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Schalke-Pleite in Stuttgart: Löchrig in den Winter der Wahrheit

Von , Stuttgart

Die Niederlage in Stuttgart hat die Schalker Krise dramatisch verschärft, dem Club droht das Mittelmaß. Die ungewisse Zukunft einiger Stars sowie von Trainer Huub Stevens belastet das Team. Zumal schon eine wilde Diskussion um dessen Nachfolge entfacht ist.

Schalker Draxler (r.): 1:3-Pleite in Stuttgart Zur Großansicht
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Schalker Draxler (r.): 1:3-Pleite in Stuttgart

Immerhin ein Schalker hatte noch gute Laune. "Ich bin sehr froh, bei meiner Rückkehr nach Stuttgart im Tor gestanden zu haben", sagte Schalke-Keeper Timo Hildebrand. Seine Mannschaft hatte gerade 1:3 gegen den VfB verloren, die "Königsblauen" sind in einer schweren Krise, Hildebrand aber war erfreut. Seine Kollegen warteten derweil missmutig auf die Abfahrt des Busses. Nur noch weg wollten sie nach einer Leistung, die viele Fragen offen lässt.

Lediglich einen Sieg haben die Schalker in den vergangenen sieben Bundesliga-Partien erreicht. Eine miserable Bilanz, als Spitzenmannschaft geht das Team derzeit nicht mehr durch. Das zeigt sich auch in der Tabelle, wo der einstige Zweite auf Rang fünf abgerutscht ist, nur noch zwei Punkte von Mainz auf Rang neun entfernt. Trainer Huub Stevens wirkte nach der Partie dann auch gewohnt knurrig und war nicht bereit, in eine tiefe Analyse der Niederlage einzusteigen. "Wir waren bei allen drei Gegentoren im Ballbesitz und haben ihn verloren", sagte der Holländer knapp.

Generell waren die Schalker heftig bemüht, keine allzu schlechte Stimmung aufkommen zu lassen. "Wieso sollte das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft angespannt sein", sagte Roman Neustädter, der in den 90 Minuten zuvor als einer der wenigen Schalker annähernd Normalform zeigte.

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Grafische Analyse: Stuttgarter Effizienz gegen Schalke
Und Manager Horst Heldt mühte sich kräftig, einer Trainerdiskussion auszuweichen. Seinen Unmut aber konnte er nicht verhehlen: "Die Stuttgarter waren spritziger und leidenschaftlicher". Dabei habe der VfB erst zwei Tage vorher ein Spiel in der Europa League (0:1-Pleite gegen Molde) absolviert. "Wir haben zu wenig gezeigt, um erfolgreich zu sein. Wir haben viele Fehler gemacht und waren löchrig in der Rückwärtsbewegung."

Das Problem: Schalke spielt seit Wochen so. Eine Entwicklung, die über kurz oder lang immer auch zu Kritik am Trainer führt. Und so werden rund um den Verein längst potentielle Nachfolgekandidaten von Stevens diskutiert, dessen Vertrag Ende der Saison ausläuft.

Da ist zum einen Mike Büskens, derzeit erfolgloser Trainer von Greuther Fürth, aber als ehemaliger Schalker mit enger emotionaler Bindung zum Club. Die "Bild"-Zeitung brachte zudem den Mainzer Thomas Tuchel ins Gespräch. Selbst VfB-Coach Bruno Labbadia, dessen Vertragsverlängerung in Stuttgart auf sich warten lässt, war zuletzt ein Thema. Fakt ist: In der Winterpause wird auf Schalke wohl die Trainerfrage gestellt - das Ergebnis ist offener denn je.

Die zuletzt schwachen Leistungen allerdings nur auf den Trainer zu reduzieren, ist zu einfach. So laufen nach Saisonende zahlreiche Spielerverträge aus, die Zukunft der Leistungsträger Lewis Holtby und Jan-Klaas Huntelaar ist weiter ungeklärt. Ein Zustand, der offenbar nicht leistungsfördernd ist. Beide spielten in Stuttgart schwach. Huntelaar selbst machte in Stuttgart seine sportliche Perspektive auch von der Trainer-Frage abhängig. "Es ist immer wichtig zu wissen, wie es mit dem Trainer weitergeht", brachte der Torjäger die Problematik auf den Punkt.

VfB Stuttgart - Schalke 04 3:1 (2:1)
1:0 Ibisevic (2.)
1:1 Marica (12.)
2:1 Ibisevic (38., Elfmeter)
3:1 Ibisevic (61.)
Stuttgart: Ulreich - Sakai, Maza, Niedermeier, Boka - Kuzmanovic - Gentner, Holzhauser (71. Rüdiger) - Harnik (90.+1 Benyamina), Traore (86. Molinaro) - Ibisevic
Schalke: Hildebrand - Uchida (70. Barnetta), Höwedes, Matip, Christian Fuchs - Neustädter - Jones, Draxler - Holtby (82. Pukki) - Huntelaar, Marica
Schiedsrichter: Zwayer
Zuschauer: 55.880
Rote Karten: Sakai wegen groben Foulspiels (67.) - Jones wegen groben Foulspiels (73.)
Gelbe Karten: Ibisevic (4), Boka (2), Traore (2), Harnik - Matip (2)

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insgesamt 8 Beiträge
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1. Stevens
spmc-135322777912941 08.12.2012
ist mittlerweile auch so ein Zugvogel geworden, der bringt auch mehr Unruhe in seine Mannschaften als es dem Vereinb gut tut. Dass das Verhältnis zu einigen Spielern gestört ist kann man sogar vom Bildschirm aus erkennen. Ich finde, man sollte auch diesen alten Knurrer in der Versenkung verschwinden lassen.
2. Auweh!
wernerz 08.12.2012
Wenn man gegen den VFB verliert, droht tatsächlich Mittelmass!
3. Schalke immer wieder das selbe Spiel
brian19walther10 09.12.2012
Als der Abstand auf Bayern nur vier Punkte betrug, da hatten Farfan und Huntelaar über die Meisterschale gesprochen. Prompt kam der Einbruch und wieso? Weil Schalke ein Verein ist der es nie begreifen wird, das man nie die Meisterschaft holen wird.
4. Huub
Talan068 09.12.2012
Zugegeben, zuletzt stimmete auch die Leistung nicht mehr und man fragt sich z.B. warum Farfan nicht gespielt hat. Dennoch ist Huub erste Wahl, es gibt kaum einen Trainer der so gut z Schalke passt. Büsken, netter Kerl, aber noch zu unerfahren. Tuchel, ein guter hatte aber mit Mainz auch gerade eien Schwäche phase. Labbdia, siehe Tuchel. Der Huub macht das schon, laßt den einfach in Ruhe arbeiten.
5. Wenn man VFB statt...
wutentbrannt 09.12.2012
Zitat von wernerzWenn man gegen den VFB verliert, droht tatsächlich Mittelmass!
... statt VfB schreibt, droht nicht nur Mittelmaß, es hat sich längst eingestellt.
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