Last-Minute-Sieg in Hannover Bremen feiert Befreiungsschlag im Abstiegskampf

Sie kämpften, sie wagten, und sie kamen zu Chancen: In einem Abstiegskrimi lieferten sich Hannover 96 und Werder Bremen ein packendes Spiel - mit dem besseren Ende für die Gäste. Der Siegtreffer fiel kurz vor Schluss.

Bremen-Verteidiger Prödl: Siegtreffer kurz vor Schluss
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Bremen-Verteidiger Prödl: Siegtreffer kurz vor Schluss


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Hamburg - War das die Rettung? Werder Bremen hat einen wichtigen Erfolg im Bundesliga-Abstiegskampf gefeiert. Gegen Tabellennachbar Hannover 96 gelang ein 2:1 (0:1)-Auswärtssieg. Szabolcs Huszti brachte 96 in Führung (43. Minute). Franco di Santo gelang der Ausgleich (57.), kurz vor Schluss drehte Sebastian Prödl die Partie zugunsten der Bremer.

Durch den Sieg hat Bremen als Zwölfter acht Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang. Hannover rutscht auf Platz 13, liegt aber weiter fünf Zähler vor der Abstiegszone, da die Konkurrenz aus Stuttgart, Nürnberg und Hamburg zuvor ebenfalls verloren hatte.

"Das Tor ist das einzig Gute am Spiel. Ansonsten war es eine extrem schlechte Leistung von uns", sagte Hannovers Sportdirektor Dirk Duffner beim TV-Sender Sky: "Damit können wir in keiner Weise zufrieden sein."

Werder begann stark: Erst verpasste Prödl eine Freistoßflanke von Zlatko Junuzovic knapp (8.), dann scheiterten Clemens Fritz (13.) und Philipp Bargfrede (15.) mit ihren Distanzschüssen jeweils an starken Paraden von 96-Torwart Ron-Robert Zieler. Die klarste Chance zur Führung hatte Bremens Eljero Elia, dem in der 17. Minute in Hannovers Strafraum der Ball vor die Füße sprang. Statt auf den freistehenden di Santo querzulegen, versuchte es der Niederländer aus spitzem Winkel selbst - wieder verhinderte Zieler den Rückstand.

Schulz verpasst Ausgleich in der Nachspielzeit

Nach einer halben Stunde fand Hannover besser ins Spiel. Lars Stindl verzeichnete den ersten gefährlichen Abschluss der Gastgeber, er verfehlte Bremens Tor mit einem Schlenzer knapp (31.). Dass Hannover zur Pause in Führung lag, überraschte dennoch: Nach einem Foul von Bargfrede gab es Freistoß für Hannover, in Werders Mauer öffnete Elia die Lücke für Schütze Huszti, dessen Schuss in der Tormitte einschlug. Bremens Keeper Raphael Wolf sah ebenfalls schlecht aus.

Schon vor dem Ausgleich hatte Werder den Schwung der ersten halben Stunde verloren. In Rückstand gelang den Bremern erst recht nicht mehr viel - bis zur 58. Minute: Elia übersah di Santo diesmal nicht, sondern bediente den Argentinier mit einer starken Spielverlagerung. Aus rund zehn Metern traf di Santo zum Ausgleich.

Es entwickelte sich eine offene Partie, bis in die Schlussminuten hinein lag für beide Teams ein Treffer im Bereich des Möglichen. Für Hannover vergab Leon Andreasen gleich zweimal aus guter Position (63., 77.). Bei Werder köpfte di Santo knapp am Tor vorbei (69.), Junuzovic scheiterte zudem zweimal am starken Zieler (81.,89.).

Spät gelang Prödl nach einem Eckball aus kurzer Distanz das 2:1. Die Bremer waren noch am Jubeln, da wäre Christian Schulz beinahe der Ausgleich gelungen, doch der ehemalige Bremer verfehlte mit einem Kopfball den Pfosten um Zentimeter (90.+3).

Hannover 96 - Werder Bremen 1:2 (1:0)
1:0 Huszti (43.)
1:1 di Santo (57.)
1:2 Prödl (90.)
Hannover: Zieler - Hiroki Sakai, Hoffmann, Christian Schulz, Prib - Sané (63. Bittencourt), Andreasen - Stindl, Huszti - Schlaudraff (91. Sulejmani), Rudnevs (75. Ya Konan)
Bremen: Wolf - Fritz, Prödl, Caldirola, Garcia - Bargfrede - Junuzovic, Makiadi (90.+1 Lukimya) - Hunt (84. Gebre Selassie) - Elia (79. Petersen), di Santo
Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)
Zuschauer: 49.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Stindl (6) - Prödl (3)
Torschüsse: 9 / 11
Ballbesitz: 51 / 49 %

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mon

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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
frank_w._abagnale 30.03.2014
1. Korkut am Ende?
Ich fürchte, dass sich das mutige Experiment mit Korkut als fataler Fehler erwiesen hat. Wenn H96 jetzt nicht gegensteuert, ist ein direkter Abstieg alles andere als unwahrscheinlich.
Attila2009 30.03.2014
2.
Zitat von frank_w._abagnaleIch fürchte, dass sich das mutige Experiment mit Korkut als fataler Fehler erwiesen hat. Wenn H96 jetzt nicht gegensteuert, ist ein direkter Abstieg alles andere als unwahrscheinlich.
Hannover hat genug Substanz um sich zu wehren. Korkut wurde aber wohl zu früh hochgelobt. So sind unsere Medien aber das ist nicht gut. Entweder alles Super und Gala oder alles Mist. Der Trainer kann nicht alles bewirken, da sind auch die Spieler gefragt und bei Hannover waren die sich wohl zu sicher. Dann kommt der Schlendrian.
SonicTwen 30.03.2014
3. H96
Wenn Hannover kühlen Kopf bewahrt, dürfte nichts schief gehen.
lensenpensen 30.03.2014
4. Ich würde die Sache nun nicht so schwarz sehen,...
Zitat von frank_w._abagnaleIch fürchte, dass sich das mutige Experiment mit Korkut als fataler Fehler erwiesen hat. Wenn H96 jetzt nicht gegensteuert, ist ein direkter Abstieg alles andere als unwahrscheinlich.
und wenn man unter "gegensteuern" nicht schon wieder "Trainer raus", sondern gewinnen versteht, so hat 96 gute Chancen auf den Klassenerhalt. Erstmal stehen sie noch 5 Punkte über dem Strich. Des Weiteren, bei noch ausstehenden 6 Spielen,geht es in fünfen gegen Vereine, die derzeit noch hinter 96 stehen. Man hat es also vollkommen selber in der Hand, den Abstieg zu verhindern. Ich freue mich nun erstmal weiterüber die drei Punkte heute und 8 Punkte Vorsprung auf Rang 16. Die kommenden Spiele werden noch schwer genug.
elbfischer72 30.03.2014
5. in Bremen wird jetzt wieder gejubelt...
..und doch, das Problem steht in Person von R.Dutt am Spielfeldrand. Weiterhin ist kein Konzept zu erkennen - und so ist es nicht verwunderlich, dass mit Prödl ein Defensivspieler Werder am atmen hält. Insgesamt machen die altgedienten Prödl und Hunt den Unterschied aus, welcher das Unvermögen Dutts ein wenig kaschiert.
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