Bundesliga-Relegation Fortuna will Elfmeterpunkt-Dieb bestrafen

Dieses Souvenir könnte für den Fan von Fortuna Düsseldorf noch ein Nachspiel haben. Weil er während der Relegationspartie gegen Hertha BSC einen Elfmeterpunkt ausgegraben hat, erwägt der Club nun Sanktionen gegen den Rasen-Dieb. Dabei wollte die Fortuna dem Mann zunächst noch helfen.

Elfmeterpunkt-Dieb im Düsseldorfer Stadion: Muss mitSanktionen rechnen
DPA

Elfmeterpunkt-Dieb im Düsseldorfer Stadion: Muss mitSanktionen rechnen


Hamburg - Bundesligist Fortuna Düsseldorf plant Sanktionen gegenüber dem Zuschauer, der im chaotischen Relegationsrückspiel gegen Hertha BSC einen Elfmeterpunkt im Düsseldorfer Stadion geklaut hatte. "Zuerst dachten wir: Der arme Kerl, wie können wir ihn einbeziehen. Aber dann hat er sich drei, vier Wochen später in allen Medien feiern lassen", sagte Fortuna-Finanzvorstand Paul Jäger bei der Mitgliederversammlung des Aufsteigers am Montagabend.

Der Fortuna-Fan war am 15. Mai kurz vor Ende der Begegnung mit vielen anderen Zuschauern auf den Rasen gelaufen und hatte mit seinen Händen den Elfmeterpunkt ausgegraben. "Es ist der Traum von jedem Fan, ein Stück Aufstiegsrasen mitzunehmen. Und der Elfmeterpunkt ist der königlichste Punkt des Rasens", hatte der Anhänger anschließend seine Souvenirjagd begründet. Weil er sich mit seiner Tat brüstete, sagte Jäger: "Es hat uns gereicht. Wir haben ihn auf 50.000 Euro verklagt."

Am Dienstagnachmittag relativierte Fortuna-Sprecher Tom Koster die Aussagen Jägers alledings: Der Verein wolle nicht juristisch gegen den Mann vorgehen. "Es geht nicht darum, ihn mit einer Schadenersatzklage finanziell zu ruinieren", sagte Koster. Aber der Dieb solle mit einer Sanktion zur der Einsicht gebracht werden, "dass sowas nicht geht. Und zwar auf eher erzieherische Weise als per Anwalt".

Kurz vor Ende der Partie zwischen Düsseldorf und Berlin war es zu chaotischen Szenen gekommen, als Zuschauer noch vor dem Abpfiff den Platz gestürmt hatten. Das Spiel wurde zunächst unterbrochen und später wieder angepfiffen. Hertha BSC scheiterte anschließend mit einem Einspruch und stieg ab, die Fortuna hingegen auf.

ham/sid



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insgesamt 80 Beiträge
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awun 06.11.2012
1. Was wirft man ihm vor?
Im Prozess hat Düsseldorf doch immer drauf bestanden, dass die Spielanlage in spielbaren zustand war. Warum denn plötzlich 50000 € verlangen? Oder legt man alles imer so aus wie man es gerade braucht?
Stefan Wenzel 06.11.2012
2. ...
Das wird ja immer HERTHA!
allereber 06.11.2012
3. Abstieg
Für diese Forderung wünsche ich Fortuna den Abstieg.
bolzenbrecher 06.11.2012
4. 50.000 Euro ?????
Unglaublich. Dagegen waren die drakonischen Strafen im Mittelalter ja noch barmherzig. Wie krank sind die eigentlich? Pure Geldgier ohne Substanz. Trotzdem stehen die Chancen gut, jeden Cent einzutreiben, bei unserer Bananenjustiz ;-) EOF
ekel-alfred 06.11.2012
5. Späte Rache?
Zitat von sysopDPADas Souvenir könnte für den Fan von Fortuna Düsseldorf noch teuer werden. Weil er während des Relegationsspiels gegen Hertha BSC einen Elfmeterpunkt ausgegraben hatte, verklagte der Club den Rasen-Dieb nun auf 50.000 Euro. Dabei wollte die Fortuna dem Mann zunächst noch helfen. http://www.spiegel.de/sport/fussball/bundesliga-relegation-fortuna-duesseldorf-verklagt-elfmeterpunkt-dieb-a-865539.html
Nur weil er sich mit der Tat gebrüstet hat, fällt es dem Fortuna Vorstand jetzt ein, den Fan zu verklagen? Albern und völlig überzogen! Warum soll man dem jungen Mann die Zukunft derart versauen? 50K€ sind kein Pappenstiel und der materielle Wert des Rasenstücks sicher nicht so hoch. Alternativ könnte er für den Rest der Saison nach Heimspielen die Tribünen fegen oder Getränke und Wurst verkaufen. Das wäre schon Strafe genug.
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