Anstiftung zur Fremdenfeindlichkeit Cas bestätigt Simunic-Sperre

Josip Simunic wird definitiv nicht an der WM in Brasilien teilnehmen. Der Internationale Sportgerichtshof wies eine Beschwerde des kroatischen Nationalspielers gegen die verhängte Zehn-Spiele-Sperre ab. Der Ex-Bundesligaprofi hatte eine umstrittene Parole über über das Stadionmikrofon gebrüllt.

Kroatischer Nationalspieler Simunic: Für die WM gesperrt
AP/dpa

Kroatischer Nationalspieler Simunic: Für die WM gesperrt


SPIEGEL ONLINE Fußball
Hamburg - Die Fußball-Weltmeisterschaft findet endgültig ohne den Kroaten Josip Simunic statt. Der Internationale Sportgerichtshof Cas lehnte die Beschwerde des ehemaligen Bundesliga-Profis gegen die von der Fifa verhängte Zehn-Spiele-Sperre ab. Außerdem wurden die Geldstrafe in Höhe von 30.000 Schweizer Franken (24.500 Euro) und das Stadionverbot für Simunic bestätigt.

Der 36 Jahre alte Verteidiger von Dinamo Zagreb war vom Weltverband Fifa wegen diskriminierenden Verhaltens und Anstiftung zur Fremdenfeindlichkeit zu der Sperre verurteilt worden. Simunic hatte nach dem Spiel gegen Island und der geglückten Qualifikation für die Fußball-WM 2014 am 19. November über das Stadionmikrofon die Parole "Za Dom - Spremni!" gerufen. Der umstrittene Ustascha-Gruß heißt übersetzt: "Für die Heimat - bereit!" Die Ustascha war ein 1929 gegründeter Geheimbund, der sich zu einer faschistischen Bewegung entwickelte.

Obwohl Simunic bei einer Cas-Anhörung am 8. Mai erklärte, dass er nicht die Absicht hatte zu beleidigen oder zu diskriminieren, sondern nur seine patriotischen Gefühle mit den Fans teilen wollte, folgten die Sportrichter der Argumentation des Fußballers nicht.

Die Fifa begrüßte das Urteil des Sportgerichtshofs: "Mit dieser Entscheidung hat der Cas die Anstrengungen der Fifa, die Rassismus aus dem Fußball verbannen will, klar und deutlich unterstützt."

Kroatien trifft im WM-Eröffnungsspiel am 12. Juni in São Paulo auf Gastgeber Brasilien. Dieses Spiel wird auch Simunic' Teamkollege Mario Mandzukic vom FC Bayern München verpassen, weil er gegen Island eine Rote Karte gesehen hatte.

mib/dpa

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