Bundesliga Stuttgart siegt dank Krawez und Didavi gegen Hamburg

Es sah schon nach einem Unentschieden aus, dann erzielte Leihspieler Artem Krawez den Stuttgarter Siegtreffer. Zuvor war der VfB teils spektakulär vor dem Hamburger Tor gescheitert.

Stuttgarts Didavi: Torschütze gegen Hamburg
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Stuttgarts Didavi: Torschütze gegen Hamburg


Der VfB Stuttgart hat im Heimspiel gegen den Hamburger SV durch einen 2:1 (0:0)-Sieg einen kleinen Befreiungsschlag geschafft. Artem Krawez, im Winter ausgeliehen von Dynamo Kiew, erzielte in der 88. Minute das entscheidende Tor. Zuvor hatte Artjoms Rudnevs den Rückstand durch Aaron Hunts Eigentor egalisiert. Stuttgart ist nach dem Erfolg zwar weiter 15., hat aber den Anschluss zum Mittelfeld der Tabelle wiederhergestellt. Der VfB ist punktgleich mit Darmstadt, Frankfurt und Augsburg und liegt sogar nur drei Zähler hinter den Kölnern auf Rang neun. Der HSV blieb viel zu ungefährlich und musste eine verdiente Niederlage hinnehmen. Drei Punkte trennen die Hamburger nur noch vom Relegationsrang.

Stuttgart hätte bereits in der dritten Minute die Führung erzielen müssen: Nach einer flachen Hereingabe von der linken Seite verpasste erst Lukas Rupp mit der Hacke, dann schoss Christian Gentner den bereits liegenden Torwart Réne Adler an. Dieser bekam den Ball nicht unter Kontrolle, aber Matthias Ostrzolek klärte die Situation. Der HSV wirkte in den ersten Minuten unsicher, leistete sich viele einfache Ballverluste und Fehlpässe. Der VfB ließ das aber ungestraft: Cléber Reis klärte im letzten Moment gegen Didavi (15. Minute), Gentner schoss aus elf Metern daneben (18.). Timo Werner stand bei seinem Pfostentreffer im Abseits. Das Tor hätte nicht gezählt (24.).

Ein Treffer für die Gastgeber wäre in der ersten Halbzeit verdient gewesen. Hamburg hatte zwar mehr Ballbesitz, zeigte aber nicht genug Zielstrebigkeit nach vorne. Das war beim VfB anders: Die Gastgeber tauchten durch ihre schnelle Offensive immer wieder im gegnerischen Strafraum auf. Didadi versuchte, Adler zu umkurven, ließ sich aber zu weit abdrängen. Nicolai Müller klärte anschließend gegen Filip Kostic (29.). Der HSV wurde in der 36. Minute erstmals gefährlich, aber Pierre-Michel Lasoggas Heber landete auf dem Tornetz. Unmittelbar darauf verzog Werner freistehend nur knapp (37.), kurz vor der Pause köpfte er über das Tor (42.).

Didavi bringt die Erlösung, Rudnevs schlägt zurück

Hamburg rettete sich mit einem Remis in die Pause und hatte direkt nach dem Seitenwechsel erneut Glück. Erst scheiterte wieder Werner aus kurzer Distanz an Adler (47.), dann wurde es rund um den HSV-Keeper spektakulär: Adler wehrte Versuch von Kostic zur Seite ab, der Ball fiel Kevin Großkreutz im Fünfmeterraum vor die Füße. Aber der Ex-Dortmunder scheiterte in seinem Stuttgarter Heimdebüt an Cleber und Adler auf der Linie, auch den Nachschuss durch Rupp parierte der Hamburger Schlussmann mit einer starken Fußabwehr (48.).

