Champions League: Ballack trübt die Jubelstimmung

Der Sieg gegen Juventus Turin hat die Verantwortlichen des FC Bayern euphorisiert. Die Münchner wähnen sich bereits wieder in der europäischen Spitzenklasse. Ein Dämpfer folgte jedoch auf dem Fuße. Verantwortlich war Spielmacher Michael Ballack.

München - Erst in "vier bis sechs Wochen" werde er eine Entscheidung über seine Zukunft fällen, sagte Ballack direkt nach dem 2:1 (2:0)-Erfolg gegen Turin in der Champions League. Das wird Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge nicht gerne hören. "Wir machen unsere Planungen davon abhängig. Unser Ziel sind zügige Entscheidungen", sagte er. Die Leistung gegen den italienischen Rekordmeister hatte Rummenigge als gutes Argument für seinen Club in den weiteren Vertragsverhandlungen mit Ballack gewertet. "Wir haben gezeigt, dass man auch beim FC Bayern große Erfolge in Europa feiern kann", so Rummenigge, "wir brauchen uns vor keinem zu verstecken, weder hinter Juventus Turin, noch Real Madrid."

Begehrter Ballack: Interessante Angebote
AFP

Begehrter Ballack: Interessante Angebote

Ballack, der sich heute mit der Bayern-Führung treffen will, hatte stets betont, dass für eine Verlängerung seines bis 2006 laufenden Vertrages auch die sportliche Perspektive der Münchner wichtig sei. Nur wenn die Basis da sei, mit dem FC Bayern auch in der Champions League Erfolge feiern zu können, würde er bleiben.

Möglicherweise hat sich Ballack aber bereits gegen die Bayern entschieden und spielt nur auf Zeit, um seine Position auf dem internationalen Transfermarkt zu verbessern. Nach übereinstimmenden Berichten der "Bild"-Zeitung und des "Daily Mirror" soll der 29-Jährige Manchester United die Zusage gegeben haben. Angeblich soll Ballack für einen Vier-Jahres-Vertrag 36 Millionen Euro Gehalt plus Handgeld bekommen und seine Werberechte behalten dürfen. Die Bayern hatten ihm Ende Juli ein Angebot für einen neuen Vier-Jahres-Vertrag bis zum 30. Juni 2010 unterbreitet.

Fotostrecke

10  Bilder
Champions League: Bodenkür für Genießer

Ballack liegen nach dessen eigenen Angaben einige Angebote vor. Neben Manchester United sollen auch Real Madrid, Inter Mailand und Juventus Turin am Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft interessiert sein. Die Namen der Clubs wollte Ballack aber nicht bestätigen.

Euphorisch hatten sich die Münchner Verantwortlichen nach dem Erfolg gegen Turin gezeigt. Rummenigge sprach vom "besten Spiel" in der Champions League seit dem Sieg 2001: "Das war super." Manager Uli Hoeneß war ebenfalls begeistert: "Wenn man dieses Spiel als Maßstab nimmt, gehören wir zur Topklasse in Europa." Kapitän Oliver Kahn tönte: "Unser Anspruch ist es, die Champions League zu gewinnen. Da gibt so ein Sieg Selbstvertrauen, wenn man sieht, dass man gegen die Besten gewinnen kann."

Verhaltener äußerte sich Trainer Felix Magath: "Es beruhigt mich, dass wir mit den Topteams aus Italien, Spanien und England mithalten können." Doch auch der Münchner Chefcoach weiß, dass Juventus noch lange nicht geschlagen ist. Sollte Turin die Bayern im Rückspiel am 2. November mit 1:0 schlagen und am Ende beide Clubs punktgleich sein, würden die Bayern den ihnen so wichtigen ersten Gruppenplatz verfehlen. Dass der FC Brügge (3 Punkte) die beiden Topclubs gefährden kann, ist nicht anzunehmen. Das punktlose Team von Rapid Wien hat das Weiterkommen schon jetzt so gut wie verpasst.

Entsprechend gelassen zeigte sich nach der ersten Niederlage im zehnten Pflichtspiel der Saison auch Turins Trainer Fabio Capello. "Die Bayern waren entschlossener, kompakter. Das war eine Lehrstunde für uns. Aber wenn man in München unterliegt, ist das nicht so schlimm, denn wir haben gegen eine große und wichtige Mannschaft verloren."

Bayern München - Juventus Turin 2:1 (2:0)
1:0 Deisler (32.)
2:0 Demichelis (38.)
2:1 Ibrahimovic (90.)
München: Kahn - Sagnol, Lucio, Ismael, Lizarazu (30. Schweinsteiger) - Deisler, Demichelis, Ze Roberto - Ballack - Makaay, Santa Cruz (88. Scholl). - Trainer: Magath
Turin: Abbiati - Blasi (46. Chiellini), Thuram, Cannavaro, Zambrotta - Camoranesi (46. Del Piero), Emerson, Giannichedda, Nedved - Ibrahimovic, Trezeguet (66. Mutu). - Trainer: Capello
Schiedsrichter: Vassaras (Griechenland)
Zuschauer: 66.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: - / Giannichedda, Thuram

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks teilen

  • Xing
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Digg
  • reddit
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Sport
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Fußball
RSS
alles zum Thema Champions League
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH

SPIEGEL ONLINE Schließen


  • Drucken Versenden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Zur Startseite