Hamburg - Das torlose Unentschieden zwischen Fortuna Düsseldorf und dem FC St. Pauli war schon lange abgepfiffen, doch die Stimmung war noch immer aufgeheizt. Der Grund: St. Pauli-Verteidiger Carlos Zambrano, der in der 73. Minute wegen Foulspiels die Gelb-Rote Karte gesehen und beim Verlassen des Platzes Düsseldorfs Sascha Rösler angespuckt hatte.
"Solche Leute gehören lange aus dem Verkehr gezogen", sagte Fortunas Abwehrspieler Tobias Levels nach dem Spiel und forderte eine Sperre für Zambrano. Da Schiedsrichter Wolfgang Stark und seine Assistenten den Vorfall nicht bemerkt und auch nicht im Spielbericht vermerkt hatten, nun ermittelt das DFB-Sportgericht.
Rösler belastete Zambrano zudem noch zusätzlich: "Ich bin auch kein Kind von Traurigkeit, aber Zambrano hat vorher schon Bodzek (Fortuna-Mittelfeldspieler Adam Bodzek, d. Red.) ins Gesicht gespuckt. Das geht gar nicht." Ob dieser Vorwurf stimmt, lässt sich jedoch nicht anhand der TV-Bilder sagen.
Wieder einmal ist Rösler betroffen
Auch St. Pauli-Trainer André Schubert kritisierte seinen Spieler: "Spucken gehört sich grundsätzlich nicht, weder auf dem Fußballplatz noch woanders." Wie lange eine mögliche Sperre für Zambrano ausfallen wird, ist nicht abzusehen. Nürnberg-Profi Javier Pinola war Ende 2010 vom Sportgericht wegen "krass sportwidrigen Verhaltens in der Form einer Tätlichkeit" für vier Spiele gesperrt worden, nachdem er Bayerns Bastian Schweinsteiger bespuckt hatte. Pinola hatte sich jedoch nach der Aktion bei dem deutschen Nationalspieler telefonisch entschuldigt.
Vereinsintern drohen Zambrano allerdings keine Konsequenzen. "Das ist eines Spielers des FC St. Pauli nicht würdig, aber es ist leider passiert", sagte Teammanager Christian Bönig am Dienstag. Ein ernstes Gespräch mit Zambrano sei vorgesehen. "Danach wird ihm so etwas nicht mehr passieren", so Bönig.
Am Tag nach dem Vorfall entschuldigte sich Zambrano bei Rösler und zeigte sich einsichtig. "Ich habe mich grob unsportlich verhalten, das hätte mir nicht passieren dürfen", so der 22-Jährige. Es habe viele Situationen gegeben, die die Stimmung auf dem Rasen habe hitziger werden lassen. "Es gab schon im Vorfeld meines Platzverweises und der anschließenden Aktion viele Wortgefechte. So hat eins zum anderen geführt. Das soll aber keine Entschuldigung für mein Fehlverhalten sein."
In der Kritik steht jedoch auch der Bespuckte selbst. "Es gab ja genügend Provokationen von der anderen Seite. Über Sascha Rösler brauche ich nichts mehr zu sagen, das haben meine Kollegen schon zur Genüge getan", sagte St. Pauli-Trainer Schubert. Rösler war bereits in der Vergangenheit für sein Auftreten auf dem Platz kritisiert worden. So bezeichnete ihn der Frankfurter Trainer Armin Veh wegen dessen schmutziger Spielweise als "Schauspieler" und "Schande für den deutschen Fußball".
bka/sid
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