Stuttgarts Sieg gegen Schalke: Aufschwung nach Labbadias Wutrede

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Beim VfB Stuttgart läuft es plötzlich: In der Liga kletterte das Team mit dem Sieg gegen Schalke auf die Europa-League-Plätze, im internationalen Wettbewerb kann es sogar bei Niederlagen jubeln. Vor allem Vedad Ibisevic hat den Club aus seiner Krise geschossen.

Dreifach-Torschütze Ibisevic mit dem Kollegen Harnik: "Ich freue mich riesig" Zur Großansicht
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Dreifach-Torschütze Ibisevic mit dem Kollegen Harnik: "Ich freue mich riesig"

Hamburg - Es ist gerade einmal zwei Monate her, da sah es in Stuttgart ziemlich düster aus. Der VfB stand mit lediglich sechs Punkten aus sieben Spielen auf dem 15. Tabellenplatz, die Fans pfiffen, und der Coach Bruno Labbadia hielt eine legendäre Wutrede mit dem prägnanten Satz: "Die Trainer sind nicht die Mülleimer von allen."

Doch Labbadia und der VfB haben diese kritische Phase überstanden, mehr noch: Nach dem 3:1 (2:1)-Sieg gegen Schalke steht Stuttgart auf dem sechsten Tabellenrang, der zur Teilnahme an der Europa League berechtigt. Keine Frage, beim VfB läuft es wieder rund. "Das war für mich ein Sensationssieg", sagte Labbadia nach dem Spiel.

Sechs Siege haben die Stuttgarter seit der trüben Zeit im Oktober eingefahren, vorwiegend gegen Teams aus dem Tabellen-Mittelfeld: Der HSV, Eintracht Frankfurt, Gladbach und Augsburg konnten bezwungen werden. Auch bei Meister Borussia Dortmund gab es einen Punkt. Und nun derer drei gegen Schalke.

"Ich freue mich riesig, dass es momentan so läuft", sagte Stuttgarts Dreifachtorschütze Vedad Ibisevic, der neben dem Sieg sicherlich auch seine Treffer Nummer acht bis zehn in der laufenden Saison meinte. Ein souverän abgeschlossener Konter, ein verwandelter Elfmeter, ein Abstauber - Ibisevic nutzte jede Chance, die sich ihm bot.

Labbadia seit zwei Jahren in Stuttgart im Amt

Der VfB überrumpelte die Schalker, S04-Sportchef Horst Heldt sagte nach der Partie beim Gegner habe alles "spritziger und leidenschaftlicher" gewirkt. Man habe zeitweise gedacht, "wir hätten am Donnerstag gespielt", fügte er süffisant an.

Tatsächlich waren es die Stuttgarter, die nicht einmal 43 Stunden nach ihrem letzten Europa-League-Gruppenspiel antraten. Mit Ruhm hatte sich der VfB nicht bekleckert, doch derzeit können die Stuttgarter auch bei Niederlagen jubeln: Trotz der Pleite gegen Molde unter der Woche zog der Club in die K.o.-Runde ein. "Bei aller Enttäuschung über die erste Halbzeit haben wir unser erklärtes Ziel erreicht", bewertete Labbadia das Spiel pragmatisch.

Der Coach kann - anders noch als zu Zeiten seiner Wutrede - mittlerweile deutlich entspannter agieren, der Druck hat abgenommen. Mittlerweile ist Labbadia fast zwei Jahre in Stuttgart. Das war in den vergangenen zwanzig Jahren nur drei anderen Trainern (Christoph Daum, Felix Magath, Armin Veh) gelungen. "Ich bin einfach froh, dass ich es so lange geschafft habe, gegen alle Widerstände", sagte Labbadia nun der "Süddeutschen Zeitung" (SZ).

Wie es jetzt in Stuttgart weitergeht? Labbadia hat sein Team nach der turbulenten Zeit im Oktober stabilisiert, doch die Kritik an der Vereinsführung hat sich der Coach bewahrt: "Viele Vereine rüsten auf, wir müssen aufpassen, dass die Kluft nicht zu groß wird", sagte er der "SZ".

Labbadia weiß, dass sich auch seine Situation verbessert hat. Und das zu einem passenden Zeitpunkt: Im Sommer läuft sein Vertrag aus. Mit einer Verlängerung will Labbadia abwarten, "was der Club sich vorstellt und ob das zu meinen Vorstellungen passt". Spätestens in eineinhalb Monaten wird Labbadia Gewissheit haben. Dann schließt die Wintertransferperiode - und der Coach weiß, welchen Kurs die Vereinsführung einschlagen möchte.

VfB Stuttgart - Schalke 04 3:1 (2:1)
1:0 Ibisevic (2.)
1:1 Marica (12.)
2:1 Ibisevic (38., Foulelfmeter), 3:1 Ibisevic (61.)
Stuttgart: Ulreich - Sakai, Maza, Niedermeier, Boka - Kuzmanovic - Gentner, Holzhauser (71. Rüdiger) - Harnik (90.+1 Benyamina), Traore (86. Molinaro) - Ibisevic
Schalke: Hildebrand - Uchida (70. Barnetta), Höwedes, Matip, Christian Fuchs - Neustädter - Jones, Draxler - Holtby (82. Pukki) - Huntelaar, Marica
Schiedsrichter: Zwayer
Zuschauer: 55.880
Rote Karten: Sakai wegen groben Foulspiels (67.); Jones wegen groben Foulspiels (73.)
Gelbe Karten: Ibisevic (4), Boka (2), Traore (2), Harnik - Matip (2)

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