Hamburg - In Nürnberg lässt es sich aushalten, keine Frage. Doch wer im Profifußball dauerhaft international spielen will, sollte sich einen anderen Club suchen. So erscheint der Abgang von Trainer Dieter Hecking zum finanzstarken VfL Wolfsburg durchaus nachvollziehbar. Nicht aber für Martin Bader, Nürnbergs Sport-Vorstand: "Ich kann keine Beweggründe nachvollziehen, wenn man vom 1. FC Nürnberg weggeht."
Am 22. Dezember 2009 hatte der Bundesligist Hecking als Nachfolger von Michael Oenning verpflichtet. Genau drei Jahre später verlässt der Fußballlehrer den Club wieder - und hinterlässt frustrierte Kollegen. "Ich bin enttäuscht, dass er nicht dafür zu gewinnen war, zumindest bis zum Saisonende beim Club zu bleiben", so Bader.
Er hatte in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Hecking erstaunliche Erfolge gefeiert. So wurde der Club, im Bundesliga-Vergleich mit eher unterdurchschnittlichen finanziellen Mitteln ausgestattet, in der Saison 2010/2011 überraschend Sechster. In der vergangenen Spielzeit belegte das Team einen starken zehnten Rang. Und auch in diesem Jahr ist das Team auf Kurs Klassenerhalt.
Dabei schafften es Hecking und Bader stets, ein schlagkräftiges Team zusammenzustellen - obwohl immer wieder Leistungsträger verkauft werden mussten. So verließen den Club in den vergangenen Jahren unter anderem Philipp Wollscheid (7 Millionen Euro Ablöse), Ilkay Gündogan (5,5) und Dennis Diekmeier (2,2). Zudem konnten Leihspieler wie Julian Schieber oder Mehmet Ekici nicht gehalten werden.
Nun muss Nürnberg möglichst rasch einen Nachfolger für Hecking finden. "Wir werden uns über die Weihnachtstage in Ruhe Gedanken machen", sagte Bader. Ziel müsse es sein, den neuen Trainer rechtzeitig zum Trainingsauftakt nach der Winterpause am 3. Januar präsentieren zu können. "Natürlich wollen wir mit einem neuen Trainer in die Vorbereitung gehen." Als ein Kandidat gilt der derzeitige U23-Trainer Michael Wiesinger.
leh/dpa/sid
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