WM-Qualifikation gegen Kasachstan: Götze für Gomez, Ärger für Löw

BVB-Star Götze: In Kasachstan wohl auf ungewohnter Position Zur Großansicht
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BVB-Star Götze: In Kasachstan wohl auf ungewohnter Position

Joachim Löw wird im WM-Qualifikationsduell mit Kasachstan aller Voraussicht nach auf Mario Götze als offensivsten Spieler setzen. Der Mittelfeldstar von Borussia Dortmund soll statt Mario Gomez auflaufen. Beim Gegner sorgt indes eine Äußerung des Bundestrainers für Unverständnis.

Hamburg - "Niemand hat das Recht, unserer Nationalmannschaft vorzuschreiben, wie und gegen wen sie spielen darf", schimpfte ein kasachischer Verbandsvertreter. Die Kasachen sind sauer, weil Bundestrainer Joachim Löw sie in eine Reihe mit Ländern wie Andorra, San Marino und die Färöer gestellt hat, allesamt keine Größen im Fußball. Pflichtspiele gegen solche Teams seien fragwürdig, sagte Löw.

Beim WM-Qualifikationsduell am Freitag (19 Uhr, ZDF und Liveticker SPIEGEL ONLINE) in Astana wird Löw aller Voraussicht nach erneut ohne echten Stürmer spielen. Der Dortmunder Mario Götze würde in diesem Fall als "falsche Neun" auflaufen, für Mario Gomez bliebe wie zuletzt beim FC Bayern erst einmal nur die Ersatzbank.

Schon beim 2:1 gegen Frankreich zum Auftakt des Länderspiel-Jahres hatte es Löw in der zweiten Hälfte mit dieser Taktik versucht, ebenso beim 0:0 im November 2012 gegen die Niederlande. Hinter Götze sind Thomas Müller, Mesut Özil und Lukas Podolski im offensiven Mittelfeld erste Wahl. Sie sollen den Dortmunder bei den Angriffen auf dem ungewohnten Kunstrasenplatz unterstützen. BVB-Profi Marco Reus fehlt gelbgesperrt.

Im defensiven Mittelfeld sind Sami Khedira und Bastian Schweinsteiger gesetzt. Khedira wird von seiner Knöchelverletzung, die er am Dienstag beim Training erlitten hatte, nicht mehr behindert. Auch Schweinsteiger und Podolski haben ihre leichteren Blessuren überwunden.

Zwei Bundesligaprofis beim Gegner

Der Gegner vertraut fast ausschließlich Akteuren aus der heimischen Liga - einzig die beiden Bundesligaprofis Heinrich Schmidtgal (Greuther Fürth) und Konstantin Engel (Energie Cottbus) spielen im Ausland. Vor allem Schmidtgal, der wie Engel in Kasachstan geboren wurde und als Kind nach Deutschland zog, gilt als Hoffnungsträger. "Er ist wieder fit und zerreißt sich im Kampf", titelt die Verbands-Homepage martialisch.

Doch die Spieler des Gastgebers verbreiten eher Durchhalteparolen. "Das ist Fußball, und alles kann passieren", sagt Mittelfeldspieler Marat Chairullin. "Wir werden versuchen, unsere besten Fähigkeiten zu zeigen." Allerdings sieht Löw Fortschritte bei den Kasachen: "Mein Eindruck war, dass sie in der Defensive kompakter und intelligenter in der Zweikampfführung geworden sind."

Irland (2:1) und Schweden (2:0) mühten sich zu knappen Siegen. Für Österreich reichte es in Astana sogar nur zu einem 0:0. Diese Peinlichkeit will sich Löw ersparen. In der Qualifikationsgruppe C liegt das DFB-Team (10 Punkte) auf Platz eins. Schweden (7) und Irland (6) spielen am Freitag gegeneinander, haben aber noch ein Spiel mehr auszutragen.

Kasachstan - Deutschland (Freitag, 19 Uhr) in Astana
(voraussichtliche Aufstellungen)
Kasachstan: Sidelnikow - Engel, Logwinenko, Dmitrenko, Kirow - Nurdauletow, Bogdanow - Konysbajew, Chairullin, Schmidtgal - Ostapenko
Deutschland: Neuer - Lahm, Mertesacker, Boateng, Schmelzer - Khedira, Schweinsteiger - Müller, Özil, Podolski - Götze
Schiedsrichter: Anastasios Kakos (Griechenland)

