Hamburg - Und auf einmal war die Erlösung da: Ein genauer Pass von Eljero Elia, ein harter Schuss von Nils Petersen - mehr brauchte es nicht, um die Fans von Werder Bremen in Ekstase zu versetzen. Nun könnte man meinen, dass solch ein Jubel für ein 1:0 etwas übertrieben sei. Doch wer das sagt, der hat die 84 vorangegangenen Minuten nicht gesehen.
Bremen gegen Hannover als überlegene Mannschaft zu bezeichnen, wäre stark untertrieben, das lässt sich allein schon mit einer Zahl belegen: 32 Tormöglichkeiten weist die Statistik aus, davon sicher ein Dutzend sogenannter "Großchancen". Doch es dauerte bis zur Schlussphase, ehe die Werder-Profis, allen voran Doppeltorschütze Petersen (85./88.), den 2:0 (0:0)-Sieg gegen 96 besiegelten.
"Der Sieg war absolut verdient. Es wäre furchtbar gewesen, wenn wir heute die Tore nicht mehr gemacht hätten", sagte der sichtlich erleichterte Werder-Trainer Thomas Schaaf nach dem Spiel. Auch Hannovers Kapitän Jan Schlaudraff musste die eigene Unterlegenheit zugeben: "Die Bremer haben hochverdient gewonnen. Wir hatten zu wenig entgegenzusetzen. In der zweiten Halbzeit haben wir nur noch hintendrin gestanden."
Von Beginn an hatte Bremen auf das Tor von Hannovers Keeper Ron-Robert Zieler gedrängt, vergab jedoch schon in der Anfangsphase Chance um Chance. Zunächst köpfte Assani Lukimya nur an die Latte (2.), dann vergaben zweimal Mehmet Ekici (7.), Sokratis (9.) und Eljero Elia (11.), Petersen, Zlatko Junuzovic (beide 14.) und erneut Petersen (22.) beste Möglichkeiten.
Lukimya schießt aus sechs Metern über die Latte
Das waren längst nicht alle Bremer Chancen vor der Pause, 14:4 Torschüsse zählten die Statistiker in Halbzeit eins. Trotzdem gelang den Werder-Profis kein Treffer. Wenn Hannover eine seiner wenigen Konterchancen konsequenter genutzt hätte, wären Petersen und Co. vor dem Seitenwechsel sogar noch in Rückstand geraten.
In der zweiten Hälfte ließ der Druck von Werder zunächst etwas nach, die Spieler blieben sich jedoch treu: Erneut Lukimya hatte in der 55. Minute die nächste Großchance, als er nach einer schönen Kombination über die rechte Seite direkt abzog - und den Ball knapp über die Latte schoss.
Werder begann nun wieder mit dem munteren Chancen-vergeben. Petersen, Hunt: Sie konnten ihr Team einfach nicht erlösen. Als dann noch Manuel Schmiedebach für den bereits geschlagenen Zieler einen Sokratis-Kopfball auf der Linie klärte (77.), waren die Bremer der Verzweiflung nahe.
Doch dann kam Petersens Auftritt: Der Angreifer erzielte zunächst nach Vorarbeit von Elia das 1:0, nicht einmal zwei Minuten später erhöhte er dann mit einem Volleyschuss in den Winkel zum Endstand.
Werder Bremen - Hannover 96 2:0 (0:0)
1:0 Petersen (85.)
2:0 Petersen (88.)
Bremen: Mielitz - Ignjovski, Lukimya, Sokratis, Schmitz - Junuzovic - De Bruyne, Hunt - Elia (89. Prödl), Ekici (74. Yildirim) - Petersen (90.+1 Akpala)
Hannover: Zieler - Chahed, Haggui, Djourou, Pander - Schmiedebach (87. Sobiech), da Silva Pinto - Schlaudraff (79. Kadah), Huszti - Abdellaoue (40. Rausch), Diouf
Schiedsrichter: Manuel Gräfe
Zuschauer: 41.600 (ausverkauft)
Gelbe Karten: - Chahed (2), Djourou (2), Kadah
bka/sid
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