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Elfmeter verweigert: Schiedsrichter beraten über Folgen aus Funk-Panne

Bundesliga-Referee Gräfe: Trotz Knopf im Ohr Kommunikation versagt Zur Großansicht
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Bundesliga-Referee Gräfe: Trotz Knopf im Ohr Kommunikation versagt

Ärger ja, Protest nein: Eintracht Frankfurt wird die Wertung des Spiels gegen Augsburg nicht anfechten. Konsequenzen könnte die Funkpanne der Schiedsrichter dennoch haben: Der DFB überlegt, wie er solche Vorfälle ausschließen kann.

Hamburg - Die Schiedsrichterkommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Konsequenzen aus der "Frankfurter Funkstörung" angekündigt. "Wir werden das so bald wie möglich mit den Schiedsrichtern thematisieren. So einen Fall hatten wir noch nicht", sagte Kommissionsmitglied Hellmut Krug dem TV-Sender Sky: "Dass weder Schiedsrichter noch Assistent die Szene erkennen, der vierte Offizielle schon, er dann kommunizieren will, aber nicht kann - das kann man sich einfach nicht ausdenken."

Weil das Headset des vierten Offiziellen kaputt war, wurde Eintracht Frankfurt am Sonntag in der Partie gegen den FC Augsburg (0:1) ein klarer Elfmeter verweigert. Der vierte Offizielle Patrick Ittrich hatte das Vergehen erkannt, kam wegen eines defekten Headsets aber nicht zu Schiedsrichter Manuel Gräfe durch.

Warum Ittrich nicht auf andere Weise auf sich aufmerksam gemacht hatte, konnte auch Krug nur schwer nachvollziehen. Man müsse laut Krug nun überlegen, wie der vierte Offizielle in solch einer Situation auf sich aufmerksam machen kann.

Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel hat Ittrich für dessen Verhalten in Schutz genommen. Der vierte Offizielle habe "in dieser turbulenten Situation" zunächst nicht gewusst, "dass eine Störung seines Funks vorlag", sagte der Vorsitzende der Schiedsrichterkommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB): "Er musste also davon ausgehen, dass Manuel Gräfe trotz seines Hinweises die Situation anders bewertet und daher nicht auf Strafstoß entschieden hatte."

Wie es zu der gravierenden technischen Panne kommen konnte, muss nun geklärt werden. Der Frankfurter Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen schloss einen Protest zwar aus, die Eintracht will den für die Unparteiischen zuständigen DFB aber um eine Stellungnahme bitten.

"Wir haben in diese Richtung kein Ansinnen. Das war eine Tatsachenentscheidung, dagegen kann man nichts tun, seitdem es Fußball gibt", sagte Bruchhagen. "Ich habe von der Tribüne aus selten einen so klaren Elfmeter gesehen. Das war schon eine schwerwiegende Entscheidung gegen uns", sagte er. "Denn es hätte ja nicht nur Elfmeter geben müssen, sondern auch eine Rote Karte gegen den Augsburger Spieler. Aber das ist leider so. So etwas passiert."

aha/sid/dpa

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insgesamt 21 Beiträge
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1.
audiotom 15.09.2014
Wie Armin Veh bereits im letzten Jahr treffend formulierte: "Bei uns muss im Strafraum einer erschossen werden, damit wir mal einen Elfmeter bekommen". ich verstehe auch nicht warum der vierte Offizielle dann nicht direkt zum Schiedsrichter hinläuft.... In diesem Millionengeschäft Bundesliga solch krasse Fehlentscheidungen, eigentlich höchst peinlich. Aber wird ja wieder "drüber geredet". Haben nur die Frankfurter wieder nix von.
2. Timeout und Videobeweis
static2206 15.09.2014
wie es in einigen US-Sportarten der Fall ist würde sicherlich mehr Fairness ins Spiel bringen. Auch sollte vielleicht noch mal die "Unumstößlichkeit" der Schiedsrichterentscheidungen überdacht werden.
3.
townsville 15.09.2014
Viel bedenklicher als den Funkausfall finde ich ja, dass der 4. Offizielle, der irgendwo im Bereich der Mittellinie steht. Die SItuation erkennt, der auf Ballhöhe befindliche Linienrichter aber ebensowenig, wie der weniger Meter vom Geschehen entfernte Schiedsrichter.
4. Bruchhagen?
widower+2 15.09.2014
Klarer Elfmeter, ja. Aber eine klare rote Karte? Wohl kaum. Der gefoulte Spieler läuft parallel zum Tor in Richtung Ball. Um ihn herum befinden sich diverse Mannschaftskameraden und gegnerische Spieler, die noch hätten eingreifen können. Eine rote Karte hätte es da niemals gegeben, wenn der Schiri den Richtlinien entsprechend pfeift.
5. Deutsche Schiedsrichter
knut.boetticher 15.09.2014
Der DFB ist furchtbar stolz auf seine vielen tausend Schiedsrichter, die Woche für Woche ehrlich und brav und verläßlich die vielen tausend Spiele gut über den Platz bringen. Vor denen kann man nur den Hut ziehen. Um die geht es auch nicht. Es geht um ein paar wenige, die sehr gut bezahlt werden, weil sie es - wie auch immer - bis an die Spitze dieser Innung gebracht haben. Man erinnere sich von Holzer - nomen est omen- bis zu unappetitlichen Abhängigkeiten beim Aufstieg, alles war schon da. Und da geht es nicht um defekte Technik. Wenn 3 geschulte Leute auf dem Platz einfach nicht sehen, was in der heißen Zone passiert, dann haben sie den falschen Optiker oder sie sind schlecht ausgebildet oder sie haben nicht die Qualität. Die deutschen Schiris haben in den letzten Jahren an Qualität verloren. Das zeigt sich immer wieder auf dem Platz. Das zeigt die Einladung nur eines Vertreters zur WM und das zeigt das Beipiel Frankfurt. Aber solange der DFB darüber so gar keine Diskussion zuläßt, wird sich das nicht zum Guten wenden.
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