Fußball-Bundesliga Schalke erlebt Debakel gegen Aufsteiger Düsseldorf

Der kriselnde Vizemeister verliert nach einer desolaten Leistung gegen die Fortuna mit 0:4. Frankfurt dreht ein wildes Spiel gegen Hoffenheim mit zwei Toren in der Schlussphase.

Mark Uth
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Mark Uth


Schalke 04 - Fortuna Düsseldorf 0:4 (0:1)

Die Krise des FC Schalke 04 spitzt sich immer weiter zu. Nach einem 0:3 gegen Mainz vor einer Woche und dem Rücktritt von Sportvorstand Christian Heidel verlor der Vizemeister am Samstag auch gegen den Aufsteiger Fortuna Düsseldorf 0:4 (0:1). Schon zur Halbzeitpause pfiffen die rund 60.000 Zuschauer in der Gelsenkirchener Arena ihre eigene Mannschaft aus. Und es wurde noch schlimmer.

Für Schalkes Trainer Domenico Tedesco könnte es ungemütlich werden. Das 0:4 war schon die 13. Niederlage in 24 Saisonspielen. Schalke steht mit 23 Punkten zwar noch sechs Zähler vor der Abstiegszone. Der Tabellen-16. Stuttgart kann den Abstand aber am Sonntag mit einem Sieg gegen Hannover auf drei Punkte verkürzen.

Dodi Lukebakio erzielte die Führung für Düsseldorf. Schalkes Verteidiger Matija Nastasic hatte den Ball im Strafraum mit der Hand gespielt. Schiedsrichter Felix Brych gab nach Sichtung der Videobilder Strafstoß, Lukebakio verwandelte sicher (35.). Der Belgier hatte zuvor schon getroffen, aber Brych gab das Tor nach einem Hinweis vom Videoassistenten nicht. Benito Raman hatte Amine Harit bei der Balleroberung zuvor gefoult (21.).

Domenico Tedesco (vorne)
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Domenico Tedesco (vorne)

Nachdem Dawid Kownacki in der zweiten Halbzeit auch das zweite Tor für Düsseldorf erzielte, skandierten die Schalker Fans im Rund: "Wir haben die Schnauze voll!" Dann traf der starke Raman zum 0:3, und die Schalker Anhänger sangen sarkastisch: "Oh, wie ist das schön." Kownacki erhöhte sogar noch auf 0:4. Für Düsseldorf war es der siebte Sieg in den vergangenen zehn Ligaspielen, für Schalke ein weiterer Tiefpunkt, der Tedesco den Job kosten könnte.

Eintracht Frankfurt - TSG Hoffenheim 3:2 (1:1)

Ein kurioses Tor sahen die Zuschauer in Frankfurt: Ein Freistoß von Frankfurts Filip Kostic sprang Ante Rebic an die Schläfe, von dort ging der Ball ins Netz (20.). Der Treffer wurde aber Kostic zugesprochen. Hoffenheim war allerdings das bessere Team und glich kurz vor der Pause aus: Nach einer feinen Vorarbeit von Adam Szalai mit der Hacke traf Joelinton zum 1:1 (43.).

Nach dem Seitenwechsel drehte das Team von Trainer Julian Nagelsmann noch einmal auf. Ishak Belfodil traf nach einem feinen Sololauf (60.). Danach flog Hoffenheims Kasim Adams mit Gelb-Rot vom Platz (66.). Sebastian Haller erzielte mit einem Kopfball (89.) nach Flanke von Mijat Gacinovic den Ausgleich für die Gastgeber. In der Nachspielzeit segelte eine Flanke von Danny da Costa an den langen Pfosten, wo Goncalo Paciência den 3:2-Siegtreffer köpfte.

Filip Kostic, Luka Jovic und Goncalo Paciência (von links nach rechts)
REUTERS

Filip Kostic, Luka Jovic und Goncalo Paciência (von links nach rechts)

Hertha BSC - Mainz 05 2:1 (0:0)

Stark kam erst nach dem Seitenwechsel: 39 Sekunden waren in der zweiten Halbzeit gespielt, da unterlief Herthas Innenverteidiger Niklas Stark ein Eigentor, das die Partie gegen Mainz 05 erweckte. Eine Hälfte lang gab es keine echten Torchancen in Berlin. Dann schoss Levin Öztunali von der Strafraumgrenze, Stark hielt den Kopf in den Schuss und fälschte den Ball unhaltbar ab (46.).

