Von David von Niklas
Den vierzehnten Spieltag eröffnen am Freitagabend der VfL Bochum und der 1. FC Köln. Abstiegskampf im Ruhrgebiet, der Gastgeber dominiert in der ersten Hälfte das Spiel, trifft aber trotz klarer Chancen das Tor nicht. Die Kölner Führungsetage um Wolfgang Overath ist schockiert ob des schwachen Auftritts der Mannschaft und findet den Schuldigen noch in der Halbzeitpause: Trainer Zvonimir Soldo! Im Kabinengang drückt man ihm die Entlassungspapiere in die Hand - Wolfgang Overath denkt sich "Zvonimir - so ich Dir" und übernimmt das Traineramt für die zweite Hälfte. Der Erfolg ist bescheiden, Endstand 3:0 für die Bochumer.
Der Samstag beginnt mit einer großzügigen Geste von Borussia Dortmund: Der neue Co-Trainer Udo Lattek lädt jeden Einwohner aus Hoffenheim persönlich zum Gastspiel von 1899 ins Westfalenstadion ein. Der Kick ist dann eher müde - das Hoffenheimer Star-Ensemble will nicht, die Dortmunder können nicht. BVB-Trainer Jürgen Klopp kommentiert das 0:0 mit den Worten: "Das war heute nur halb saugeil!"
In Bremen hat sich Manager "Dukaten-Klausi" Allofs für den Besuch des Deutschen Meisters aus Wolfsburg eine besondere Überraschung überlegt. Extra für dieses eine Spiel hat man Roy Makaay aus den Niederlanden verpflichtet. Der hat immer noch die Nase, die man bei dem Bremer Zaubermittelfeld braucht. Innerhalb der ersten 20 Minuten erzielt Makaay vier Treffer, lässt sich danach allerdings auswechseln. Sein Flieger gehe um 16.24 Uhr zurück nach Rotterdam - und er müsse vorher noch duschen.
Armin Veh ist gänzlich bedient. Den Titel "Germany's Next Toptrainer" an Bruno Labbadia verloren zu haben, sei ja noch erträglich - aber nun mit der Meistermannschaft des vergangenen Jahres so im Niemandsland der Tabelle rumzudümpeln, sei einfach würdelos. Er ziehe eine Trennung vom VfL Wolfsburg ernsthaft in Erwägung. Von dieser Nachricht aufgeschreckt, machen sich unvermittelt Klaus Schlappner und Erich Ribbeck auf den Weg in die Autostadt, um ihre Bewerbung für das Traineramt bei Martin Winterkorn persönlich abzugeben. Schließlich wollten auch sie dem Beispiel von Rentnervorbild Jupp Heynckes folgen und bis 75 arbeiten! Armin Veh rudert daraufhin zurück.
Neu-Präsident Hoeneß korrigiert Ehrenpräsident Beckenbauer
Sonntagnachmittag empfängt Bayer Leverkusen den VfB Stuttgart. Der Tabellenführer gewinnt sein Heimspiel souverän 3:0, und Gästetrainer Markus Babbel ist frustriert. So langsam spüre man die Doppelbelastung von nationalem Wettbewerb und Champions League bei der Mannschaft. Jupp Heynckes gibt daraufhin zu Protokoll: "Dieses Problem der Doppelbelastung ist der Grund, warum wir in Leverkusen seit Jahren auf den internationalen Wettbewerb verzichten!"
Der deutsche Rekordmeister FC Bayern München kann den Schwung aus dem überzeugenden Sieg in der Champions League nicht mit in den Ligaalltag nehmen. Wie so oft in letzter Zeit kommt die Mannschaft von Louis van Gaal auch bei Hannover 96 nicht über ein Unentschieden hinaus: 1:1 lautet es nach 90 Minuten. Franz Beckenbauer sieht sich danach mal wieder genötigt, seinen FC Bayern harsch zu kritisieren: "Das Spiel hat mir in keinster Weise gefallen, das Einzigste, was der Mannschaft jetzt noch hilft, ist Straftraining!" Uli Hoeneß reagiert gelassen: "Als neuer Präsident des FC Bayern München sei es mir gestattet, den Kaiser zumindest sprachlich zu korrigieren: Die Begrifflichkeiten 'in keinster Weise' und 'das Einzigste' sieht die deutsche Sprache nicht vor. Inhaltlich stimme ich den Aussagen von Franz natürlich vollumfänglich zu!"
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