TSG-Niederlage gegen Manchester City Alles gut - bis zur 87. Minute

Hoffenheim stand gegen Manchester City vor einer großen Überraschung. Dann passierte ein folgenschwerer Fehler.

Pavel Kaderabek (r.) und Citys Kyle Walker
ARMANDO BABANI/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Pavel Kaderabek (r.) und Citys Kyle Walker

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Déja-Vu: Ob Pep Guardiola kurz nach Spielbeginn wohl an den 22. August 2015 gedacht hatte? Damals, als Trainer des FC Bayern, lag sein Team bereits nach wenigen Sekunden 0:1 in Hoffenheim zurück. Über drei Jahre später ereilte ihn dasselbe Schicksal. Diesmal als Coach von Manchester City. Doch womöglich erinnerte er sich auch noch an den Ausgang des Spiels von damals. Die Münchner gewannen dank eines späten Treffers von Robert Lewandowski. Die Geschichte sollte sich wiederholen.

Ergebnis: Manchester City gewinnt bei 1899 Hoffenheim 2:1 (1:1). Der entscheidende Treffer durch David Silva fiel wenige Minuten vor dem Abpfiff. Hier geht es zum Spielbericht.

Ungleiches Duell: Viele Zuschauer hatten mit einem viel deutlicheren Ergebnis gerechnet. Zwischen den Trainern beider Teams, Pep Guardiola und Julian Nagelsmann, liegen 16 Jahre, 26 Titel und 356 Pflichtspiele. Die TSG Hoffenheim empfing in ihrem ersten Champions-League-Heimspiel der Vereinsgeschichte den Tabellenführer und amtierenden Meister der Premier League. Den Klub, der aktuell über den zweitteuersten Kader der Welt verfügt (1,06 Milliarden Euro, Quelle: transfermarkt.de). Größer hätten die Gegensätze vor Anpfiff nicht sein können. Dabei stand der Favorit unter Druck.

Ausgangslage: Denn am ersten Spieltag der Gruppe F verloren die Citizens - einer der Titelanwärter in der Königsklasse - überraschend bei Olympique Lyon (1:2). Hoffenheim hingegen punktete in der Ukraine bei Schachtar Donezk (2:2). Ein Vorteil für die TSG?

Erste Hälfte: Lange sah es so aus. Die Nagelsmann-Elf ging nach 44 Sekunden in Führung. Ishak Belfodil erzielte sein erstes Champions-League-Tor, nachdem die Abseitsfalle der Gäste missglückte (1. Minute). Ganz nebenbei war es das zweitschnellste Gegentor für ein englisches Team in der Königsklasse - Roms Stephan El Shaarawy war vor einem Jahr gegen Chelsea sieben Sekunden schneller. Dem Ausgleich von Sergio Agüero folgte eine Druckphase der Gäste. Dank eines starken Torhüters blieb es bis zur Pause beim Remis: Oliver Baumann rettete zunächst gegen Raheem Sterling (15.) und später gegen Agüero (35.).

Alleinunterhalter: Als Agüero 2011 von Atlético zu Manchester City wechselte, war er - gemessen an den heutigen Transfersummen - ein echtes Schnäppchen. 40 Millionen Euro kostete der kleine Argentinier, der in seiner Heimat im Schatten von Lionel Messi steht. Dabei ist Agüeros Bilanz beeindruckend: Wettbewerbsübergreifend erzielte er 207 Tore, längst ist er der erfolgreichste Angreifer seines Klubs. Auf Rang zwei folgt Yaya Touré mit 79 Treffern.

Sergio Agüero
ARMANDO BABANI/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Sergio Agüero

Hoffenheimer Sorgen: Julian Nagelsmann neigt nicht dazu, sich zu beklagen. Auch nicht über die durchaus angespannte Personalsituation. Doch im Vorfeld des Spiels gab er zu, dass es schon "angenehmere Momente" gegebene hätte. Mit Kevin Vogt, Benjamin Hübner, Havard Nordtveit, Kasim Adams, Ermin Bicakcic, Dennis Geiger, Lukas Rupp und Nadiem Amiri fehlten der TSG gleich acht potenzielle Stammspieler.

Zweite Hälfte: Doch auch im zweiten Durchgang hielten ersatzgeschwächte Hoffenheimer lange gut mit. City hatte bis zu 70 Prozent Ballbesitz und war auf der Suche nach der Lücke. In der 73. Minute schickte Silva den schnellen Leroy Sané in den Strafraum. TSG-Torhüter Baumann foulte den deutschen Nationalspieler, doch der Unparteiische verwehrte ihm einen Elfmeter. Ein Happy-End gab es trotzdem nicht.

Pechvogel des Spiels: Nagelsmann setzte in der Innenverteidigung auf den immer noch unbekannten Stefan Posch. Der 21-Jährige spielte solide und hielt Citys starke Offensive gemeinsam mit seinen Defensivkollegen so gut es ging vom eigenen Tor fern. Bis zur 87. Minute: Dann leistete sich Posch den entscheidenden Fehler, als er den Ball nach einer Flanke mit der Brust versehentlich in den Lauf von Silva legte. Der erfahrene Spanier vollstreckte eiskalt.

Wie geht es weiter? Manchester City kann durchatmen. Mit dem Sieg ist die Guardiola-Elf nun in der aktuellen Champions-League-Saison angekommen. Hoffenheim hingegen dürfte es nun besonders schwer haben, der Punkt gegen Donezk war wohl zu wenig. Um weiterhin realistische Chancen auf den Achtelfinaleinzug zu haben, sollte die TSG mindestens vier Punkte aus den kommenden Spielen gegen Lyon holen.

TSG Hoffenheim - Manchester City 1:2 (1:1)
1:0 Belfodil (1.)
1:1 Aguero (8.)
1:2 Silva (87.)
Hoffenheim: Baumann - Akpoguma, Hoogma, Posch - Kaderabek, Grillitsch (82. Bittencourt), Brenet - Demirbay (89. Hack) - Belfodil, Joelinton - Szalai (53. Kramaric)
Manchester City: Ederson - Walker, Kompany, Otamendi (64. Stones), Laporte - Fernandinho - Gündogan (68. Bernardo), Silva - L. Sané, Sterling (75. Mahrez) - Agüero Schiedsrichter: Skomina
Gelbe Karten: Demirbay - Otamendi, Fernandinho, Walker, Aguero
Zuschauer: 25.000



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