Nach einem Didavi-Freistoß war es wieder Adler, der den Rückstand verhinderte. Er realisierte spät, dass kein Stuttgarter mehr an die Hereingabe aus dem Halbfeld herankam, und klärte erneut mit dem Fuß. Ein Eigentor durch Hunt brachte die längst überfällige Führung für den VfB: Nach einer Ecke brachte Didavi den Ball per Kopf aufs Tor. Adler und Aaron Hunt waren beide noch dran, aber der Ball trudelte knapp hinter die Linie, bevor Hunt klärte - 1:0 für Stuttgart (66.). Stuttgart verminderte den Druck anschließend leicht, das bestrafte der HSV eiskalt. Nach der Flanke von Ostrzolek köpfte der eingewechselte Artjoms Rudnevs zum Ausgleich ein (74.).

In der Schlussphase entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Und Hamburg hätte nachlegen können: Ivo Ilicevic scheiterte aus kürzester Distanz am gut reagierenden Tyton (79.). Lasogga verfehlte das Tor wenig später um Zentimeter (82.). Auf der anderen Seite hielt auch Adler erneut gut gegen Kostic (80.). Aber in der 88. Minute war er gegen die Kombination zweier Joker machtlos: Alexandru Maxim, gerade eben erst eingewechselt, flankte auf Krawez, der per Kopf zum 2:1 traf. In der Nachspielzeit hielt Tyton den Stuttgarter Sieg fest.

VfB Stuttgart - Hamburger SV 2:1 (0:0)
1:0
Hunt (66., Eigentor)
1:1 Rudnevs (75.)
2:1 Krawez (88.)
Stuttgart: Tyton - Großkreutz, Schwaab, Niedermeier, Insua - Serey Die - Rupp, Didavi (88. Maxim), Gentner, Kostic (90.+2 Sunjic) - Timo Werner (78. Krawez)
Hamburg: Adler - Diekmeier, Djourou, Cleber, Ostrzolek - Kacar (73. Rudnevs), Holtby - Nicolai Müller (62. Gregoritsch), Hunt, Ilicevic - Lasogga (88. Gideon Jung)
Schiedsrichter: Günter Perl
Tore: 1:0 Hunt (66., Eigentor), 1:1 Rudnevs (75.), 2:1 Krawez (88.)
Zuschauer: 46.600
Gelbe Karten: Großkreutz - Adler (2), Hunt (2)

aev

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insgesamt 5 Beiträge
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Seite 1
neu_im_forum 30.01.2016
1. VfB Super!
Zorniger war ein großer Fehler! Weiter so!
Schlaflöwe 30.01.2016
2. Zum Können
kommt bei Herrn Kramny jetzt auch noch das Glück. Dann kann doch nichts nehr schiefgehen. Außer, dass im Sommer die Fans den Übergang des Profifußballs in eine Kapitalgesellschaft ablehnen. Dann wird der VfB weiterhin am Ende jeder Saison seine besten Spieler verlieren, weil er finanziell mit den Kapitalgesellschaften nicht mithalten kann und immer weiter als Schrebergarten-eV. gegen den Abstieg spielen. Macht das Spaß, Fans?
ftb7 30.01.2016
3.
Der Labbadia Effekt setzt ein. aber der VfB kennt das ja aus eigener Erfahrung!
RudolfSommer 30.01.2016
4. Geeeeeeeeeeeeeeil
Absolut verdienter Sieg, 3. Sieg hintereinander, jetzt schon 7 Pkte Vorsprung vor dem 17. Zornigers Zeit scheint schon Lichtjahre entfernt zu sein: Didavi, Kostic, Rupp und die beiden Einwechselspieler Maxim und Kravets waren heute die Schlüsselspieler. Die Fans haben die Mannschaft immer nach vorne gepeitscht, so haben sie auch die 10 schlechten Minuten (75. - 85.) schadlos überstanden. Und der HSV ist nur noch 1 Pkt entfernt. Hoffentlich steigt der HSV endlich ab, nach zweimal Dusel in der Relegation wären sie endlich fällig.
grätscher 30.01.2016
5.
Jaaaaa der VfB!!!
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