Remis zwischen Werder und Frankfurt Eggesteins Traumtor reicht nicht zum Sieg

Schöne Tore, guter Fußball: Bremen und Frankfurt lieferten sich ein sehenswertes Duell. Trotz zweimaliger Führung musste sich Werder am Ende mit einem Remis begnügen.

Maximilian Eggestein
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Maximilian Eggestein


Werder Bremen und Eintracht Frankfurt haben beim 2:2 (1:1) gezeigt, dass sie zu den spielstarken Mannschaften der Bundesliga gehören. Die Gastgeber schafften es trotz zweimaliger Führung nicht, den achten Saisonsieg zu sichern. Mit 26 Punkten ist Werder nun Tabellenelfter, Frankfurt liegt mit 31 Punkten vorerst auf Platz vier. Allerdings kann RB Leipzig - auch 31 Punkte - am Sonntag schon mit einem Remis gegen Düsseldorf (18.30 Uhr, Liveticker bei SPIEGEL ONLINE) wieder vorbeiziehen.

Frankfurt konzentrierte sich von Beginn an auf seine Spezialität Konter und ließ Werder das Spiel machen. Doch obwohl die Eintracht dementsprechend tief stand, fand Bremen früh Lücken in der gegnerischen Abwehr für vielversprechende Angriffe.

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Frankfurter Remis in Bremen: Viele jubeln, keiner siegt

Am kreativsten stellte sich Maximilian Eggestein beim Lückenfinden an. Der 22-Jährige bekam den Ball gut 20 Meter vor dem Frankfurter Tor, umzingelt von Simon Falette, David Abraham und Danny da Costa. Eggestein dribbelte kurz und schlüpfte dann mit einer Drehung durch das Gegner-Trio hindurch, ehe er zum 1:0 einschob (27. Minute). Ein Treffer der Kategorie Traumtor.

Rebis trifft per Schlenzer zum 1:1

Angesichts der Bremer Führung gab Frankfurt seine Lauerstellung auf. Schon acht Minuten nach dem Gegentor machte sich das bezahlt: Werder konnte nach einem Eintracht-Angriff nicht vollends klären, der Ball landete bei Ante Rebic. Und der Kroate zeigte, dass er nicht nur ein starker Sprinter, sondern auch ein feiner Fußballer ist. Mit einer Finte ließ er seinen Gegenspieler ins Leere laufen, dann traf er per Schlenzer ins lange Eck des Bremer Tores, 1:1 (35.).

Danach übernahm wieder Werder, doch zwei gute Chancen zur erneuten Führung wurden vom Pfosten (Maximilian Eggestein, 39.) und von Frankfurts Torhüter Kevin Trapp (43.) entschärft.

Glück für Werder in der Nachspielzeit

Nach der Pause ging es dann weiter mit den sehenswerten Toren. Max Kruse spielte einen perfekten Steilpass auf Martin Harnik, der Österreicher schüttelte Falette ab und ließ dann auch Trapp stehen, indem er den Ball rechts am Keeper vorbeilegte und selbst links an Trapp vorbeilief, ehe er zum 2:1 traf (52.). Kurz darauf hatte Kruse eine gute Chance, auch noch das 3:1 zu machen, doch Trapp lenkte den Heber des Bremers neben das Tor.

Eher profan dann das vierte Tor: ein Elfmeter. Ludwig Augustinsson war im Bremer Strafraum zu Boden gegangen und legte den Arm auf den Ball. Den folgenden Strafstoß verwandelte Sebastien Haller (68.). Werder riskierte anschließend immer mehr, um doch noch einen Sieg zu schaffen - und hatte in der Nachspielzeit nochmal großes Glück: Ein Handspiel von Niklas Moisander im eigenen Strafraum blieb unerkannt.

