Bundesliga: Pfiffe in München, Jubel in Stuttgart

Bayern München kommt im Jahr 2007 nicht in Tritt. Auch gegen Bochum reichte es nicht zum Sieg. Der Rekordmeister musste sogar den VfB Stuttgart in der Tabelle vorbeiziehen lassen. Wolfsburg und Frankfurt trennten sich remis. Gladbach holte einen Punkt gegen Nürnberg.

Hamburg - Felix Magath hatte vor der Partie gegen den VfL Bochum klar gemacht, worum es für seine Mannschaft geht. Gewinnt der Rekordmeister nicht, ist das Rennen um den Titel gelaufen. Nach 90 Minuten hieß es in der Allianz-Arena 0:0 - den Münchnern bleibt nun wohl nur noch die Hoffnung, dass sowohl Bremen als auch Schalke morgen patzen. Gefährlichster Mann bei den Münchnern war in den ersten 45 Minuten noch Mark van Bommel. Der Rekordmeister tat sich schwer gegen Bochum, das sich keineswegs nur auf die Defensive konzentrierte. In der zweiten Halbzeit versuchte es Coach Magath dann mit Lukas Podolski im Sturm für den schwachen Pizarro. Aber auch der Nationalspieler blieb weitgehend ungefährlich. "Der Ball wollte nicht rein. Zwei Punkte verloren, Scheiße", fasste sein Sturmpartner Makaay zusammen. Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge war sichtlich geschockt: "Ich sage jetzt nichts. Da muss ich erst eine Nacht drüber schlafen." Bochums Coach Marcel Koller war trotz des Punktgewinns nicht zufrieden: "Wir haben uns nicht nur versteckt, sondern hatten auch Möglichkeiten. Dies spiegelt aber die ganze Spielzeit wider: Wir machen zu wenig Tore."

Stuttgart wirkte trotz der frühen Führung gegen Bielefeld durch Mario Gomez (9.), der mit einem Kopfball erfolgreich war, noch verunsichert von der 1:4-Niederlage gegen Nürnberg vom vergangenen Wochenende. In der 26. Minute traf Christian Eigler nach einem Solo zum 1:1, Bielefeld agierte danach clever und ließ den Schwaben wenig Raum. Der VfB erwischte allerdings den besseren Start in den zweiten Durchgang. Cacau köpfte nach einem Freistoß das 2:1 (52.), Gomez erhöhte sieben Minuten später auf 3:1, nachdem er kurz zuvor eine gute Chance vergeben hatte. Abdelaziz Ahanfouf verkürzte drei Minuten vor Ende per Strafstoß zum 2:3-Endstand. Marcio Borges sah noch die Rote Karte nach einer Notbremse am eingewechselten Benjamin Lauth in der Nachspielzeit.

Diego Fernando Klimowicz (8.) brachte den VfL Wolfsburg gegen Frankfurt in Führung. Der Stürmer kam aus elf Metern freistehend zum Schuss und ließ sich die Möglichkeit nicht entgehen. Bis zur Pause tat sich dann nicht mehr viel. Wolfsburg schien mit dem Ergebnis zufrieden, Frankfurt besaß nicht die Mittel, Druck auf den Gastgeber auszuüben. Nach dem Wechsel dann ein anderes Bild. Frankfurt kombinierte und drehte die Partie binnen vier Minuten. Erst bediente Alexander Meier seinen Kollegen Michael Thurk (63.), dann war der Stürmer selbst aus kurzer Distanz (67.) erfolgreich. Die Freude darüber währte nicht lange, Nationalstürmer Mike Hanke rettete den Gastgebern mit dem 2:2 noch einen Punkt.

Torlos endete die Partie zwischen Gladbach und Nürnberg. 33.116 Zuschauer, die Minus-Kulisse im Borussiapark in der laufenden Saison, sahen von beiden Teams eine schwache erste Halbzeit. Allerdings wurde Nürnbergs Iwan Saenko in der 14. Minuten ein reguläres Tor aberkannt. Schiedsrichter Babak Rafati hatte auf Abseits entschieden. In der 40. Minute verfehlte Nationalspieler Marcell Jansen mit einem Fallrückzieher knapp das Nürnberger Gehäuse. Nach dem Seitenwechsel ging Gladbach engagierter zu Werke. Nach einem Doppelpass mit Jansen blockte Nürnbergs Andreas Wolf den Schuss von Compper in letzter Sekunde ab. Gladbachs Spielmacher Federico Insua hatte die größte Möglichkeit in der 60. Minute, doch sein Kopfball strich knapp am langen Pfosten vorbei, elf Minuten später verpasste Kahé.

"Wir sind enttäuscht, weil wir gewinnen wollten. Der Punkt ist zwar zu wenig, aber wenn wir immer so spielen, holen wir auch wieder Siege. Die Mannschaft hat engagiert gespielt, war taktisch geschickt klug und hat keine Nürnberger Chance zugelassen. In unserer Situation aber fehlt manchmal vor dem Tor nur die Ruhe, und die Aktionen sind zu übereilt", resümierte Heynckes und erhielt teilweise Bestätigung von seinem FCN-Kollegen Hans Meyer: "Gladbach war einen Tick schärfer als wir und hat mehr investiert."

mt/sid

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