Hertha glich aber fast postwendend aus: Nach einer Ecke zwang Davie Selke den Mainzer Keeper Florian Müller zur Parade, den Abpraller drücke Marko Grujic zum 1:1 über die Linie (50.). Und dann durfte Stark seinen Fehler vor dem Gegentor wiedergutmachen. Valentino Lazaro legte für Stark im Strafraum ab, und der 23-Jährige schob zum 2:1 ein (60.).

Zwar gab es noch weitere Chancen auf beiden Seiten (Herthas Ondrej Duda traf den Pfosten), aber es blieb beim nicht unverdienten Sieg für die Berliner.

Bayer Leverkusen - SC Freiburg 2:0 (1:0)

Die Gastgeber gingen gegen Freiburg früh in Führung und beherrschten das Spiel. Eine Ecke wurde in den Rückraum geklärt, wo Charles Aránguiz lauerte. Sein Volleyschuss zum 1:0 (3.) für Leverkusen wurde noch abgefälscht, wodurch Freiburgs Keeper Alexander Schwolow keine Chance hatte, an den Ball zu kommen.

Ein zunächst Leverkusen zugesprochener Elfmeter wurde in der 55. Minute durch den Videobeweis rückgängig gemacht. Bailey erhöhte schließlich nach sehenswertem Umschaltspiel von Brandt und Havertz auf 2:0. Für Leverkusen läuft es in der Liga rund, seitdem der niederländische Trainer Peter Bosz im Amt ist. Trotz des Fehlstarts in die Saison steht Bayer mit 39 Punkten auf dem sechsten Platz. Freiburg bleibt aufgrund der Niederlage auf Rang 13.

1. FC Nürnberg - RB Leipzig 0:1 (0:1)

Seit Ende September hat Nürnberg keine Bundesliga-Partie mehr gewinnen können. Gegen Leipzig setzte sich die Serie fort. Dabei hätte es ganz anders für die Gastgeber laufen können. In der neunten Minute brachte Konaté den Nürnberger Tim Leibold an der Strafraumkante zu Fall. Den Foulelfmeter schoss Kapitän Behrens jedoch an die Latte.

Mit Gewalt sorgte Leipzigs Rechtsverteidiger Lukas Klostermann (40.) für das einzige Tor der Partie. Bei einem Eckball rutschte Ibrahima Konaté die Kugel über den Kopf und landete bei Klostermann, dessen wuchtiger Schuss die 1:0-Führung markierte. Durch den Auswärtssieg schiebt sich Leipzig vorläufig an Gladbach vorbei auf den dritten Platz.

mey/mrk



insgesamt 13 Beiträge
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zauberer2112 02.03.2019
1. Ciao Domenico
Das war's. Und ehrlich: Kein Verlust für die Liga.
spon1899 02.03.2019
2.
Schalke spielt unterirdisch, aber wie scheinheilig dieser Heuser von Sky hinterher den Tedesco interviewt hat. Abartig! Wochenlang immer die Stimmung anheizen gegen den Trainer und wenn dann ein Trainer wahrscheinlich gehen muss, tut man so gespielt betroffen als sei jemand tot.
der_dr_Nickel 02.03.2019
3. Verdient und....
...letztendlich auch dem Willen bis zur letzten (96. Minute) geschuldet, die drei Punkte im Waldstadion zu belassen. Respekt für diese Leistung der Adlerträger. Alles in allem ein Arbeitssieg der für Donnerstag sicherlich einen positiven Effekt haben wird. Jetzt sind es noch drei Punkte bis zum CL-Platz. Forza SGE.
frietz 02.03.2019
4.
Schalkes Glück ist, dass noch viel schlechtere Mannscgaften unten drinn stehen (Nürnberg, Stuttgart, Hannover). Sonst wäre sogar der Abstieg eine Option.
mikelinden 02.03.2019
5.
"..., für Schalke ein weiterer Tiefpunkt, der Tedesco den Job kosten könnte." - wenn er am Montag noch Trainer ist, kann man Schalke getrost vergessen.
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