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Geld aus TV-Vermarktung: Eine Bundesliga-Tabelle steht schon

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Bayern-Boss Rummenigge: Natürlich Bestverdiener der Liga Zur Großansicht
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Bayern-Boss Rummenigge: Natürlich Bestverdiener der Liga

Rund 50 Millionen Euro für die Bayern, 40 Millionen für Dortmund und Leverkusen: In der Bundesliga soll keiner zu kurz kommen, so erklärt die DFL, wie sie das Geld aus der TV-Vermarktung verteilt. Im internationalen Vergleich läppische Summen.

Am Freitag startet die Bundesliga in die neue Saison, die Tabelle aber steht schon fest: Bayern München vor Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen, dann folgen Schalke und Gladbach. Der SC Freiburg schafft einen guten neunten Platz, Paderborn hingegen landet auf dem letzten Platz hinter den Kölnern und Hertha auf Relegationsplatz 16.

Bevor Sie jetzt im Wettbüro Ihr Geld setzen: Es handelt sich nicht um eine sportliche Rangliste, zumindest nicht direkt.

Es ist die Rangliste des TV-Gelds: Welcher Verein bekommt wie viel von der DFL? Aber auch hier liegen natürlich die Bayern vorn: 47.605.378 Millionen Euro hat der Rekordmeister bereits sicher. Sollte er erneut den Titel holen, kämen die Münchner mit einem Drei-Millionen-Bonus erstmals in der Geschichte auf über 50 Millionen Euro. Paderborn erhält 18.618.000 Millionen Euro.

Völlig losgelöst von sportlichen Leistungen ist die Tabelle nicht, sie ist nach Dafürhalten der DFL sogar besonders aussagekräftig. Seit dem Frühjahr wird das Geld, das die DFL durch die Vermarktung der TV-Rechte in In- und Ausland erwirtschaftet, nach einem neuen Schlüssel an die Klubs aus erster und zweiter Liga verteilt.

1. Bundesliga
Klub DFL-Ausschüttung (in Euro) Ausschüttung für Europacup-Teilnahme (in Euro)
Bayern München 37.236.000 10.369.378
Borussia Dortmund 36.273.000 5.036.555
Bayer Leverkusen 35.310.000 4.147.751
FC Schalke 04 34.347.000 6.036.459
Mönchengladbach 33.384.000 740.670
Hannover 96 32.421.000 2.333.100
VfL Wolfsburg 31.485.000 1.185.072
FSV Mainz 05 30.495.000 74.067
SC Freiburg 29.532.000 370.335
VfB Stuttgart 28.504.800 3.221.914
Werder Bremen 27.413.400 1.925.742
TSG Hoffenheim 26.357.800 -
Hamburger SV 25.038.000 1.555.407
Eintracht Frankfurt 23.754.000 1.036.938
FC Augsburg 22.470.000 -
Hertha BSC 21.186.000 666.603
1. FC Köln 19.902.000 -
SC Paderborn 18.618.000 -
Quelle: kicker 61/2014
Anders als zuvor wird das Geld nun auf Grundlage bereits abgeschlossener und nicht mehr auf der Basis laufender Spielzeiten ausgeschüttet. Die TV-Erlöse werden anhand der Tabellenplätze der Vereine in einer Fünfjahreswertung verteilt. Die aktuellste Platzierung wird mit dem Faktor fünf gewichtet, die vorangegangenen Saisons mit den Faktoren vier, drei, zwei und eins.

Auch die zweite Liga wird an den Einnahmen beteiligt und zwar zu einem "deutlich höheren Anteil, als es dem realen Vermarktungswert entspricht", wie es die DFL bezeichnet. Zwischen 10.849.800 Millionen Euro (1. FC Nürnberg) und 4.964.800 Millionen Euro (Darmstadt 98) erhalten die Klubs aus der zweiten Liga. Man gehe nach "Leistungsprinzip und Solidarität" vor, so die DFL.

So können auch die kleinen Klubs mit Einnahmen rechnen, anders als etwa in Spanien. Dort gingen manche Vereine im Schatten der übermächtigen Großklubs vollständig unter, wie Spaniens Staatssekretär Miguel Cardenal einmal SPIEGEL ONLINE im Interview sagte. Real Madrid und der FC Barcelona stünden durch die Schlüsselverteilung der Fernsehgelder noch einmal sehr viel besser da. "Vereine wie Salamanca sind dagegen komplett von der Bildfläche verschwunden. Wir müssen ein größeres Gleichgewicht herstellen. Dabei schauen wir neidvoll auf die Bundesliga." Dort spielen die Einnahmen aus den TV-Geldern für die Spitzenteams nur eine untergeordnete Rolle.

Im Vergleich bekommen die Bundesligisten wenig Geld

Mag es zunächst überraschend scheinen, dass ausgerechnet die Vereine, die am meisten Geld bekommen, sich seit Langem wünschen, ihre TV-Vermarktung selbst in die Hand zu nehmen, kann man das nach einem Blick in die Premier League nachvollziehen. Dort bekam selbst Aufsteiger FC Cardiff, der am Ende als Tabellenletzter mit 22 Niederlagen gleich wieder abstieg, mehr als 30 Millionen Euro (insgesamt 76,3 Millionen Euro) mehr als die Bayern, das berichtete der "kicker". Demnach schüttete die Premier League in der vergangenen Saison insgesamt 1,92 Milliarden Euro an TV-Honoraren aus.

