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Hannover verliert bei Schaaf-Debüt: "Ein Fragezeichen zu viel"

Aus Hannover berichtet

Hannoveraner Saint-Maximin (l.), Sakai: "noch nicht die Sicherheit" Zur Großansicht
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Hannoveraner Saint-Maximin (l.), Sakai: "noch nicht die Sicherheit"

Thomas Schaaf soll Hannover 96 vor dem Abstieg retten. Doch die Euphorie ist nach der Niederlage gegen Darmstadt verflogen. Der Coach sieht sein Team trotzdem auf einem guten Weg.

Ein deprimierender Nachmittag ging zu Ende für Hannover 96, doch Thomas Schaaf, der neue Trainer des Klubs, wirkte nicht sonderlich beunruhigt. In aller Ruhe goss er seinem Darmstädter Kollegen Dirk Schuster und dann sich selbst eine Tasse Kaffee ein. Die Sekunden verstrichen. Dann hob Schaaf den Blick und sah sich erwartungsfroh im Pressesaal des Hannoveraner Stadions um. Irgendwelche Fragen?

1:2 hatten die Roten beim ersten Spiel des neuen Trainers gegen den Aufsteiger aus Südhessen verloren. Die Niederlage bedeutete den Sturz auf den letzten Tabellenplatz für Schaafs Mannschaft. Der langjährige Bremer Erfolgstrainer war mit großer Begeisterung empfangen worden, als er um die Jahreswende die Nachfolge des gescheiterten Michael Frontzeck antrat. Er hatte Aufbruchstimmung in Hannover erzeugt. Doch die Zuversicht ist erst mal verflogen.

Schaaf selbst begegnete der brisanten Situation mit der ihm eigenen Gelassenheit. Der finstere Tabellenstand schien ihn nicht weiter zu beunruhigen. Dass seine Mannschaft gegen einen direkten Mitbewerber im Kampf gegen den Abstieg verloren hatte, empfand Schaaf nicht als besonderes Ärgernis. Er hat bei seinem Amtsantritt um Geduld gebeten. Er hat das Publikum auf einen zähen Kampf ums Überleben eingestellt. Daran hat sich seiner Ansicht nach auch mit der ersten Niederlage im ersten Spiel nichts geändert. "Wenn wir gewinnen, können wir irgendwann auch gucken, was die anderen machen", sagte Schaaf. Bis dahin gelte es erst einmal, nur auf sich selbst zu schauen.

"Als Sieger vom Platz gegangen - mit Sicherheit!"

Schaaf gab sich Mühe, der Niederlage gute Seiten abzugewinnen. "Wir waren sehr aktiv, haben sehr gut nach vorn gespielt", sagte er über die Anfangsphase, in der sein Team verdient durch Hugo Almeida in Führung gegangen war. Es sah aus, als würden die Maßnahmen fruchten, die der Klub in der Winterpause getroffen hatte: ein neuer Trainer, dazu in Almeida einen Stürmer, den Schaaf noch aus der gemeinsamen Zeit beim SV Werder kennt.

Auch der zweite Winterzugang in der Offensive, der aus Hoffenheim gekommene Adam Szalai, trug zu einem schwungvollen Vortrag der Hannoveraner zu Beginn bei. "Wenn wir konstant so weitergespielt hätten, wären wir als Sieger vom Platz gegangen - mit Sicherheit!", rief Schaaf. Seine Mannschaft sei auf einem gutem Weg, diese Erkenntnis zog er aus der Anfangsphase.

Was das Spiel nach vorn angeht, lag er damit sogar richtig. In der Defensive herrschte bei Schaafs Team allerdings ein erschütterndes Durcheinander. Stellvertretend dafür standen die beiden Treffer von Sandro Wagner in der 31. und 47. Minute, die zum Sieg für Darmstadt reichten. Die Hannoveraner zeigten beim ersten Spiel unter der Regie des neuen Manns typischen Schaaf-Fußball: stürmisch im Angriff, nachlässig in der Deckung. Der Trainer klagte, dass seinem Team die nötige Entschlossenheit gefehlt habe, um einen oder sogar drei Punkte zu erbeuten: "Wir haben zu oft gesagt: Mach Du mal. Wir haben noch nicht die Sicherheit und die Klarheit." Manchmal habe er bei seinen Spielern "ein Fragezeichen zu viel" gesehen. Das Selbstvertrauen der Hannoveraner ist angeschlagen nach der schlechtesten Hinrunde seit dem Wiederaufstieg 2002.

Sie sollten es allerdings so schnell wie möglich wiederfinden, um nicht den Anschluss zu verlieren. Am kommenden Samstag geht es nach Leverkusen, dann kommt Mainz, danach steht das Spiel in Dortmund auf dem Programm. Viel Zeit zur Eingewöhnung hat Schaaf nicht. Nach der Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten steht das Team umso mehr unter Zugzwang.

Kurios am Einstand des ehemaligen Bremer Trainers war, dass alle Tore von Spielern geschossen wurden, die er einst bei Werder betreute. Auch Darmstadts Doppeltorschütze Wagner ist ja ein ehemaliger Schüler Schaafs. "Wenn ich vermeiden möchte, dass ein Spieler gegen meine Mannschaft ein Tor schießen könnte, der mal unter mir gespielt hat, dann könnte ich in der Bundesliga nicht mehr arbeiten", sagte Schaaf dazu. Auf Nebensächlichkeiten hat er keine Lust.

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insgesamt 9 Beiträge
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    Seite 1    
1. Große Trainerleistung.....
politik-nein-danke 24.01.2016
Wenn man hinten liegt und eine Viertelstunde vor Schluss die halbe Mannschaft mit Kondi-Problemen übern Platz schleicht ist es unverständlich warum ein Stürmer erst in der 90. Minute kommt und der dritte Wechsel ganz unterbleibt....
2.
roulaison 24.01.2016
Thomas Schaaf wirkt ziemlich angestaubt. Nach Werder hätte Schluss sein müssen mit Trainerkarriere.
3.
arrache-coeur 24.01.2016
Da hilft wohl nur noch beten! Wenn allerdings Manschaften wie der Hamburger SV den verdienten Abstieg immer wieder verhindern konnten, sollte dies auch für den kleinen HSV möglich sein;-)
4. bei aller sympathie für den trainer aber es wird ...
basecape-man 24.01.2016
wohl nicht reichen am ende .und es ist auch gut so.mit zwei stürmern deren letzter leistungsnachweis schon jahre zurück liegt als"verstärkung"in den abstiegskampf zu ziehen ist schon abenteuerlich.h96 ist ein beispiel dafür das erfolgreiche unternehmer nicht zwangsläufig auch gute fussballclubpräsidenten sind.
5. Kind noch der Richtige?
Nordpol 24.01.2016
Mittlerweile sollte man sich mal die Frage stellen, ob Präsident Kind noch der Richtige Mann im Amt ist. Die Einkaufspolitik in der letzen Zeit hat auch er zu verantworten. Mit mittelmäßigen Spielern kann man nicht in der 1. Liga bestehen.
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