Ancelotti über sein Aus bei Bayern "Ich spürte nur das Vertrauen von vier oder fünf Spielern"

Vor dem Spiel in Paris erinnert sich Carlo Ancelotti an sein Aus beim FC Bayern. Er äußerte sich zur Stimmung vor seinem letzten Spiel. Dabei stichelte er gegen den deutschen Rekordmeister.

Carlo Ancelotti
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Carlo Ancelotti


Am Abend (21 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE; TV: DAZN) kehrt Carlo Ancelotti als Trainer der SSC Neapel zurück nach Paris. An einen Ort, der aus mehreren Gründen ein besonderer in der Karriere des Italieners ist. Anderthalb Jahre arbeitete er hier für seinen heutigen Gegner PSG, gewann die französische Meisterschaft. Aber es ist auch der Ort, an dem Ancelotti eine seiner bittersten Niederlagen kassierte.

Im September 2017 verlor er als Trainer des FC Bayern 0:3 bei Paris-Saint Germain. Es war sein letztes Spiel mit den Münchnern, wenig später wurde er entlassen. Nun, da er mit Neapel in der französischen Hauptstadt antritt, erinnert er sich an die Begegnung sowie die Stimmung im Verein, vergleicht sie mit seiner Situation in Neapel - und kritisiert die Münchner.

"Vor einem Jahr spürte ich hier in Paris das Vertrauen von lediglich vier oder fünf Bayern-Spielern. Jetzt spüre ich die Unterstützung des ganzen Klubs", sagte Ancelotti am Dienstag auf der Pressekonferenz vor dem Spiel. Er beschrieb auch, was sich in den gut zwölf Monaten verändert hat - und was nicht: "PSG hat einen neuen Trainer, der FC Bayern hat nach wie vor Probleme und meine Stimmung ist anders als damals", sagte er.

Tuchel sagte den Bayern ab - und trifft nun auf Ancelotti

Mit PSG-Coach Thomas Tuchel trifft Ancelotti zudem auf einen Trainer, der ebenfalls bereits Erfahrungen mit den Bayern gemacht hat. Schon nach der Entlassung Ancelottis soll Tuchel die Wunschlösung des Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge gewesen sein. Spätestens als Nachfolger für Jupp Heynckes war er dann ein handfester Kandidat - sagte aber selbst ab und unterschrieb letztlich in Paris.

Die Bayern hatten sich offenbar zu spät zurückgemeldet. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete damals, Präsident Uli Hoeneß, Spordirektor Hasan Salihamidzic und Rummenige hätten per Telefonkonferenz versucht, Tuchel doch noch von einem Engagement zu überzeugen. Vergeblich.

In die jeweils erste Saison bei ihrem neuen Verein sind beide Trainer erfolgreich gestartet. Tuchel feierte in der Liga mit PSG zehn Siege in zehn Spielen. Neapel verlor zwar unter anderem das Spitzenspiel gegen Juventus, holte bisher aber 21 von 27 Punkten. In der Champions League spielen sie in einer der stärkeren Gruppen. Neben PSG und Neapel ist auch der FC Liverpool Teil der Gruppe C. PSG (drei Punkte) verlor zum Auftakt gegen das Team von Jürgen Klopp, ist mittlerweile aber trotzdem Zweiter - weil Neapel (Platz eins, vier Punkte) gegen Liverpool (Platz drei, drei Punkte) gewann.

aev/sid



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