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Bremens Pleite in Ingolstadt: Schwäche im Sechspunktespiel

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Ratlosigkeit: Bremen verliert in Ingolstadt

Der Rückrundenstart war gut, die Euphorie nach dem Pokal-Triumph über Bayer Leverkusen groß - jetzt hat Werder Bremen wichtige Punkte gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf gelassen. "Wir sind frustriert" sagt Trainer Skripnik.

Wenn direkte oder unmittelbare Konkurrenten aufeinandertreffen, dann spricht man im Fußball häufig von einem Sechspunktespiel. Es geht um die "Big Points" einer Saison. Werder Bremen hatte zuletzt zwei solche Sechspunktespiele gegen 1899 Hoffenheim und den FC Ingolstadt - Konkurrenten aus der Abstiegszone. Die Ausbeute: gering. Die Folge: großer Ärger.

Die Abstiegssorgen bei Werder Bremen (Platz 16) sind nach dem 0:2 in Ingolstadt größer geworden. "Die Situation ist natürlich noch schlimmer geworden, ein bisschen unangenehmer, schärfer noch", sagte Trainer Viktor Skripnik nach der jüngsten Pleite: "Wir sind alle frustriert und hatten uns viel mehr vorgenommen. Die Sorge ist da, aber es bleibt noch Zeit."

Nach der Niederlage beim Aufsteiger und dem zeitgleichen 3:2-Sieg vom Vorletzten Hoffenheim gegen den FSV Mainz 05 beträgt der Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz nur noch zwei Punkte. Bremen spielte wie bereits in fast allen Rückrunden-Partien ordentlich, hat aber ein grundsätzliches Defensiv-Problem.

Vor dem 0:1-Rückstand: Chaos im Bremer Straftraum Zur Großansicht
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Vor dem 0:1-Rückstand: Chaos im Bremer Straftraum

Benjamin Hübner (12. Minute) und der eingewechselte Lukas Hinterseer (90./Foulelfmeter) hatten für die Ingolstädter Treffer gesorgt. Beide Tore fielen nach einem Standard, besonders die Entstehung von Hübners 1:0 war chaotisch und bezeichnend für Werders große Schwäche: Das Team kassiert fast immer einen Treffer, 44 in dieser Saison sind es bereits insgesamt. Seit 25 Partien spielte Bremen nicht mehr zu Null.

Keine Punkte: Sportchef Eichin wütend

Zum Vergleich: Gegner Ingolstadt hat nach 22 Partien erst 23 Tore kassiert - vor allem dank der beeindruckenden Defensiv-Stabilität dürfte sich der Aufsteiger aus dem Abstiegskampf schon bald verabschiedet haben. Der FCI hat nach dem Sieg 29 Punkte auf dem Konto, Werder 20. Statt auf drei Punkte heranzurücken, ist Ingolstadt nun mit neun Zählern Vorsprung weg - eine Niederlage in einem Sechspunktespiel tut weh.

"Du darfst von so einem Spiel nicht ohne Punkte nach Hause fahren. Mit unserer Qualität müssen wir in der Lage sein, hier ein Tor zu erzielen. Du darfst hier nicht verlieren, das ist ein Unding", sagte Sportdirektor Thomas Eichin: "Wenn du aus einem solchen Spiel nichts mitnimmst, musst du dir Sorgen machen."

Als nächste Aufgabe wartet auf Werder Bremen ein weiterer Konkurrent, ein weiteres Sechspunktspiel: der SV Darmstadt 98 ist zu Gast (27. Februar, SPIEGEL ONLINE High-Liveticker). Der Aufsteiger steht aktuell vier Zähler vor Werder. Die Mission aus Bremer Sicht ist klar: Das Team muss gewinnen, ansonsten verliert der Verein einen weiteren Kontrahenten in der Abstiegszone aus den Augen.

jan/dpa

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insgesamt 7 Beiträge
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1.
ftb7 20.02.2016
Das Problem ist Eichin! Skripnik holt aus dem Kader das maximale raus, aber wenn nur zwei Spieler bundesliga tauglich sind kann der beste Trainer da nix machen. Die Torhüter sind kaum 2.Liga tauglich und Eichin hat das noch nicht gemerkt. So sehe ich schwarz für weder.
2. Nicht Eichin sondern Skripnik
herminator_der_1. 20.02.2016
In der 1 Halbzeit wurde mit der Taktik des Trainers so gut wie keine einzige Torchance erspielt. In der 2.Halbzeit hat er dann genau so weiter spielen lassen. Wenn er gedacht hat Ingolstadt würde auf bedingungsloses Angriffsspiel umstellen wäre das evtl. richtig gewesen. Aber so langsam sollte man die Spielweise von Ingolstadt kennen. Statt hohe Bälle hätte man spielerisch Richtung Strafraum kommen müssen, dann hätts auch mal einen Freistoß gegeben.
3.
kumi-ori 20.02.2016
ich wüsste gern, was dann nach Meinung des Autors für Werder ein Dreipunktespiel sein soll, bzw. warum speziell Ingolstadt für Werder ein Steinbruch wäre. Die Schanzer haben seit Beginn der Saison konstant im Mittelfeld gespielt und konkurrieren definitiv nicht mit Werder um einen Platz in der zweiten Liga.
4. Tippspiel hat anderes Ergebnis
volantes 20.02.2016
Seid Ihr sicher, dass das Spiel 2:0 ausgegangen ist? Im SPIEGEL-Tippspiel ist es mit 2:2 angegeben, anscheinend haben die Kollegen dort ein anderes Spiel gesehen und gewertet.
5. ...
plutinowski 20.02.2016
Zitat von ftb7Das Problem ist Eichin! Skripnik holt aus dem Kader das maximale raus, aber wenn nur zwei Spieler bundesliga tauglich sind kann der beste Trainer da nix machen. Die Torhüter sind kaum 2.Liga tauglich und Eichin hat das noch nicht gemerkt. So sehe ich schwarz für weder.
Naja wer in Gladbach und Leverkusen (Pokal) und Schalke auswärts gewinnt, hat vermutlich schon ein paar bundesligataugliche Spieler. Vielleicht lassen sich die Probleme nicht immer auf eine Einzelperson reduzieren. Wenn man erstmal unten steht, spielen vermutlich auch die Nerven einen Streich.
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