Champions League Gnadenlose Pariser zerstören Bayers Hoffnung

Jetzt wird es ganz schwer: Bayer Leverkusen hat das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Paris deutlich verloren. Im eigenen Stadion war es vor allem PSG-Star Zlatan Ibrahimovic, der die Gastgeber mit einem Doppelpack schockierte.

Getty Images

Von


Hamburg - Es waren gerade einmal drei Minuten im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals gegen Paris Saint Germain vergangen, da waren im Gesicht von Leverkusens Trainer Sami Hyypiä bereits tiefe Sorgenfalten zu sehen.

Gleich eine der ersten Chancen hatten die Gäste zur Führung genutzt, und schon waren sie da, die Erinnerungen an die 0:5-Pleite aus der Gruppenphase gegen Manchester United. Würde Leverkusen einmal mehr gegen einen starken Gegner untergehen?

Die Antwort war spätestens durch das 4:0 von PSG-Mittelfeldspieler Yohan Cabaye in der 88. Minute gegeben, gleichzeitig auch der Endstand. Bayers Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale der Champions League dürften nun nur noch theoretischer Natur sein. Blaise Matuidi (3. Minute) und zweimal PSG-Superstar Zlatan Ibrahimovic (39./Foulelfmeter/42.) hatten die weiteren Pariser Tore erzielt.

"Wir haben mutlos gespielt, ängstlich gespielt. Warum, würde ich auch gerne wissen. Das war gerade in der ersten Halbzeit ein ganz schlechtes Spiel von uns", sagte Bayer-Verteidiger Ömer Toprak, und Coach Hyypiä meinte: "Wir haben gegen eine sehr gute Mannschaft gespielt. Dass wir nach drei Minuten in Rückstand geraten sind, hat die Sache noch schwieriger gemacht."

Matuidi sorgt für frühen Rückstand

Dabei waren 29.412 Zuschauer ins Bayer-Stadion gekommen, es war nach den Bundesliga-Partien gegen Bayern und Schalke sowie der Partie in der Königsklasse gegen Manchester United erst das dritte Mal in dieser Saison, dass Leverkusen "ausverkauft" melden konnte.

Nicht dabei waren 170 Paris-Fans, die von der Polizei an der deutsch-belgischen Grenze gestoppt wurden. In den Bussen ist laut Bundespolizei Pyrotechnik gefunden worden. Gegen die Fans, von denen nur zehn eine Eintrittskarte vorweisen konnten, wurden Betretungsverbote für Köln und Leverkusen ausgesprochen.

Die Freude über volle Zuschauerränge verging den Bayer-Verantwortlichen innerhalb weniger Minuten: Mannschaftskapitän Simon Rolfes vertändelte den Ball im Mittelfeld, über Ibrahimovic und Marco Verratti kam der Ball zu Matuidi, der problemlos an Bayer-Keeper Bernd Leno vorbei zur Führung einschieben konnte (3. Minute).

Ibrahimovic vergibt erst Großchance - und trifft dann doppelt

Leverkusen zeigte sich geschockt, auch wenn Sidney Sam in der neunten Minute die Chance zum Ausgleich hatte. Sonst gelang Bayer jedoch zunächst nicht viel - und fast hätte das Team sogar den zweiten Gegentreffer kassiert, doch Ibrahimovic schoss aus wenigen Metern Ömer Toprak an, nachdem Leno eine Verratti-Flanke nicht festhalten konnte (11.).

Wie Ibrahimovic den nicht machen konnte, das dürften sich viele Zuschauer gefragt haben. Und der Schwede zeigte dann auch schnell, dass er es besser kann: Zunächst verwandelte er einen Elfmeter sicher (Ezequiel Lavezzi war zuvor im Zweikampf mit Emir Spahic zu Fall gekommen). Dann setzte Ibrahimovic einen Schuss vom Strafraumrand in den Winkel - ein Traumtor (39./42.).

Zur Pause gab es Pfiffe - und nur wenig Hoffnung, dass Leverkusen die Partie noch würde drehen können. Am Sky-Mikrofon urteilte Ex-Bayerspieler und Ex-"Capitano" Michael Ballack: "Die Mannschaft wehrt sich nicht."

