Disput im TV-Studio Klopp lässt ZDF-Moderator auflaufen

BVB-Trainer Jürgen Klopp ist nach der Champions-League-Niederlage gegen Real Madrid mit einem ZDF-Journalisten aneinandergeraten. Der hatte ihn mit allzu schlichter Fragerei gereizt.

BVB-Trainer Klopp: "Sind wir fertig?"
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BVB-Trainer Klopp: "Sind wir fertig?"


Hamburg - 0:3 in Madrid verloren - und dann musste BVB-Trainer Jürgen Klopp auch noch zum ZDF. Zu jenem Sender also, bei dem er sich zuletzt mehrfach nach Spielen Wortgefechte mit Journalisten geliefert hatte.

Ob Klopp nicht während des Spiels an Robert Lewandowski gedacht und sich gewünscht habe, der Top-Stürmer stünde auf dem Platz, wollte ZDF-Moderator Jochen Breyer wissen. Klopp rang um Fassung und entgegnete dann trocken, er sei ja schließlich kein Idiot - Lewandowski sei nun mal nicht dabei gewesen, da mache er sich als Trainer solche Gedanken dann auch nicht.

Wie Klopps Einstellung in Sachen Rückspiel sei, fragte Breyer. "Sie haben gerade gesagt, wir treten natürlich an, aber die Sache ist durch, oder?" Klopp rang erneut nach Worten, ehe er seinem Unverständnis kopfschüttelnd Ausdruck verlieh: "Wie könnte man mir Geld überweisen für meinen Job, wenn ich heute hier sagen würde, die Sache ist durch? Das wäre genauso doof, als wenn ich sagen würde, wir hauen die sicher weg."

Es war nicht das erste Mal, dass Klopp Journalisten des öffentlich-rechtlichen Senders zurechtwies, wie er gleich selbst eingestand: "Entschuldigung, ich möchte nicht im ZDF-Studio schon wieder mit jemanden aneinandergeraten. Aber auf doofe Fragen kann ich nur doof antworten. Wie wir alle wissen."

Dann blickte er genervt zu Breyer und fragte: "Sind wir fertig?" Der ZDF-Moderator lachte verlegen und sagte: "Wir sind fertig, Sie dürfen gehen." Klopp warf daraufhin das Mikro auf den Tisch und gab Kahn die Hand, nicht ohne eine letzte Spitze zu verteilen: "Olli, super heute wir zwei", ehe er mit schnellen Schritten und sichtlich genervt das Studio verließ. Kahn hatte ihm keine einzige Frage gestellt.

War Klopp nun zu empfindlich oder der ZDF-Mann zu dilettantisch? Bei Twitter ist das Echo eindeutig: "Da kann ich gut verstehen, dass Jürgen #Klopp patzig wird, wenn der @ZDFsport Volontär nach dem Spiel so bescheuerte Fragen stellt", twittert Florian Seifert.

"Dankeschön, Jürgen #Klopp. Zurecht dem Herrn Breyer mal aufgezeigt, wie dumm doch manche Fragen sind. Dumme Frage, dumme Antwort!", meint Torben.

Und Alex kommentiert: "Da gebe ich #Klopp ausnahmsweise Recht. Was für eine saudoofe Frage von einem gebührenfinanzierten @ZDFsport Journalisten."

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Ärger mit Reporterin und Kahn

Mitte März war Klopp schon einmal nach einem Spiel mit einer ZDF-Reporterin aneinandergeraten. Nach einer Niederlage im Bundesliga-Spiel gegen Mönchengladbach blaffte er die Reporterin an, er müsse arbeiten und stehe unter Stress, die Journalisten seien dagegen nur zum Urlaubmachen im Stadion. Die ZDF-Mitarbeiterin ließ sich das nicht gefallen und widersprach. Am nächsten Tag habe Klopp sich bei ihr entschuldigt, erzählte sie SPIEGEL ONLINE.