Werder Bremen - Eintracht Frankfurt 2:2 (1:1)
1:0 Maximilian Eggestein (27.)
1:1 Rebic (35.)
2:1 Harnik (52.)
2:2 Haller (68., Handelfmeter)
Bremen: Pavlenka - Langkamp (37. Veljkovic), Bargfrede, Moisander - Gebre Selassie, Maximilian Eggestein, Klaassen, Augustinsson - Harnik (69. Sargent), Kruse, Johannes Eggestein (86. Pizarro)
Frankfurt: Trapp - Abraham (67. Russ), Hasebe, Falette - da Costa, de Guzman (63. Gacinovic), Rode (87. Stendera), Kostic - Jovic - Haller, Rebic
Schiedsrichter: Markus Schmidt
Zuschauer: 42.100 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Gebre Selassie (2), Veljkovic (3), Bargfrede (5), Klaassen (3) - Kostic (3), Rode (2)

luk



insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
widower+2 26.01.2019
1. Tolles Spiel
Die Frankfurter zeitweise an die Wand gespielt, aber wieder das diese Saison durchziehende Problem: Mangelhafte Chancenauswertung und Pech (Pfostenschuss von M. Eggestein). Egal. Ob Europa oder nicht, Werder macht wieder Spaß und Frankfurt auch. Man kann sich als Fußballfan auf jedes Spiel dieser beiden Mannschaften freuen. Aber langsam wird das für mich alten Sack etwas zu aufregend.:)
charlybird 26.01.2019
2. Schade,
das Handspiel von Augustinson war Pille Palle, sozusagen ein Geschenk, aber pfeifbar, das von Moisander außerhalb der Box, das wäre dann ein Doppelgeschenk für die schlechtere spielerische Leistung des Abends gewesen. Aber es war ein Fußballspiel, wie man es seltener sieht, deswegen Chapeau an beide Teams. Leider hat es keinen verdienten Sieger gegeben und der hätte Bremen heißen müssen.
tarbosaurus.bataar 26.01.2019
3.
Zitat von charlybirddas Handspiel von Augustinson war Pille Palle, sozusagen ein Geschenk, aber pfeifbar, das von Moisander außerhalb der Box, das wäre dann ein Doppelgeschenk für die schlechtere spielerische Leistung des Abends gewesen. Aber es war ein Fußballspiel, wie man es seltener sieht, deswegen Chapeau an beide Teams. Leider hat es keinen verdienten Sieger gegeben und der hätte Bremen heißen müssen.
Hätten die Bremer doch gestern nur bei der Handball-Nationalmannschaft mitgespielt. Dann stünden wir morgen im Finale gegen Dänemark!
istdochegal73 27.01.2019
4. Heile Welt der Fans
Ich war gestern im Stadion und habe als "Eintrachtler" ein warscheinlich komplett anderes Spiel gesehen als die hier anwesenden Fußballexperten. Da wird von geschenkten Elfmetern, "an die Wand spielen" usw. gesprochen. Wenn die Bremer Mannschaft auch an solche Geschichten glaubt, spielen sie nächste Saison in der zweiten Liga. Man soll immer auf dem Boden bleiben und sich nicht in Traumwelten verlieren. Frankfurt war gestern zwar defensiv schlecht drauf, aber dafür wesentlich abgezockter. Bremen hat als Heimmannschaft passabel gespielt, aber sich das ein oder andere Mal überrumpeln lassen. Fazit: Bremens Kohfeldt braucht ne Brille, Frankfurt muss defensiv stärker werden.
DerSchiller 27.01.2019
5.
Zitat von istdochegal73Ich war gestern im Stadion und habe als "Eintrachtler" ein warscheinlich komplett anderes Spiel gesehen als die hier anwesenden Fußballexperten. Da wird von geschenkten Elfmetern, "an die Wand spielen" usw. gesprochen. Wenn die Bremer Mannschaft auch an solche Geschichten glaubt, spielen sie nächste Saison in der zweiten Liga. Man soll immer auf dem Boden bleiben und sich nicht in Traumwelten verlieren. Frankfurt war gestern zwar defensiv schlecht drauf, aber dafür wesentlich abgezockter. Bremen hat als Heimmannschaft passabel gespielt, aber sich das ein oder andere Mal überrumpeln lassen. Fazit: Bremens Kohfeldt braucht ne Brille, Frankfurt muss defensiv stärker werden.
Da hilft tatsächlich die Einordnung als "Eintrachtler" gegenüber den anderen "Fußballexperten". Ich habe das Spiel gestern auf Sky sehen können und Bremen war die deutlich gefährlichere Mannschaft und hat wirklich schön kombiniert. Die fehlende Effizienz scheint mir hierbei die Krux zu sein und sollte tatsächlich angegangen werden. Frankfurt war nicht nur defensiv schwach, auch offensiv war das mehr Glück als Können. So weit sollte man auch als Fan objektiv sein.
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