Leipziger Niederlage bei Schalke 04 Dose leer

Schwacher Start des Vizemeisters: RB Leipzig kam bei Schalke 04 nur einmal gefährlich vor das Tor der Gastgeber. Deren Trainer Domenico Tedesco darf sich für eine gelungene Taktik feiern lassen.

Emil Forsberg (l.) und Jean-Kevin Augustin  (r.)
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Emil Forsberg (l.) und Jean-Kevin Augustin (r.)


Der Gewinner: Domenico Tedesco verpasste bei seinem Bundesliga-Debüt als Schalke-Trainer dem Tabellenzehnten der abgelaufenen Saison ein maßgeschneidertes taktisches Konzept. Die Defensive ließ nahezu nichts zu, vorne sorgten überfallartige Konter für Gefahr. Die Folge: ein völlig verdienter Sieg der Knappen gegen Leipzig.

Das Ergebnis: Schalke 04 besiegt zum Saisonauftakt RB Leipzig 2:0. Hier geht es zum Spielbericht.

Der Fall Werner: Nachdem er im Aufeinandertreffen dieser beiden Mannschaften in der Vorsaison eine formvollendete Schwalbe hinlegte und sich auch in der Folgezeit nicht übermäßig einsichtig zeigte, stieg Timo Werner zur Hassfigur Nummer eins beim Schalker Anhang auf. Zu Beginn der Partie begleitete dann auch ein mächtiges Pfeifkonzert jeden Ballkontakt Werners, mit zunehmender Spielzeit nutzten die Zuschauer ihre Kräfte jedoch zur Unterstützung ihres Teams.

Die Kapitänsfrage: Der abgesetzte Kapitän Benedikt Höwedes machte auf der Ersatzbank gute Miene zum guten Spiel. Ob die Miene bei dauerhaftem Bankplatz so munter bleibt, darf bezweifelt werden. Und der neue Kapitän Ralf Fährmann? Der Torwart blieb ohne Fehler und Gegentor und durfte sich der Zuneigung des Torschützen Nabil Bentaleb erfreuen, der sich nach dem verwandelten Strafstoß zum 1:0 auf den langen Weg in die eigene Hälfte machte, um gemeinsam mit seinem neuen Spielführer zu jubeln.

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Schalkes Sieg gegen Leipzig: Konopljanka!

Die erste Halbzeit: Begann mit druckvollen Leipzigern - Nach 130 Sekunden hatte Schalke Einwurf in der eigenen Hälfte und alle RB-Spieler waren über die Mittellinie aufgerückt, um den Ball zu erobern. Dies gelang auch häufig, allein es nutzte nichts. Trotz deutlichem Ballbesitzvorteils kamen die Leipziger nicht zu Möglichkeiten. Die hatte Schalke: In der 29. Minute nach einem Prachtschuss Bentalebs und in der 43. Minute, nachdem Dayot Upamecano seinen Gegenspieler Franco di Santo ungeschickt zu Fall brachte. Die Folge: Elfmeter, den Bentaleb sicher verwandelte.

Die zweite Halbzeit: Ein Abziehbild des ersten Durchgangs. Leipzig versuchte es immer wieder durch die Mitte und fand kein Mittel, das Schalker Spiel auseinander zu ziehen und Gefahr über die Flügel zu entwickeln. Der Gastgeber blieb bei Kontern gefährlich. Einen davon finalisierte Jewhen Konopljanka (73. minute) nach einem schönen Pass von Amine Harit. In der Nachspielzeit traf Daniel Caligiuri noch den Pfosten. Bei der einzigen (!) Chance der Gäste scheiterte Werner in der 80. Minute an Fährmann.

Zwayer und der Druck: In einem Interview mit dem "Tagesspiegel" hatte Schiri-Kollege Manuel Gräfe ordentlich ausgeteilt: Die ehemaligen Chefs Hellmut Krug und Herbert Fandel hätten nicht nach Leistung nominiert, und Felix Zwayer sei einer der Profiteure dieses Vorgangs gewesen. Wenn sich Zwayer davon getroffen gefühlt haben mag, so hatte dies keinen Einfluss auf seine Leistung. Die war über 90 (plus fünf) Minuten tadellos.