chp/sid/dpa

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1. anderer Modus ?
dr.joe.66 21.03.2013
Man könnte ja auch den Modus verändern - so wie das zum Beispiel in Ozeanien gemacht werden. Da spielen dann zuerst die kleinen Inseln gegeneinander, und irgendwann kommen dann die größeren dazu. In der CL oder der Europa-League läuft es ja auch so. Oder aber man schmeißt alle Kugeln in einen Topf und lost komplett frei aus. Wäre doch lustig, wenn Holland, England, Italien, Spanien und Deutschland in einer Qualifikationsgruppe wären, und San Marino, Färöer, Liechtenstein, Luxemburg und der Vatikan in einer anderen... Ich kann den Herrn Löw schon verstehen - aber durch diese Spiele müssen alle durch. Also: Haut sie weg!
2. Für die "kleinen" Fußballnationen
n+1 21.03.2013
sind die Pflichtspielen für EM und WM die Saisonhöhepunkte. Unverständlich, dass sich die hohen Herren dafür zu fein sind. Ich drücke Kasachsten die Daumen!
3.
vali.cp 21.03.2013
Zitat von n+1sind die Pflichtspielen für EM und WM die Saisonhöhepunkte. Unverständlich, dass sich die hohen Herren dafür zu fein sind. Ich drücke Kasachsten die Daumen!
nun in einigen anderen Sportarten gibt es Modelle nach denen Vorentscheidungen, Setzlisten etc gängig sind. Selbst im Fussball ist gibt es das System der Ligen auf nationaler Ebene. Es wäre durchaus diskussionswürdig auch auf internationaler so zu verfahren. Ist im Eishockes meines Wissens auch so, dass es 2 Klassen gibt.
4. SR-Team
querdenker13 21.03.2013
Eine Frage wird auch die Leistung und das Verhalten des Schiri-Teams sein. Aber man kann ja nicht alles vorhersehen. Ironie aus.
5. Arrogant
haber100 21.03.2013
Zitat von n+1sind die Pflichtspielen für EM und WM die Saisonhöhepunkte. Unverständlich, dass sich die hohen Herren dafür zu fein sind. Ich drücke Kasachsten die Daumen!
Sehe ich genauso. Für die meisten Kasachen ist das vielleicht der Saisonhöhepunkt. Und das sei ihnen herzlich gegönnt. Wer zur WM will, muss sich eben qualifizieren, auch Deutschland, und da gehört eine solche Reise dazu. Überraschend undiplomatisch von Herrn Löw, diese Äußerung.
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Fußballstadien: Europas Top-Arenen

Die deutschen Gruppengegner in der WM-Qualifikation
Schweden
Die größten WM-Erfolge liegen für Schweden schon Jahrzehnte zurück. 1958 wurde das Team Zweiter, 1950 und 1994 jeweils Dritter - seitdem aber bleibt der Weltranglisten-19. hinter seinen hohen Erwartungen auf internationaler Ebene zurück. Zuletzt jedoch zeigten die Schweden wieder Klasse - als sie in Berlin ein 0:4 gegen Deutschland zu einem 4:4 aufholten.

Bilanz gegen Deutschland: 12 Siege, 9 Unentschieden, 14 Niederlagen; 57:65 Tore.
Irland
Zu hause eine Macht, auswärts eher harmlos. Auch unter dem italienischen Star-Trainer Giovanni Trapattoni konnten die Iren ihr Image als liebenswerte Verlierer nicht loswerden. Seit Juli 2008 ist "Trap" im Amt. Bei der WM 2002 trotzte Irland in der Vorrunde den Deutschen ein 1:1 ab. Auch in der Qualifikation für die EM 2008 hatte es die DFB-Elf mit Irland zu tun, siegte zu Hause 1:0 - in Dublin gab es nur ein 0:0, in der Qualifikation im Oktober 2012 siegte die Löw-Elf in Dublin 6:1. Irland war bisher dreimal bei Weltmeisterschaften (1990, 1994, 2002), bei der WM 1990 scheiterte das Team erst im Viertelfinale. Die meisten Spieler spielen in der englischen Premier League.

Bilanz gegen Deutschland: 5 Siege, 4 Unentschieden, 8 Niederlagen; 27:26 Tore
Österreich
Die Alpenrepublik war zuletzt der Lieblingsgegner des DFB, seit knapp 25 Jahren hat Deutschland keine Partie mehr gegen Österreich verloren. Darunter waren vier Gastspiele in Wien. Von den insgesamt 36 Duellen sind aber zwei unrühmlich in Erinnerung geblieben: Die "Schmach von Cordoba" 1978 und die "Schande von Gijón" 1982. Österreich spielt um die achte WM-Teilnahme - seit 1998 blieb nur die Zuschauerrolle.

Bilanz gegen Deutschland: 9 Siege, 6 Unentschieden, 22 Niederlagen; 52:78 Tore.
Färöer-Inseln
Fußball ist auf der Inselgruppe im Nordatlantik angesagt wie kaum ein anderer Sport - aber auf schwachem Niveau. Bei nicht einmal 50.000 Einwohnern hat der irische Nationaltrainer Brian Kerr nicht viele personelle Alternativen. So bleiben Achtungserfolge des Weltranglisten-112. Ausnahmeerscheinungen. Die einzigen beiden Spiele gegen die deutsche Nationalmannschaft waren derartige: Im Rahmen der EM-Qualifikation 2004 tat sich das Team des damaligen Teamchefs Rudi Völler sowohl beim 2:0 auswärts als auch beim 2:1 daheim schwer. Eine Überraschung gelang den Färöern im Juni 2010 mit einem 2:0 über Estland.

Bilanz gegen Deutschland: 0 Siege, 0 Unentschieden, 2 Niederlagen; 1:4 Tore.
Kasachstan
Seit 1994 ist Kasachstan Mitglied der Fifa und wartet seither auf die Teilnahme an einem großen Turnier. Das Land liegt zu 90 Prozent in Asien. Deutschland hat eine makellose Bilanz gegen den Fußball-Zwerg - das Löw-Team gewann beide Duelle in der Qualifikation zur EM 2012 (3:0, 4:0). Der Auftritt in der Hauptstadt Astana bedeutet wieder Reisestrapazen samt rund fünfeinhalb Flugstunden für die DFB-Auswahl. Namhafte Spieler hat das Land nicht zu bieten, bis auf wenige Ausnahmen - etwa Heinrich Schmidtgal, der in der 2. Bundesliga für die SpVgg Greuther Fürth aufläuft.

Bilanz gegen Deutschland: 0 Siege, 0 Unentschieden, 4 Niederlagen; 1:13 Tore.