Englischer Ligapokal Chelsea-Torwart verweigert Auswechslung - City gewinnt Finale im Elfmeterschießen

Sein Ersatzmann stand schon zur Einwechslung bereit, doch Chelsea-Torhüter Kepa Arrizabalaga wollte unbedingt das Elfmeterschießen bestreiten. Dort wurde er zur tragischen Figur - und City danach Pokalsieger.

Kepa Arrizabalaga (rechts)
REUTERS

Kepa Arrizabalaga (rechts)


Im Elfmeterschießen hat sich Manchester City zum zweiten Mal in Folge den englischen Ligapokal gesichert. Das Finale gegen Chelsea ging nach torlosen 120 Minuten ins Elfmeterschießen, wo City 4:3 gewann. Chelseas Jorginho vergab den ersten Elfmeter der Blues, David Luiz traf den Pfosten. Torhüter Kepa Arrizabalaga hatte zwischendurch die Chance, sein Team zurückzubringen. Doch Sergio Agüeros Schuss rutschte dem 24-Jährigen unter dem Körper durch.

Zum Ende der Verlängerung spielten sich an der Seitenlinie skurrile Szenen ab. Chelsea-Torwart Arrizabalaga wurde wegen wiederholter Oberschenkelbeschwerden zur Auswechslung beordert, der Ersatzmann Willy Caballero stand schon bereit. Doch Arrizabalaga weigerte sich, den Platz zu verlassen. Chelsea-Trainer Maurizio Sarri war außer sich vor Wut, ließ seinen Torwart jedoch gewähren.

Das jüngste Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften in der Liga war in einem 6:0-Sieg für City geendet. Chelsea startete dementsprechend zurückhaltend in die Partie, ließ Manchester ungestört bis über die Mittellinie kommen, um dann in der eigenen Hälfte den Zweikampf zu suchen. Mit Erfolg: Im ersten Durchgang kam die Mannschaft von Pep Guardiola nur selten zum Abschluss.

Durch die defensive Grundausrichtung kam jedoch auch Chelsea nur selten in gefährliche Situationen. Bei Ballverlusten des Gegners versuchte das Team, durch schnelles Umschaltspiel vor das Tor zu kommen.

Eden Hazard, den der viel kritisierte Sarri im Sturmzentrum spielen ließ, fehlten im Konterspiel oft die Anspielstationen. Die nominellen Mittelstürmer Gonzalo Higuaín und Olivier Giroud saßen auf der Bank. In der Verlängerung kam schließlich Zugang Higuaín in die Partie, wodurch Hazard auf die gewohnte Position auf dem linken Flügel zurückkehrte.

Hazard entfacht Chelseas Offensive

Erst als etwa eine Stunde gespielt war, wagte Chelsea immer mehr offensive Aktionen, hatte in der 66. Minute auch die vorläufig beste Gelegenheit, in Führung zu gehen. Hazard setzte sich auf der Grundlinie gegen mehrere City-Verteidiger durch, legte für den heransprintenden N'Golo Kanté auf, doch dessen Schuss ging über das Tor. Zehn Minuten zuvor war ein Treffer von Agüero wegen Abseits aberkannt worden.

Eden Hazard (links) und Vincent Kompany
AFP

Eden Hazard (links) und Vincent Kompany

Nach 90 Minuten ging es torlos in die Verlängerung. Dort kehrte Chelsea zu seiner defensiven Einstellung zurück und überließ Manchester den Ball. Aus dem Ballbesitz schöpften die Citizens eine Großchance, bei der César Azpilicueta im Liegen den Schuss von Agüero aus fünf Metern abwehrte.

Die Entscheidung brachte erst das Elfmeterschießen, wo Chelseas Jorginho und David Luiz vergaben. Citys einzigen Fehlversuch durch Leroy Sané machte Raheem Sterling mit einem erfolgreichen fünften Versuch wett.

