Bundesliga Darmstadt 98 erkämpft Remis gegen den HSV

Der Hamburger SV hat den Sprung in die obere Tabellenhälfte verpasst. Beim erneut kämpferisch überzeugenden Aufsteiger Darmstadt 98 reichte es für den HSV und Rückkehrer Bruno Labbadia nur zu einem Unentschieden.

DPA

Zum ersten Mal in seiner Karriere musste der gebürtige Darmstädter Bruno Labbadia in einem Bundesligaspiel bei seinem Heimatverein antreten. Bei seiner Rückkehr ans Böllenfalltor gab es zwischen dem heimischen SV Darmstadt 98 und Labbadias Hamburger SV ein leistungsgerechtes 1:1 (0:1)-Unentschieden.

Pierre-Michel Lasogga brachte die Gäste mit einem verwandelten Foulelfmeter in Führung (29. Minute), Marcel Heller glich zu Beginn der zweiten Halbzeit aus (47.). Mit dem Punktgewinn stoppte Darmstadt den Negativtrend nach zwei Niederlagen in Folge, in der Tabelle steht das Team von Trainer Dirk Schuster mit 14 Punkten auf Platz 13. Der HSV hat einen Zähler mehr und rangiert auf dem elften Rang.

Die Hamburger, in dieser Saison auswärts deutlich stärker als vor heimischer Kulisse, brauchten 20 Minuten, um ins Spiel zu finden. In der Anfangsphase bestimmte Darmstadt das Geschehen, mit dem Lattenfreistoß von Konstantin Rausch (5.) und Sandro Wagners Schuss aus kurzer Distanz über das Tor (7.) hatte der Aufsteiger auch die ersten guten Torchancen.

Der von Darmstadts Torhüter Christian Mathenia parierte Weitschuss von Marcelo Díaz (21.) leitete dann die erste gute Phase der Gäste ein. Der HSV hatte nun deutlich mehr Ballbesitz, hielt die "Lilien" vom eigenen Strafraum fern und profitierte von der ungestümen Zweikampfführung eines der erfahrensten Bundesligaspieler der Darmstädter: Peter Niemeyer (112. Bundesligapartie) konnte außerhalb jeder Torgefahr nicht an den Ball kommen, traf stattdessen auf der Linie des Strafraums Michael Gregoritsch am Unterschenkel und so blieb Schiedsrichter Knut Kircher keine andere Wahl, als auf den Elfmeterpunkt zu zeigen. Torjäger Lasogga lief kurz an und schoss unhaltbar ins linke Eck.

HSV verschläft die Anfangsphase der zweiten Halbzeit

Niemeyer hätte seinen Fehler kurz vor der Pause wettmachen können. Sein Schuss aus zwölf Metern wurde von HSV-Keeper René Adler aber gut pariert (43.). Diesen Weckruf nahmen die Gäste nicht wahr, denn unmittelbar nach der Pause fiel der Ausgleichstreffer. Bei einer Flanke von Jérôme Gondorf ließen sich mit Emir Spahic und Johan Djourou beide Innenverteidiger aus dem Zentrum ziehen, Heller stand deshalb am zweiten Pfosten völlig frei und köpfte ein.

Mit dem Tor im Rücken und kompromissloser Zweikampfführung gestalteten die Darmstädter das Spiel in der Folge wieder offen. Torgefährlich wurde es aber auf beiden Seiten kaum noch, vieles spielte sich im Mittelfeld ab. Jan Rosenthal schoss deutlich über das Tor (59.) und auch Lasogga zielte auf der anderen Seite per Kopf zu ungenau (68.). Viel mehr passierte nicht, nun können beide Teams in der Länderspielpause Kraft schöpfen. Darmstadt tritt am nächsten Spieltag beim FC Ingolstadt an, der HSV empfängt Borussia Dortmund.

Darmstadt 98 - Hamburger SV 1:1 (0:1)
0:1 Lasogga (29. Foulelfmeter)
1:1 Heller (47.)
Darmstadt: Mathenia - Garics, Sulu, Caldirola, Diaz - Niemeyer, Gondorf - Heller (90.+3 Rajkovic), Rausch (73. Kempe) - Wagner, Rosenthal (85. Sailer).
Hamburg: Adler - Gotoku Sakai, Djourou, Spahic, Ostrzolek - Diaz (90.+3 Gideon Jung), Holtby - Nicolai Müller (90.+3 Stieber), Gregoritsch - Lasogga, Schipplock (65. Ilicevic).
Schiedsrichter: Stark
Zuschauer: 17.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Wagner (5), Gondorf (2), Niemeyer (3), Garics (4) - Djourou (3), Gregoritsch (3)