Vier Tage später stritt der BVB-Trainer sich mit dem ZDF-Experten Oliver Kahn. Nach der Niederlage im Champions-League-Spiel gegen Zenit St. Petersburg provozierte Klopp den Ex-Welttorhüter mit den Worten, Kahn habe "immer in Ligen gespielt, mit denen ich nichts zu tun hatte. Dementsprechend kann er sagen, was er will. Ich glücklicherweise aber auch."

Kahn konterte: "Wenn man austeilt, muss man auch mal einstecken können und nicht immer so sensibel reagieren." Auf Klopps Replik, er sei überhaupt nicht sensibel, stichelte Kahn weiter: "Ich verstehe Jürgen Klopp. Wenn man als Trainer in so einer Situation ist, wenn man mit vielen Widrigkeiten umgehen muss, das zehrt, das zehrt auch an den Nerven." Bevor der Streit eskalieren konnte, schaltete sich der Moderator Oliver Welke ein und beendete die Sendung.

mig/cte

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rodplaukrün 03.04.2014
1. Qualitätsjournalismus
Spiegel Online zitiert also "Florian Seifert" und "Torben", aha. Was soll mir das bitte sagen? Muss ich die jetzt kennen, sind das Fußballexperten, Kommunikationsexperten, oder sind das auch einfach nur Hansels, die meinen, zu allem überall immer nen Kommentar ablassen zu müssen? Was bitte soll der Quatsch?
Phil2302 03.04.2014
2.
Ich schaue mir die Interviews danach gar nicht erst an, es sind immer die gleichen sinnentleerten Fragen, da wüsste ich auch gar nicht, was man darauf antworten soll. Immer wieder erstaunlich, was sich heute alles Journalist schmipfen darf.
Nonsens 03.04.2014
3. Die Fragen mögen ja schlicht
gewesen sein, aber Klopp ist der einzige, der dünnhäutig rumläuft. Soll er doch froh sein, dass wir keine vernünftigen Analysten bei den öffentlich rechtlichen haben .Die würden ihn dann Fragen, wieso er z.b. so einen Grobmotoriker wie Grosskreutz überhaupt in der Mannschaft hat. Der gehört in einen Dorfclub. Mal gespannt, was er dann sagen würde, der Herr Klopp. So tun sie ihm doch nicht weh.
Karbonator 03.04.2014
4.
Ausnahmsweise kann ich Klopp diesmal sogar einigermaßen verstehen. Der Jochen Breyer sieht nicht nur so aus wie einer der Orks aus Peter Jacksons Herr der Ringe, sondern ist auch so ein guter Sportreporter, wie es ein eben solcher Ork wohl wäre. Bezeichnend, daß ausgerechnet dieser Herr das Sport-Studio (und eben auch die CL) moderieren darf. Nichtsdestotrotz könnte Klopp mal lernen, auf solcherlei Dinge ruhig zu reagieren. Es ist nicht das erste Mal, daß er seine Nerven nicht unter Kontrolle hat... und es wird nicht das letzte Mal bleiben. Das wirkt dann einfach unprofessionell und zumindest für mich unsympathisch. Selbst wenn er bei Breyer Recht haben mag. Und zu den obligatorischen "Nix da! Der ist halt emotional!"-Zwischenrufern: Es gab schon immer emotionale Trainer... nur hat früher emotional nicht bedeutet, daß man sich mit dem Schiri (heute eben der 4. Unparteiische) oder mit Journalisten anlegt... sondern an der Seitenlinie alles aus sich raus läßt, um auf sein Team einzuwirken... und das war's dann auch. Heute sorgen Trainer wie Klopp, Tuchel, Streich oder Mourinho (die ich fachlich alle eigentlich sehr schätze) dafür, daß man bei emotionalen Trainern in erster Linie an diese Rumpelstielzchen denke, die alles, was sich ihnen in den Weg stellt, anblaffen und anschreien. Schade.
masaru 03.04.2014
5. tsiss
Erst nen schlechten Trainerjob machen und dann noch patzig werden...
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