FC Chelsea - Manchester City 0:0 n.V. und 3:4 im Elfmeterschießen
Elfmeterschießen:
Ederson hält gegen Jorginho
0:1 Gündogan
1:1 Azpilicueta
1:2 Agüero
2:2 Emerson
Arrizabalaga hält gegen Sané
Luiz trifft den Pfosten
2:3 B. Silva
3:3 Hazard
3:4 Sterling
London: Arrizabalaga - Azpilicueta, Rüdiger, Luiz, Emerson - Kanté, Jorginho, Barkley (89. Loftus-Cheek) - Pedro (79. Hudson-Odoi), Hazard, Willian (95. Higuain)
Manchester: Ederson - Walker, Otamendi, Laporte (46. Kompany), Zinchenko - De Bruyne (86. Sané), Fernandinho (91. Danilo), D. Silva (79. Gündogan) - B. Silva, Agüero, Sterling
Schiedsrichter: Jonathan Moss
Gelbe Karten: Luiz, Rüdiger, Jorginho - Fernandinho
Zuschauer: 81.775

mrk



insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
Europa! 25.02.2019
1. Das Problem war der Pfostenschuss von Ruiz, oder?
Wenn ich mir die Tore des Elfmeterschießens ansehe, kann ich nur sagen: Es war wohl kein Fehler von Arrizabalaga, dass Chelsea verloren hat. Die Überschrift ist also irreführend.
minggu 25.02.2019
2. Charaktertest
Na da bin ich ja mal gespannt.... Eine absolute Frechheit, Respektlosigkeit nicht zuletzt auch gegenüber seinen Teamkollegen und ein blanker Hohn für eine Vorbildfigur seitens Kepas. Jetzt ist es aber so, dass er bis dato Transfer der teuerste Torwart der Fussballgeschichte war, gegen einen angeschlagenen Trainer integriert und in einer Mannschaft spielt, die in den letzten Wochen in der PL taumelte. Das wird ein echter Charaktertest für den Club, ich bin mega gespannt, wie er sich da verhält...
schiessl7783 25.02.2019
3. Streit ohne Sieger
An dem Streit sieht ganz man ganz offensichtlich, dass Sarri keinen Zugriff mehr auf die Mannschaft hat (falls er ihn jemals hatte). Hätte der Torwart den Elfer gehalten, so wäre er der Held gewesen. Jetzt hat der Streit beiden geschadet, dem Spieler weil er sich widersetzt hat und damit seinen Verein und seiner Mannschaft geschadet hat und dem Trainer weil er keine Führungsqualitäten zeigte und die Situation vorher nicht geklärt hat bzw sich nicht durchsetzen könnte.
tingeltangel-bob 25.02.2019
4.
Zitat von schiessl7783An dem Streit sieht ganz man ganz offensichtlich, dass Sarri keinen Zugriff mehr auf die Mannschaft hat (falls er ihn jemals hatte). Hätte der Torwart den Elfer gehalten, so wäre er der Held gewesen. Jetzt hat der Streit beiden geschadet, dem Spieler weil er sich widersetzt hat und damit seinen Verein und seiner Mannschaft geschadet hat und dem Trainer weil er keine Führungsqualitäten zeigte und die Situation vorher nicht geklärt hat bzw sich nicht durchsetzen könnte.
Keine Führungsqualitäten hatte? Sich nicht durchsetzen konnte? Ja was soll er denn machen? Den Schiri bitten, ihm mal eben Rot zu zeigen, um ihn vom Platz zu bekommen? Die Situation nicht geklärt? Wenn überhaupt, dann hätte Kepa hier etwas erklären müssen. Heute hat er ja behauptet, dass alles nur ein großen Missverständnis war, und er Sarri nur signalisieren wollte, dass er er weiterspielen KANN. Fragt sich nur, warum er nicht zur Seitenlinie gegangen ist, und seinem Trainer das ins Gesicht gesagt hat, sondern David Luiz als Boten missbraucht hat. Nee, das war einfach nur unverschämt seinem Trainer, dem Verein und in allererster Linie auch Caballero gegenüber, und der eindeutige Verlierer heißt hier Kepa. Solche Typen will nämlich kein Verein haben, völlig unabhängig davon wer grad Trainer und wie sein Marktwert ist. Und ich hoffe, Chelsea zieht hier ´ne dicke rote Linie, wieder unabhängig davon, ob Sarri dort noch lange Trainer ist.
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