Hamburg - Zwei Monate lang drückte er seiner Mannschaft aus New York die Daumen. Mehr konnte Tito Vilanova nicht tun. Am Dienstag stand er wieder an der Seitenlinie. Nach zweimonatiger Krebstherapie trug der Cheftrainer des FC Barcelona beim 2:2 im CL-Viertelfinal-Hinspiel bei Paris St. Germain erstmals wieder die volle Verantwortung für seine Mannschaft. Die Wochen zuvor hatte ihn Assistenz-Coach Jordi Roura vertreten.
Was Vilanova nun von der Trainerbank aus gesehen hatte, durfte ihn eigentlich zufriedenstellen. Barcelona machte das Spiel, schoss zwei Auswärtstore. Hätte Schiedsrichter Wolfgang Stark in der Nachspielzeit Blaise Matuidis klare Abseitsposition erkannt und das Ausgleichstor für die Franzosen nicht gegeben, stünden die Katalanen bereits mit einem Bein im Halbfinale. "Es ist unfassbar, dass der Referee beim Treffer zum 1:1 die Abseitsposition von Ibrahimovic nicht sah", beklagte sich Barças Mittelfeldspieler Sergio Busquets. "Der Schiedsrichter war erst beruhigt, als PSG den Ausgleich erzielte."
Aber auch so ist ein 2:2 in einem Europacup-Auswärtsspiel eine gute Ausgangsposition, und Barcelona geht als klarer Favorit in das Rückspiel am kommenden Mittwoch.
Messi nicht so schwer angeschlagen wie befürchtet
Und doch plagen Vilanova sportliche Sorgen. Denn nach den verletzungsbedingten Auswechslungen von Lionel Messi und Javier Mascherano bangt Barça um zwei Stars. Mascherano hatte sich eine Knieverletzung zugezogen und wird wohl sechs Wochen fehlen.
Bei Messi besteht nach seiner Muskelverletzung im Oberschenkel sogar Hoffnung, dass er im Rückspiel gegen PSG wieder dabei ist. Drei Wochen Ausfall für den Superstar - so hatte es zunächst gelautet. Am Mittwochnachmittag gab es zumindest teilweise Entwarnung: Die Verletzung sei nicht so schlimm wie zunächst befürchtet.
Sollte es am kommenden Mittwoch nicht für einen Einsatz beider Argentinier reichen, stünde Vilanova vor der Aufgabe, Spieler ersetzen zu müssen, die zurzeit unersetzlich sind. "Messi und Mascherano sind zwei sehr wichtige Teile unseres Spiels", sagt Spielmacher und Kapitän Xavi.
Messi ist ohnehin der Schlüsselspieler des Teams und hat in der laufenden Saison wettbewerbsübergreifend 55 Tore erzielt. Zuletzt traf er in 19 Partien hintereinander. In Paris genügte ihm eine Halbzeit, um das Spiel mit einem Tor entscheidend zu prägen, ehe er ausgewechselt werden musste.
Mascheranos Ausfall wiegt deshalb so schwer, weil er nach Carles Puyols Knie-Operation einer von zwei verbliebenen gestandenen Innenverteidigern ist. Im Rückspiel muss Vilanova wohl wählen zwischen dem unerfahrenen Marc Bartra und Alex Song, einem Mittelfeldspieler. Sollte Messi nicht spielen können, dürfte Cesc Fabregas in die Mannschaft rücken.
So schwer die Ausfälle auch wiegen dürften: Vilanovas Rückkehr könnte ein wichtiger Faktor im Kampf um den Champions-League-Sieg werden. Barcelona schwankt derzeit zwischen Hoffnung und Sorge.
mon/dpa/sid
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