Technik für Traditionalisten: Nachdem schon bei den Nachmittagsspielen enorme Probleme mit den technischen Voraussetzungen des Videobeweises auftraten, blieben bei der Partie Schalke-Leipzig in der Halbzeitpause die Analysen der Sky-Experten ungehört: Rainer Calmund war zwar zu sehen, aber nicht zu hören. Ein seltener, nicht allzu unangenehmer Umstand. Grotesk: Das Spiel mag sich modernisieren, die dazugehörige Technik allerdings mit großen Schritten wieder in die Sechzigerjahre zurück stampfen. Denjenigen, die das Schöne im Fußball vor allem in der Vergangenheit verortet sehen, dürfte diese Entwicklung ausnehmend gut gefallen.

Schalke 04 - RB Leipzig 2:0 (1:0)
1:0 Bentaleb (43. Foulelfmeter)
2:0 Konopljanka (73.)
Schalke 04: Fährmann - Kehrer, Naldo, Nastasic - Bentaleb, D. Caligiuri, Oczipka - Goretzka, Harit (79. McKennie), Konopljanka (89. Meyer) - di Santo (63. Reese)
RB Leipzig: Gulacsi - Klostermann, Orban, Upamecano, Halstenberg (46. Forsberg) - Laimer (76. Augustin), Ilsanker Sabitzer, Keita - Y. Poulsen (75. Bruma), Ti. Werner
Schiedsrichter: Zwayer
Gelbe Karten: McKennie, Kehrer / Halstenberg, Keita
Zuschauer: 61.435

insgesamt 22 Beiträge
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heinrich.busch 19.08.2017
1. So toll war dad nun auch nicht
Die Lobeshymnee auf Schalke wird a vh nicht helfen. So überlegen war Schalke nun auch nicht und mir einem (fast) geschenkten Elfmeter im eigenen Pfeifstadion ist das auch kein Zeichen von wirklichen Ueberlegenheit im Sinne des Artikels. Schalke wird nicht die Nr, 1 im Reviere. Zu einem Mittelfeldplatz wird es wohl am Ende reichen.
widower+2 20.08.2017
2. Hype
Der Brause-Club ist noch längst nicht auf dem Niveau, auf dem er sich nach einer einzigen Erstligasaison wähnt. Hoffenheim war in der ersten Bundesligasaison Herbstmeister und danach mehrfach dem Abstieg nahe. In dieser Saison wird es Leipzig sehr schwer haben, überhaupt die für den internationalen Wettbewerb qualifizierenden Plätze zu erreichen. Danach pumpt Mateschitz noch ein paar Fantastilliarden in dieses Konstrukt, was nicht den gewünschten Erfolg haben wird. Dann verliert er vielleicht die Lust oder segnet das Zeitliche und ab geht es im freien Fall in die 4. Liga. Ich freue mich schon darauf.
rambazamba1968 20.08.2017
3. Fall Werner
Ja, ich habe nachgesehen. Schalke hat in seiner Vergangenheit noch nie Schwalben gemacht. Daher finde ich es gut die Bundesliga moralisch anzuführen. Ich kann nur hoffen, dass der DFB angemessen reagiert und dem Verein Schalke 04 eine gehörige Strafe aufbrummt. Man ist in der Pflicht ein Zeichen zu setzen
janowitsch 20.08.2017
4. Sachte, sachte
RB sollte man nicht gleich nach dem ersten Spiel abschreiben. Es kann auch andersherum ausgehen, wenn einige Kleinigkeiten anders laufen und der Schiri weniger Heimschiedsrichter ist. Dass sich Schalke nach der Führung hinten reinstellt und auf Konter aus ist, würde ich jetzt nicht als die neue Erleuchtung bezeichnen, sondern als normale Taktik einer weniger starken Mannschaft. Wir weden sehen, was die nächsten Spieltage bringen.
hansa54 20.08.2017
5. Ungeschickt
ist der gesamte Beitrag. Hier wurde niemand ungeschickt zu Fall gebracht, wie es der Autor formuliert. Hier liess sich jemand nach Körperkontakt geschickt fallen und der Schieri fiel ungeschickt darauf herein! Auf die Art wird Fussball zum körperlosen Spiel, da jedweder Kontakt zum Fall genutzt werden wird und schon damit ((enge) Spiele entschieden werden (können)! Schade und unsportlich obendrein! Unsportlich (unfair) ist auch der stetige Hinweis auf die Schwalbe. Es scheint im deutschen Fussball nur diese eine gegeben zu haben! Billig!
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