Wer den Transfermarkt in diesem Sommer ein wenig verfolgt hat, dürfte relativ schnell darauf kommen, welcher Klub in England am meisten Geld eingenommen hat - genau, der FC Liverpool. Neben den 81 Millionen Euro, die der Traditionsverein vom FC Barcelona für Luis Suárez bekam, gingen noch 119,8 Millionen Euro aus TV-Geldern aufs Klubkonto. Da wirken die 130 Millionen Euro, die Liverpool für neue Spieler ausgegeben hat, plötzlich nicht mehr ganz so irrsinnig viel.

Auch in der Champions League haben Bundesligisten anderen Ligen gegenüber das Nachsehen. Aus dem sogenannten Market-Pool verteilt die Uefa die Gelder aus den Fernseheinnahmen. Als die Bayern 2013 gegen den BVB die Champions League gewannen, kassierten sie 19,146 Millionen Euro, Juventus Turin hingegen - obwohl im Viertelfinale ausgeschieden - bekam 44,815 Millionen.

Die große Differenz hängt damit zusammen, dass der italienische Markt von der Uefa im Vergleich mit dem deutschen höher bewertet wurde und sich Juventus zudem die für Italien bestimmten Gelder nur mit dem AC Mailand teilen musste. In Deutschland kassierten neben den Bayern und Dortmund auch Schalke 04 mit.

Doch auch so seien "die fünf großen Klubs, die internationale Fernsehgelder generieren, kaum einzuholen", sagt Eintracht Frankfurts Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen im Interview mit SPIEGEL ONLINE. Versuchen werden sie es dennoch, ab Freitagabend um 20.30 Uhr.

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1. Rechnen?
tommyblux 21.08.2014
Nach meiner Berechnung kommt Schalke 04 vor Leverkusen auf Platz 3...
2. die spinnen,
sitiwati 21.08.2014
die spinnen alle komplett !
3.
teekesselchen 21.08.2014
---Zitat--- Anders als zuvor wird das Geld nun auf Grundlage bereits abgeschlossener und nicht mehr auf der Basis laufender Spielzeiten ausgeschüttet. Die TV-Erlöse werden anhand der Tabellenplätze der Vereine in einer Fünfjahreswertung verteilt. Die aktuellste Platzierung wird mit dem Faktor fünf gewichtet, die vorangegangenen Saisons mit den Faktoren vier, drei, zwei und eins. ---Zitatende--- Das ist leider etwas ungenau. Auch früher wurde das Geld auf Grundlage bereits der letzten 4 abgeschlossenen Spielzeiten plus der Platzierung der laufenden Saison ausgeschüttet. Nur wird ab der Saison 2014/15 bei der Berechnung des Verteiler-Schlüssels nicht mehr das sportliche Abschneiden der laufenden Spielzeit einbezogen. Das wurde mit der besseren Planungssicherheit der Vereine begründet, weil sie dadurch schon zu Saisonbeginn wissen, wieviel Geld sie aus Medieneinahmen bekommen.
4.
teekesselchen 21.08.2014
Zitat von tommybluxNach meiner Berechnung kommt Schalke 04 vor Leverkusen auf Platz 3...
wenn ich auf fernsehgelder.de schaue, stimmt das mit Leverkusen vor Schalke. Leverkusen hat in den letzten 5 Saisons 15 Punkte mehr gesammelt als Schalke
5. 47.605.378 Millionen Euro hat der Rekordmeister bereits sicher
Ojemine 21.08.2014
Also bei 47.605.378 Millionen Euro, da können nicht einmal die Clubs aus England mit ihren läppischen Einnahmen im dreistelligen Millionenbereich mithalten! Demnach müssten die deutschen Vereine ja mindestens über die kommenden 100 Jahre Europa fußballerisch dominieren. ;-) Meine Erklärungen: a) Artikel werden nun durch Computerskripte erstellt b) die Leute von der Qualitätssicherung sind gerade im Sommerurlaub c) es ist aus der Mode gekommen Artikel vor Veröffentlichung nochmals in Ruhe durchzusehen das aber nur mal so am Rande...
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2. Bundesliga
Klub DFL-Ausschüttung (in Euro)
FC Nürnberg 10.849.800
1. FC Kaiserslautern 10.207.800
SpVgg Greuther Fürth 9.630.000
Fortuna Düsseldorf 9.116.400
Eintr. Braunschweig 8.602.800
FC St. Pauli 8.153.400
1860 München 7.704.000
Union Berlin 7.254.600
FSV Frankfurt 6.869.400
VfL Bochum 6.484.200
FC Ingolstadt 6.163.200
Karlsruher SC 5.906.400
Erzgebirge Aue 5.713.800
VfR Aalen 5.521.200
SV Sandhausen 5.328.600
1. FC Heidenheim 4.964.800
RB Leipzig 4.964.800
Darmstadt 98 4.964.800
Quelle: kicker 61/2014

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