Embolo trifft gegen Hoffenheim Endlich angekommen

Schalke 04 feiert nach zwei Niederlagen in Folge wieder einen Sieg. Großen Anteil daran hat Breel Embolo. Im Mittelpunkt stand auch ein Spieler, der gar nicht zum Kader gehörte.

Breel Embolo
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Szene des Spiels: Kevin Vogt war in der vergangenen Saison mit einer Quote von 91,82 Prozent der passsicherste Spieler der Bundesliga. Umso überraschender war es, als dem Innenverteidiger der TSG Hoffenheim in der 28. Minute ein folgenschwerer Fehler unterlief: Vogt spielte am eigenen Strafraum einen Querpass, dieser landete jedoch in den Füßen des zwei Meter entfernten Breel Embolo. Der Schweizer schob den Ball anschließend aus kurzer Distanz ins leere Tor.

Ergebnis: Schalke bezwingt Hoffenheim dank einer starken ersten Hälfte 2:1 (2:0). Nach dem zehnten Saisonsieg verkürzt das Team den Rückstand auf den zweiten Platz vorübergehend auf einen Punkt. Hier geht es zur Meldung.

Personalie des Spiels: Nabil Bentaleb zählt zu den talentiertesten und spielstärksten Spielern im Kader des FC Schalke. Auch deshalb sicherte sich der Klub die Dienste des Algeriers für 19 Millionen Euro. Unumstritten ist er aber nicht - das war zumindest den Aussagen seines Trainers, Domenico Tedesco, zu entnehmen. Aus disziplinarischen und sportlichen Gründen stand er zum zweiten Mal in dieser Saison nicht im Kader. Dennoch, so Tedesco weiter, habe man im Verein "Bock, mit ihm weiterzuarbeiten".

Domenico Tedesco
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Domenico Tedesco

Erste Hälfte: Schalke knüpfte an die starke Leistung gegen den FC Bayern in der Woche zuvor an und machte in der Anfangsphase Druck. Zunächst scheiterte Franco Di Santo an Oliver Baumann (10. Minute), nur eine Minute später traf Thilo Kehrer nach einem Eckball zur Führung. Hoffenheim schien überfordert und kassierte schnell den nächsten Gegentreffer: Breel Embolo profitierte von Vogts Abwehrfehler und erzielte das 2:0.

Zweite Hälfte: Schalke blieb auch nach dem Seitenwechsel das bessere Team. Guido Burgstaller hätte nach zwei schönen Einzelleistungen auf 3:0 erhöhen können (57./67.). Hoffenheim wurde erstmals in der 70. Minute gefährlich, als Ádám Szalai einen Schuss knapp über das Tor von Ralf Fährmann setzte. Kurz darauf gelang sogar der Anschlusstreffer: Andrej Kramaric sorgte in der 78. Minute noch einmal für Spannung, sein Treffer sollte allerdings zu spät kommen.

Spieler des Spiels: Breel Embolo wurde im Sommer 2016 für eine vereinsinterne Rekordablöse von 25 Millionen Euro vom FC Basel geholt. Die Verpflichtung des Angreifers war mit großen Erwartungen verbunden - die bislang nicht erfüllt werden konnten. Nach einer schweren Verletzung kam der 21-Jährige nicht über die Reservistenrolle hinaus.

Gegen Hoffenheim deutete er an, warum er im weiteren Saisonverlauf noch wichtig werden könnte. Immer wieder setzte er Hoffenheims Verteidiger unter Druck, auch seine Passquote in der gegnerischen Hälfte war mit 80 Prozent auffällig hoch.

Schiedsrichter im Mittelpunkt: Embolo hatte schon vor dem 2:0 einmal getroffen - doch sein Treffer wurde wegen einer knappen Abseitsstellung aberkannt. Schiedsrichter-Assistent Robert Schröder hatte übersehen, dass der Schweizer sich beim Zuspiel vor seinem Treffer in der verbotenen Zone befunden hatte. Nachdem die Fans bereits ausgelassen gejubelt hatten, sorgte der Video-Assistent für Klarheit. Schröder selbst konnte die Partie übrigens nicht beenden: Der Linienrichter knickte bei einem Angriff der Schalker unglücklich um und musste durch den Vierten Offiziellen ersetzt werden.

Und die TSG? Hoffenheim hat von den vergangenen sieben Bundesligaspielen nur eines gewonnen. Das Team von Trainer Julian Nagelsmann ließ gegen Schalke bis zum Anschlusstor von Kramaric jegliche Gefahr vermissen. Die Abgänge von Schlüsselspielern wie Sebastian Rudy, Niklas Süle und Sandro Wagner (alle Bayern München) konnten bislang noch nicht aufgefangen werden. Eine erneute Qualifikation für die Europa League ist nach der achten Saisonniederlage in weite Ferne gerückt.



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dr.joe.66 18.02.2018
1. Danke, Herr Heidel
Danke, Herr Heidel, für den Umgang mit Breel Embolo. Danke auch für die klaren Worte in Ihrem Interview gestern. Gut so! Und weiter so! Vor 10 Jahren wäre Embolo vereinsintern abgeschrieben worden. Heute lässt man dem Spieler und sich selbst Zeit für die Genesung und die Wiedereingliederung in die Mannschaft. Herr Heidel hat völlig zu Recht gestern darauf hingewiesen, dass Embolo erst 21 Jahre alt ist. Der wird dem FC Schalke noch viel Freude bereiten. Wenn Schalke die Herren Heidel und Tedesco weiter in Ruhe arbeiten lässt, wird sich da in den nächsten Jahren etwas sehr Positives entwickeln. Positiv für Schalke, positiv für den Pott, und auch positiv für den deutschen Fußball; je mehr Vereine dauerhaft oben mitspielen können, desto besser.
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