Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Dreifach-Torschütze Aubameyang: Filigraner Fließbandarbeiter

Aus Augsburg berichtet Christoph Leischwitz

BVB-Profi Aubameyang: "Unbeschreiblich" Zur Großansicht
DPA

BVB-Profi Aubameyang: "Unbeschreiblich"

Drei Tore im ersten Bundesliga-Spiel: Für Dortmunds Zugang Pierre-Emerick Aubameyang war die Partie in Augsburg ein sensationeller Start. Das Lob seiner Kollegen war groß, Trainer Klopp jedoch mahnte. Tatsächlich kaschierten Aubameyangs Treffer einige Schwächen des BVB.

Massimo Mariotti war nach dem Spiel ein gefragter Mann, dabei ist er eigentlich nur Jugendtrainer bei Borussia Dortmund. Weil er aber auch Italienisch und Französisch spricht, fungiert er derzeit vor allem als Dolmetscher für Pierre-Emerick Aubameyang. Und nachdem der dreifache Torschütze beim 4:0-Erfolg zum Bundesliga-Auftakt beim FC Augsburg nach sechs TV-Interviews keine Lust mehr hatte, Frage und Antwort zu stehen, war es an Mariotti zu erzählen, was der erste Anführer der Torjägerliste von sich gegeben hatte.

Das alles sei natürlich "unbeschreiblich", hatte der 24-jährige Gabuner gesagt, den Salto nach dem 1:0 habe er nur gemacht, weil es "ein besonderes Tor" gewesen sei, das erste in der Bundesliga. Noch vor einer Woche im DFB-Pokal beim Viertligisten SV Wilhelmshaven (3:0) hatte der Neuzugang von St. Etienne (19 Tore in der vergangenen Saison) beste Möglichkeiten vergeben.

In Augsburg war es umgekehrt, aus fünf Torchancen machte er drei Treffer. Zudem hatte außer ihm kaum jemand beim BVB Chancen gehabt gegen verbissen kämpfende Augsburger. "Ohne ihn hätte es länger 0:0 gestanden, das hätte dem Gegner sicher in die Karten gespielt", sagte sein Trainer Jürgen Klopp.

Hellauf begeistert hört sich Klopp nicht an. "Er ist der klassisch schnelle Spieler, der im Moment hauptsächlich noch wegläuft." Aubameyang sei eben sehr schnell und lebe diese Stärke aus. "Das wird aber irgendwann zu durchsichtig, da muss man flexibler werden", so Klopp.

Es ist unwahrscheinlich, dass er den offensiven Mittelfeldspieler mit der Aussage einfach ein wenig aus dem Rampenlicht ziehen wollte. Denn Aubameyang spielte zwar auffällig und ungemein effektiv, aber tatsächlich auch nur wie ein filigraner Fließbandarbeiter. Er traf immer dann, wenn er genug Platz und nur einen Gegenspieler gegen sich hatte, den er im Sprint abschütteln konnte.

Das wichtige 1:0 war aus einer Situation entstanden, in der Augsburg in Halbzeit eins "ein einziges Mal keine Ordnung gegen den Ball" hatte, so formulierte es FCA-Trainer Markus Weinzierl. Nach einer guten Stunde waren die Kräfte der Gastgeber geschwunden, die Abstände zu den Gegenspielern wurden zusehends größer. Als Vorlagengeber fiel Aubameyang allerdings auch da nicht sonderlich auf.

Zahlreiche Unsicherheiten in der BVB-Abwehr

Der Gabuner könnte zwar noch oft von der bekannten Dortmunder Stärke profitieren, im Mittelfeld die Bälle zu erobern und schnell nach vorne zu spielen. Nur: Gegen Augsburg funktionierte dies lange Zeit gar nicht. Neben zahlreichen Unsicherheiten in der Abwehr fiel vor allem auf, dass sich der BVB in wichtigen Zweikämpfen den Schneid abkaufen ließ und der Ball dann in die andere Richtung rollte - wenngleich Augsburg oft zu ungenau agierte, um dem Champions-League-Finalisten wirklich gefährlich zu werden. Vor der Pause ließ sich der Favorit sogar einige Minuten in die eigene Hälfte drängen, der Ausgleich lag in der Luft - und wurde vor allem durch Sven Bender mit einer Rettungstat auf der Linie verhindert (42. Minute).

