangenen Jahren selbst nur 13 Bundesligatore erzielt hatte, war für viele bereits Grund genug, dem Münchner seine Torjägerqualitäten plötzlich abzusprechen. Im ersten Spiel der neuen Saison lieferte Müller auf der Zehnerposition beste Gegenargumente. Müller gab einen Schuss ab und erzielte ein Tor. Ein zweiter Treffer wurde ihm zwar wegen Handspiels aberkannt - aber trotzdem: Es müllert wieder.

Erst der Siegtreffer im DFB-Pokal, jetzt ein Freistoß vor einem Leipziger Eigentor und der 100. Bundesligatreffer - der Saisonstart für Marco Reus lief perfekt. Der Angreifer hatte zwar die zweitwenigsten Ballaktionen der Dortmunder Startelf. Aber wenn Reus am Ball war, dann wurde es häufig gefährlich. Nicht nur wegen seiner Rolle bei zwei Treffern, sondern auch, weil er drei Torschussvorlagen gab. Genauso viele Abschlüsse bereitete auch der Bremer Milot Rashica vor - und das, obwohl er erst in der zweiten Hälfte für den angeschlagenen Max Kruse eingewechselt wurde. Dann aber bereitete er auch den Ausgleich durch Gebre Selassie vor. Zudem gab er selbst zwei Torschüsse ab und schafft es so zusammen mit Reus in den Angriff der SPON11.

Und das ist die SPON11 des 34. Spieltags, klickbar in fünf verschiedenen taktischen Formationen:

insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
macfan 27.08.2018
1. Paraden
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Top-Parade und einer schwierigen Parade? Ich wundere mich über den niedrigen SPIX-Wert von Roman Bürki, der keine Top-Parade hatte. Dabei hatte er aus meiner Sicht mindestens drei Top-Paraden. Auch SPON selbst schreibt "Mit gleich mehreren Glanzparaden sicherte er der Borussia den Auftaktsieg." Wenn diese Glanzparaden nicht Top sind, was dann? Unverständlich!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.