Fußball-Bundesliga Stuttgart deklassiert Hannover im Abstiegsduell

Der VfB besiegt Hannover 5:1 und schafft einen Befreiungsschlag im Kampf um den Klassenerhalt. 96 hingegen hat kaum noch Hoffnung. Trainer Thomas Doll teilte gegen die eigene Mannschaft aus.

Mario Gomez (r.), Andreas Beck
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Mario Gomez (r.), Andreas Beck


Dem VfB Stuttgart ist ein wichtiger Sieg im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga gelungen, Hannover 96 hingegen taumelt der Zweiten Liga entgegen. Die Schwaben gewannen am Sonntag im Duell des Drittletzten gegen den Vorletzten 5:1 (3:0). Damit verschafft sich VfB-Trainer Markus Weinzierl etwas Luft.

Hannovers Trainer Thomas Doll muss dagegen die dritte hohe Niederlage hintereinander hinnehmen. Zuletzt gab es jeweils ein 0:3 gegen Frankfurt und Hoffenheim. Den freien Fall von 96 kann Doll bisher nicht stoppen. Nach der Partie in Stuttgart teilte er gegen seine Mannschaft aus. "Das hatte nichts mit Bundesliga-Fußball zu tun", sagte Doll. "Wir müssen aufpassen, nicht die Lachnummer der Liga zu werden."

Thomas Doll
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Thomas Doll

Stuttgart startete furios in die Partie. Ex-Nationalstürmer Mario Gomez traf bereits nach vier Minuten für den VfB. Es war das erste Tor des Angreifers seit dem 15. Dezember. Und Weinzierls Team legte nach: Einen Eckball von Gonzalo Castro köpfte Ozan Kabak ins Netz (16.). Nach fast identischem Muster fiel das 3:0: Wieder Eckball, wieder kam Kabak frei zum Kopfball - Tor (45.). Kabak kam erst im Winter von Galatasaray Istanbul.

Hannovers Anfälligkeit bei Standardsituationen

Hannover hat nun bereits 17 Gegentore nach Standardsituationen in dieser Saison hinnehmen müssen. Und hätte 96-Torwart Michael Esser nicht mehrfach stark gegen Gomez (22., 42.) und Santiago Ascasibar (45.) pariert, es hätte zur Pause schon 5:0 oder 6:0 stehen können.

Nach dem Seitenwechsel steigerte sich Hannover. Erst scheiterte Genki Haraguchi (51.) knapp, dann köpfte der eingewechselte Jonathas eine Flanke Haraguchis ins Netz (68.). Nur noch 3:1. Aber in Hannovers Aufbäumen hinein traf Zuber doppelt (78., 82.) und sorgte für klare Verhältnisse. Auch Zuber wurde erst im Winter geholt, per Leihe aus Hoffenheim.

Mit dem Sieg schafft Stuttgart (nun 19 Punkte) den Anschluss an die Nichtabstiegszone. Der FC Augsburg auf Platz 15 hat zwei Zähler Vorsprung. Der Abstand zum Tabellen-14. Schalke 04 beträgt vier Punkte. Hannover hingegen hat mit 14 Punkten schon fünf Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz 16. Am kommenden Samstag reist Stuttgart zu Borussia Dortmund, Hannover empfängt am Sonntag Bayer Leverkusen.

VfB Stuttgart - Hannover 96 5:1 (3:0)
1:0 Gomez (4.)
2:0 Kabak (16.)
3:0 Kabak (45.)
3:1 Jonathas (68.)
4:1 Zuber (78.)
5:1 Zuber (82.)
Stuttgart: Zieler - Kabak, Pavard, Kempf - Beck, Ascacibar, Castro, Zuber (84. Thommy), Insua - Esswein (88. Donis), Gomez (73. Gentner). Trainer: Weinzierl
Hannover: Esser - Sorg, Felipe (46. Bakalorz), Wimmer - Haraguchi, Schwegler (75. Müller), Asano, Anton, Albornoz - Weydandt (46. Jonathas), Wood. Trainer: Doll
Gelbe Karten: Zuber, Esswein, Sorg, Bakalorz
Schiedsrichter: Bastian Dankert (Rostock)
Zuschauer: 55.781

mey



insgesamt 30 Beiträge
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Seite 1
gammoncrack 03.03.2019
1. So ist das nun einmal,
wenn man einem Trainer nicht glaubt, dass die Mannschaft nicht wettbewerbsfähig ist, dann diesen Trainer nach Hause schickt und jemanden findet, der meint, das er das besser kann. Na, Herr Doll, hat Ihr Vorgänger ja total blind gearbeitet, aber Sie werden es schon richten. Heute war es zumindest eine Hinrichtung.
jryan 03.03.2019
2. @Nr.1
Dem ist nichts hinzuzufügen, außer dass der Abstieg mit Breite billiger gewesen wäre. War lange Zeit ein Kind-Sympathisant. Mittlerweile sehe ich Kind aber nur noch als Teil des Problems, aber nicht mehr der Lösung. Heldt kann gleich mitgehen. Für den notwendigen Wiederaufbau haben wir nun ein paar Jahre Zeit in Liga 2 (hoffentlich). 1896 Grüße
brandmauerwest77 03.03.2019
3. Trainerwechsel
Wenigstens haben Sie in Stuttgart diesmal am Trainer fest gehalten. Scheint sich zu lohnen. Auch die Spieler scheinen langsam zu begreifen, um was es geht. Weiter so, die Relegation ist auf jeden Fall zu schaffen. Die Scheintoten erwachen zum Leben.
Hans_Suppengrün 03.03.2019
4.
Horst Held hat im Sommer statt eines Kaders lieber seine eigene Karriere geplant... Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass er beides nicht hinbekommen hat!
der_dr_Nickel 03.03.2019
5. Der VfB lebt...
...im Gegensatz zu H96 und hat in einem klassischen Abstiegskampf drei Punkte zu Hause behalten. Allerdings sollte man die nächsten drei Spiele nicht aus den Augen verlieren, würde mich wundern wenn es da mehr als einen Punkt für die Schwaben geben wird. Wird wohl auf Relegationsspiele gegen den HSV hinaus laufen, hat ja auch was;-)) H96 sollte die Planung für Liga 2 beginnen; das wird nix mehr im Oberhaus.
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