Aubameyangs Tore hatten die Schwächen kaschiert. So konnten sich die anderen Spieler hernach auf das Schwärmen über ihren neuen Mitspieler konzentrieren. Nuri Sahin etwa sagte, was ihm noch mehr imponiert habe als die drei Tore, sei Aubameyangs Abwehrarbeit: "Das ist sehr wichtig für unsere Mannschaft, dass auf der Position mitgearbeitet wird. Das hat er sehr gut gemacht."

Aubameyang selbst findet, die Bundesliga sei viel "intensiver" als die französische Ligue 1, er müsse mehr laufen, auch nach hinten. Er hatte zweifelsfrei auch in diese Richtung mehr gearbeitet als etwa Robert Lewandowski. Und er hatte jene Freiräume für Tore genutzt, die Lewandowski gar nicht erst entdeckte.

Der Pole selbst stellte ganz zum Schluss die gute Zusammenarbeit mit dem neuen Offensivpartner heraus: "Ich habe ihn gesehen, und er ist ein sehr schneller Spieler, er hat auch keine Probleme mit dem Torschuss", sagt der Angreifer über seine Vorlage zum 3:0. Er hätte schon in dieser Saison gerne für einen anderen großen, deutschen Verein gespielt. Doch das ist erst einmal kein Thema mehr. Nach dem ersten Spieltag gab er die Interviews erst, als Pierre-Emerick Aubameyang schon lange enteilt war.

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 21 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Lewankrummski
web62 10.08.2013
halten war nicht schlau! Tausch gegen Mandzukic plus cash, voila!
2.
blurps11 10.08.2013
Ich warte geduldig auf den Artikel zu Sami Allagui, der Aubameyang mit drei Toren und drei Vorlagen in den ersten beiden Pflichtspielen der Saison noch in den Schatten stellt :)
3. @spiegel.de
Quatsch 10.08.2013
"Es ist unwahrscheinlich, dass er den offensiven Mittelfeldspieler mit der Aussage einfach ein wenig aus dem Rampenlicht ziehen wollte" Sollte wahrscheinlich "Es ist wahrscheinlich" heissen, oder?
4. Der eingeschnappte
rics 11.08.2013
SuperStürmer Robert L. hätte schon nach 60 Minuten vom Platz fliegen müssen. Nur gefoult und nachgetreten. Frust? Und dieser Schiri. Beschwert sich noch mal ein Dortmunder über die Bevorrteilung der Bayern.
5. Lewandowski will immer nur weg und spielt besch.....
DonMcM 11.08.2013
Was ist da letzte Saison eigentlich passiert beim BVB ? Darüber nur Schweigen, selbst die Medien stellen da keine Fragen. Auf jeden Fall wirft das ein Licht auf die Stimmung in der Mannschaft nach dem Abgang von Götze: Jeder hat wohl überlegt abzuhauen. Nur noch der FC Bayern zählt bei Spielern und Presse in der Liga. Trotz Steuer-ProblemHoeness. Das wird der Liga insgesammt nicht bekommen. Das sind spanisch-engl-ital. Verhältnisse. Macht kein Spaß. Dortmund muss sich wieder junge neue Spieler heranbilden und zwar schnell.. und viel viel Glück haben. Und: Laufen bis der Arzt kommt. Vielleicht ist Aubameyang schon so ein Glücksfall. Wers glaubt...
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Fotostrecke
1. Bundesliga-Spieltag: Hertha Spitze, Dortmund nüchtern


Themenseiten Fußball
Tabellen


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: