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BVB-Sieg in Amsterdam: Die Reife eines Titelfavoriten

Aus Amsterdam berichtet

Die Gruppe D galt als härteste aller Herausforderungen in der Champions League. Borussia Dortmund hat sie als Tabellenerster mit Bravour gemeistert und damit den Nachweis eines Reifeprozesses erbracht. Startrainer wie Alex Ferguson zählen den BVB nun zum Favoritenkreis.

DPA

Marcel Schmelzer sprintete los. Knapp 20 Meter legte der 24-Jährige im höchsten Tempo zurück, ehe er dem Amsterdamer Verteidiger Ricardo van Rhijn den Ball abjagte. Eigentlich eine wenig erwähnenswerte Szene, gab es davon doch etliche im Spiel - wäre sie nicht in der 86. Minute passiert. Beim Stand von 4:0 gegen den niederländischen Meister Ajax Amsterdam. Der Aufwand, den der linke Außenverteidiger trotz einer mehr als komfortablen Führung betrieb, war sinnbildlich für den Einsatz seiner gesamten Mannschaft. Und zwar nicht nur beim jüngsten 4:1-Erfolg gegen Amsterdam, sondern in der gesamten Gruppenphase.

"Wir investieren viel und werden nun dafür endlich auch belohnt", sagt Mats Hummels. Der Innenverteidiger von Borussia Dortmund ist einer, der Misserfolge lange mit sich herumträgt und sie schwer abhaken kann. Das klägliche Europa-Aus Borussia Dortmunds in der Vorsaison, an dem auch Hummels mit teils katastrophalen Fehlern beteiligt war, hing dem 23-Jährigen noch Monate nach. "Aber jetzt haben wir ja allen gezeigt, dass unser Fußball auch international funktioniert", sagte Hummels.

Doch dieser BVB-Fußball, der im vergangenen Jahr noch häufig den Zusatz "Vollgas-" oder "ICE-" vorgesetzt bekam, ist dabei keineswegs zu vergleichen mit dem Auftreten in dieser Saison. Während Dortmund in den beiden vergangenen Jahren noch extrem davon profitierte, dass das schnelle Umschaltspiel, das immense Pressing und die unvorhersehbaren Dribblings des heutigen Mittelfeldspielers von Manchester United, Shinji Kagawa, die Gegner überraschten, manchmal sogar übertölpelten, wirkt der heutige BVB-Fußball deutlich reifer, erwachsener.

Dortmund hat Lehren gezogen

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BVB-Sieg in der Champions League: Götze und Reus mit Po-Tanz
"Klar haben wir gelernt. Es gab ja auch viel zu lernen, da wir in der vergangenen Saison vor allem in Europa viele Fehler gemacht haben. Aber wir haben das analysiert und wussten, dass wir das diesmal besser machen werden", sagte Robert Lewandowski, der gegen Ajax wettbewerbsübergreifend zum dritten Mal in Folge zwei Tore in einem Spiel erzielte. Die Lehren, die Dortmund aus den bisherigen europäischen Auftritten gezogen hat, lassen sich auf wenige Schlagworte reduzieren: Effizienz, Klarheit, Geduld.

Zwar musste der Doublesieger der vergangenen Saison auch in dieser europäischen Spielzeit harte Rückschläge erleiden, kassierte gegen Manchester City und Real Madrid mit dem Schlusspfiff die Ausgleichstreffer. Trotzdem wirkt diese junge Mannschaft wesentlich gefestigter als im Vorjahr.

"Wie weit wir in unserer Entwicklung derzeit stehen, will ich nicht beurteilen. Das würde nämlich bedeuten, dass ich weiß, wann der Entwicklungsprozess ein Ende hat. Wir haben aber nicht vor, unsere Entwicklung zu beenden", sagt Jürgen Klopp. Dass seine Spieler wie der gegen Amsterdam wieder einmal überragende Mario Götze oder der strategisch immer klarer spielende Ilkay Gündogan in dieser Saison riesige Leistungssprünge geschafft haben, nimmt der Trainer aber sehr wohl zur Kenntnis.

Große Stabilität im Spiel des BVB

Hinzu kommt, dass es Klopp nach erheblichen Schwierigkeiten zu Saisonbeginn erneut geschafft hat, eine große Stabilität ins Spiel des BVB zu bringen. Das Mittelfeld steht derzeit wohl sogar noch kompakter als in der vergangenen Spielzeit. Und auch Zugang Marco Reus scheint das Pressingmodell à la Klopp mittlerweile vollkommen verinnerlicht zu haben. Bis auf Manchester City hat sich keine der drei Top-Mannschaften in der Gruppe D ein Torchancen-Gros gegen Dortmund erspielen können.

"Besteht der BVB die Gruppenphase, ist er ein Kandidat auf den Sieg in der Champions League", hatte Real Madrid-Trainer José Mourinho bereits vor einigen Wochen gesagt. Auch Manchester United-Startrainer Alex Fergusen zählt den Deutschen Meister bereits zum Favoritenkreis. Dass der BVB in seiner Entwicklung tatsächlich bereits so weit sein sollte, fällt mindestens genauso schwer zu glauben wie das Bestehen der "Todesgruppe" D kurz nach der Champions-League-Auslosung.

Denn trotz aller Jubelstürme über die fabelhaften europäischen Leistungen in der Königsklasse sollte angemerkt werden, dass der BVB-Kader auf zentralen Positionen wie dem Sturm oder den Außenverteidigern sehr dünn besetzt ist. Das kraftraubende Dortmunder Spiel wird aber gegebenenfalls noch die eine oder andere Verletzung nach sich ziehen. Clubs wie Bayern München, Real Madrid oder Manchester United sind deutlich breiter, qualitativ hochwertiger besetzt.

"Uns hat letztes Jahr aber auch niemand eine Saison mit 81 Punkten voraussagen können. Wenn wir weiter unseren Fußball spielen, die anderen weiter schön die Favoriten sind, dann ist für uns alles möglich", sagt Lewandowski, "wir können alles gewinnen."

Ajax Amsterdam - Borussia Dortmund 1:4 (0:3)
0:1 Reus (8.)
0:2 Götze (36.)
0:3 Lewandowski (41.)
0:4 Lewandowski (67.)
1:4 Hoesen (86.)
Amsterdam: Vermeer - van Rhijn, Alderweireld, Moisander, Blind - Poulsen (46. Schöne) - Enoh (63. Hoesen), Eriksen - Lukoki, de Jong, Boerrigter (73. Fischer) Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Sven Bender (63. Perisic), Gündogan - Götze (70. Blaszczykowski), Reus (79. Schieber), Großkreutz - Lewandowski
Schiedsrichter: Proenca (Portugal)
Zuschauer: 50.000
Gelbe Karten: Enoh, Moisander - Götze

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insgesamt 86 Beiträge
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1. Bayern kann sich warm anziehen
warndtbewohner 22.11.2012
noch ein paar mal stolpern die Bayern und dann ist der BVB wieder erster. Bayern wird weder Meister , noch DFB Pokalsieger und schon gar nichts in der Champions Legue reißen. Der BVB ist klarer Favorit in aller 3 Wettbewerben und wird mit einer solchen Leistung auch klar vorne liegen!
2.
pariah_aflame 22.11.2012
... das freut auch das herz eines nicht-bvblers, zeigt es doch, dass all die (vor allem dem fcb zugeneigte) "experten", die stets behaupteten, der "bvb könne kein europa" endlich als die deppen dastehen, zu der sie diese aussage auch schon letzte saison gemacht hat. denn wer sieht, wie diese truppe in den letzten zwei jahren gespielt hat, kann nicht im entferntesten daran glauben, dass es für den europäischen wettbewerb nicht reicht. ich muss lewandowski zustimmen, die können alles gewinnen. und es würde mich nicht überraschen, wenn es diesmal die CL wäre. und die bayern zittern sicher auch schon wieder, dass ihr riesenvorsprung noch den bach runtergeht ...
3.
gegenpressing 22.11.2012
Zitat von warndtbewohnernoch ein paar mal stolpern die Bayern und dann ist der BVB wieder erster. Bayern wird weder Meister , noch DFB Pokalsieger und schon gar nichts in der Champions Legue reißen. Der BVB ist klarer Favorit in aller 3 Wettbewerben und wird mit einer solchen Leistung auch klar vorne liegen!
Und, schon Haus und Hof drauf verwettet, oder haste Schiete in der Buchs?
4. .....
jujo 22.11.2012
Zitat von sysopDPADie Gruppe D galt als härteste aller Herausforderungen in der Champions League. Borussia Dortmund hat sie als Tabellenerster mit Bravour gemeistert und damit den Nachweis eines Reifeprozesses erbracht. Startrainer wie Alex Ferguson zählen den BVB nun zum Favoritenkreis. http://www.spiegel.de/sport/fussball/bvb-sieg-in-amsterdam-die-reife-eines-titelfavoriten-a-868616.html
Mir fehlt die logische, sportliche Begründung warum Lewandowski wechseln will, oder ist es ein Pokern um mehr Geld, das währe ja verständlich. Sportlich ist er doch beim BvB bestens aufgehoben, bei einem anderen Verein ist dann ev. nur Ergänzungsspieler.
5.
muellerthomas 22.11.2012
Zitat von warndtbewohnernoch ein paar mal stolpern die Bayern und dann ist der BVB wieder erster. Bayern wird weder Meister , noch DFB Pokalsieger und schon gar nichts in der Champions Legue reißen. Der BVB ist klarer Favorit in aller 3 Wettbewerben und wird mit einer solchen Leistung auch klar vorne liegen!
Da bin selbst ich als BVB-Fan skeptisch. Der BVB ist zwar nur einen Punkt schlechter als letzte Saison, aber der Vorsprung des FCB ist schon deutlich. Entscheidend dürfte das Spiel in München am 1.12. sein.
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2007 AC Mailand
2006 FC Barcelona
2005 FC Liverpool
2004 FC Porto
2003 AC Mailand
2002 Real Madrid
2001 FC Bayern München
2000 Real Madrid
1999 Manchester United
1998 Real Madrid
1997 Borussia Dortmund
1996 Juventus Turin
1995 Ajax Amsterdam
1994 AC Mailand
1993 Olympique Marseille

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