krä

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albert schulz 07.11.2015
1. Tolles Thema
Wäre das nicht was für bento ? Als eine Art intellektuelle Anschubaussteuer. Wo doch jeder erwartet hatte, daß die Gurkentruppe in Darmstadt sang- und klanglos untergeht.
dreiimweckla 07.11.2015
2. Allergrößte Hochachtung
Vor dem, was die Lilien leisten kann man sich wirklich nicht tief genug verneigen. Ihr Durchmarsch in die Bundesliga ist für mich das größte Fußballturnier seit '98, als Kaiserslautern mit Rehhagel als Aufsteiger Meister wurde. Der Klassenerhalt wäre das absolute i-Tüpfelchen. Wenn die Lilien gegen Bayern spielen, spielt eine Mannschaft mit einem Etat von 25 Mio € gegen eine mit 600 Mio €. Nur um nochmal die Größenordnung klar zu stellen. Ich habe absoluten Respekt vor Mannschaften, die durch kluges Management seit Jahren aus ihren an und für sich bescheidenen Möglichkeiten das Optimale herausholen. Mainz, Augsburg, Darmstadt und nächste Saison hoffentlich auch wieder Freiburg. Schämen müssen sich Vereine wie der HSV oder Stuttgart, die ihre Möglichkeiten so verdatteln. Wäre auch ein verdientes Absteiger Pärchen, aber diese Saison ist ja 96 dank der "Verstärkungen" aus Nürnberg dran.
guilty 07.11.2015
3.
war es nicht eher umgekehrt . hsv erkämpft unentschieden in darmstadt?
dreiimweckla 07.11.2015
4. Thesaurus...
hat mir einen Streich gespielt. Soll natürlich "Fußballwunder" heißen. Den roten Teufeln gönne ich es auch von Herzen, dass sie endlich wieder hochkommen. Aber sie und mein GLUBB (hoffentlich nicht) sind das beste Beispiel dafür, dass das mit dem "Regenerieren in Liga 2" nicht so einfach ist, wie es manche Ratgeber hier schon vorgeschlagen haben. Dafür ist der Unterschied bei den Fernsehgeldern mittlerweile einfach zu hoch. Wenn dann noch schlechtes Management dazu kommt ...
robrien 07.11.2015
5. die Etats von Darmstadt und Bayern
Zitat von dreiimwecklaVor dem, was die Lilien leisten kann man sich wirklich nicht tief genug verneigen. Ihr Durchmarsch in die Bundesliga ist für mich das größte Fußballturnier seit '98, als Kaiserslautern mit Rehhagel als Aufsteiger Meister wurde. Der Klassenerhalt wäre das absolute i-Tüpfelchen. Wenn die Lilien gegen Bayern spielen, spielt eine Mannschaft mit einem Etat von 25 Mio € gegen eine mit 600 Mio €. Nur um nochmal die Größenordnung klar zu stellen. Ich habe absoluten Respekt vor Mannschaften, die durch kluges Management seit Jahren aus ihren an und für sich bescheidenen Möglichkeiten das Optimale herausholen. Mainz, Augsburg, Darmstadt und nächste Saison hoffentlich auch wieder Freiburg. Schämen müssen sich Vereine wie der HSV oder Stuttgart, die ihre Möglichkeiten so verdatteln. Wäre auch ein verdientes Absteiger Pärchen, aber diese Saison ist ja 96 dank der "Verstärkungen" aus Nürnberg dran.
dürften wohl das Minimum und das Maximum in der Bundesliga darstellen, aber um mehr als den Faktor 10 werden sie nicht auseinander liegen. Bei der Hochachtung vor der Mannschaft von Dirk Schuster bin ich bei Ihnen, schade dass sie heute nicht gewonnen haben. Die Etats der Bundesliga 2014/15 finden sie hier http://www.handelsblatt.com/sport/fussball/fussballmillionaere-im-vergleich-in-der-bundesliga-explodieren-die-gehaelter/10715082.html Platz 1: Bayern München - Lizenzspieler-Etat: 160 Millionen Euro Erfolg kostet Geld. Viel Geld. Das wissen sie in München. Um 2015 das Triple zu wiederholen, haben die Münchener den Vorjahres-Etat noch einmal um 20 Millionen Euro aufgestockt. Im Vorjahr waren es immerhin noch oder „nur“ 15 Millionen Euro zusätzlich. Dadurch ist der Spieleretat der Bayern innerhalb von zwei Jahren von 125 auf 160 Millionen Euro hochgeschossen. (Foto: dpa)
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