TV-Gelder, DFB-Pokal Bundesliga erwägt offenbar gravierende Reformen

Erstliga-Vereine sollen gestärkt werden - auf Kosten der 2. Liga: Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, will sich der deutsche Profifußball neu aufstellen. Mit Folgen für die Geldverteilung unter den Klubs.

Olympiastadion Berlin: Erstligisten sollen gestärkt werden
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Olympiastadion Berlin: Erstligisten sollen gestärkt werden


Die Deutsche Fußball Liga erwägt nach Informationen der "Bild"-Zeitung tiefgreifende Reformen. Vor allem die Verteilung der Fernsehgelder, derDFB-Pokal-Wettbewerb und die Strukturen des Deutschen Fußball-Bundes sollen neu organisiert werden.

Ziel der diskutierten Maßnahmen sollen eine finanzielle Stärkung besonders der Erstligisten sowie eine Entlastung von Europacup-Startern und eine Professionalisierung des DFB sein.

Wie die Zeitung berichtet, soll allen Profivereinen ein 16-seitiges Papier mit dem Titel "Zukünftige strategische Ausrichtung der Bundesliga" vorliegen. Darin wird mit Blick auf einen neuen TV-Vertrag, der in den nächsten Monaten neu abgeschlossen werden soll, unter anderem eine Neuverteilung der Fernsehgelder diskutiert.

Profitieren würden davon vor allem die Bundesligisten, die Vereine der 2. Liga würden demnach weniger Geld bekommen als bisher. Das Ziel: Die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Bundesliga im internationalen Vergleich.

Auch der DFB-Pokal könnte reformiert werden. Das Dokument enthält zwei Reformvorschläge, wobei beide Varianten eine Aufstockung der Teilnehmerzahl vorsehen - entweder auf 100 oder auf 76 Klubs. Dabei würden die bestplatzierten Bundesligisten jeweils erst in späteren Runden in den Wettbewerb einsteigen.

"Unverbindlicher Gedankenaustausch"

Der Ligaverband bezeichnete die Dokumente in einer Stellungnahme als "unverbindlichen Gedankenaustausch". Offizielle Vorschläge des Ligaverbandes oder der DFL oder sogar Entscheidungen seien nicht Ziel des Austauschs gewesen, hieß es darin weiter.

"Dieses Papier ist lediglich Ergebnis eines Meinungsaustausches von 16 Bundesligisten", sagte Peter Peters, Vorstandsmitglied beim FC Schalke 04 und Vizepräsident des Ligaverbandes, der "Bild" und betonte: "Grundsätzlich machen wir uns immer Gedanken, wie wir mit Blick auf die anderen internationalen Top-Ligen wettbewerbsfähig bleiben können".

In der Frage nach der künftigen DFB-Organisation sprachen sich die Vereine bei ihrer Versammlung für eine Ausgliederung der wirtschaftlichen Bereiche des Verbandsbetriebes in eine DFB GmbH aus. Die Führungsstruktur soll einem Wirtschaftsunternehmen entsprechend aus einem hauptamtlichen Geschäftsführer sowie Direktoren für einzelne Bereiche und einem Aufsichtsrat bestehen.

mon/dpa/sid



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insgesamt 83 Beiträge
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Seite 1
Boesor 12.02.2016
1.
Details zur Verteilung der Fernsehgelder wären interessant. Stärkung der int. Wettbewerbsfähigkeit klingt schon mal unheilvoll.
swandue 12.02.2016
2.
Das werden gewiss viele Millionen Euro sein, die man den Zweitligisten weniger geben kann, um den finanziellen Rückstand der Bundesliga auf die Premier League drastisch zu verkürzen.
Thorkh@n 12.02.2016
3. Es sollen die ...
... reichen Clubs noch reicher werden, um diese Gelder dann irgendwo mit Fabelsummen für halbgare Spieler zu verschwenden. Derweil spielen die restlichen Ligen mit aufgewärmtem Milchreis. Das geht nicht gut!
countrushmore 12.02.2016
4.
Diese 16 Bundesligisten wollen also ihren finanziellen Vorsprung auf die Zweitligisten vergrößern. Aha.
Spiegelvorschlag 12.02.2016
5. Unglaublich...
...anstatt die unteren liegen (3.Liga, 2.Liga) zu stärken, werden die die es sowieso haben, noch weiter zementiert. Die Bundesliga ist jetzt schon stink langweilig. Immer nur noch die gleichen Vereine und dann noch die ganzen Werks Clubs die es sowieso haben. Traditionsvereine gehen baden. Sorry aber ich schau nur noch ab und zu mal rein. Die DFL merkt gar nicht das sich immer mehr abwenden von der ach so tollen Bulli.
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