Billard-Tor wird nicht gegeben

Doch ganz aufgegeben hatte sich Bayer dann doch noch nicht: Im zweiten Durchgang begann Leverkusen mit beherztem Offensivdrang und konnte sich viele Standardsituationen am PSG-Strafraum erarbeiten. Auch der Einsatz in der Defensive stimmte nun.

Allem Einsatz zum Trotz erfuhr der Bundesligist in der 59. Minute den nächsten Rückschlag. Spahic, der in der ersten Halbzeit bereits für das Foul an Lavazzi Gelb gesehen hatte, schlug im Laufduell leicht ins Gesicht von Lucas - und wurde vom ungarischen Schiedsrichter Viktor Kassai vom Platz geschickt (59.).

Als der Ball dann sechs Minuten später erneut im Bayer-Tor gelandet war (Leno hatte ihn gegen Wollscheid gefaustet, von dort sprang er hinter die Linie), schienen sämtliche Viertelfinal-Träume ausgeträumt. Doch Kassai entschied auf Abseitsstellung von Lavezzi - eine strittige Szene. Der vierte Treffer fiel dann aber doch noch: Cabaye schlenzte den Ball in den Winkel (88.).

Paris verwaltete das Spiel nun, ließ den Ball in den eigenen Reihen laufen - und kann so mit einem beruhigenden Vorsprung ins Rückspiel am 12. März (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in der französischen Hauptstadt gehen.

"So eine Niederlage auch in der Höhe tut richtig weh. Wir sind alle richtig niedergeschlagen", sagte Bayers Sportdirektor Rudi Völler. Deutlich bessere Laune hatte Ibrahimovic. "Der Schlüssel war, dass wir früh in Führung gegangen sind. Wir hatten heute wirklich Spaß."

Bayer Leverkusen - Paris St. Germain 0:4 (0:3)
0:1 Matuidi (3.)
0:2 Ibrahimovic (39., Foulelfmeter)
0:3 Ibrahimovic (42.)
0:4 Cabaye (88.)
Leverkusen: Leno - Hilbert, Spahic, Toprak, Guardado - Lars Bender, Rolfes (46. Reinartz), Castro - Sam (61. Wollscheid), Kießling, Son (46. Brandt)
Paris: Sirigu - van der Wiel, Alex, Thiago Silva, Maxwell - Verratti, Motta, Matuidi (67. Cabaye) - Lucas, Ibrahimovic, Lavezzi (76. Pastore)
Schiedsrichter: Viktor Kassai (Ungarn)
Zuschauer: 29.412 (ausverkauft)
Gelb-Rote Karte: Spahic wegen wiederholten Foulspiels (58.)
Gelbe Karten: Hilbert, Guardado, Castro (2) - Matuidi (2)
Torschüsse: 5 / 12
Ballbesitz: 36 Prozent / 64 Prozent

Noch mehr Statistiken finden Sie in unserer Fußball-App.

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 73 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
apfeldroid 18.02.2014
1. Peinlichst!
Eine blamable katastrophale Vorstellung, fast so schlimm wie Stuttgart im UEFA-Cup, und Tschüß, Bundesliga nur noch Nr. 5 in Europa.
medicus22 18.02.2014
2. Zlatan Ibrahimovic
Zlatan Ibrahimovic ist eben ein Tier. Mal so anders als diese Schmalzlocken. Eben noch ein Mann alter Tage. Schade für Bayer, aber auch keine Überraschung. Das financial fairplay klappt ja prima. ^^
bombastusknartzmann 18.02.2014
3. nichts neues
Leverkusen ist für die guten viel zu schlecht, Schalke holt sich nächste Woche ihre klatsche ab und letztendlich kommt nur eine vieleicht auch noch Bayern ins Viertelfinale. Ich bin mal so frei und schiebe das auf die 50+1 Regel.
smolnyj39 18.02.2014
4. Nationalmannschaft? ?
hat jemand den unterschied zwischen Weltklasse Ibra und angebliche Weltklasse Kießling gesehen? Noch Fragen wieso er nicht für Nationalmannschaft spielt?
spon-1189707586709 18.02.2014
5. Einfach nur noch peinlich
Ein Sauhaufen, oberpeinlich. Wer hat sich Zlatans Trikot gesichert? Der Hammer war, das der Dampfplauderer von Völler sich schon vor dem Spiel für die Niederlage entschuldigt hat. Btw wo war denn Kießling ach ja der hat ja immer hinter den Parisern gestanden. Nationalmannschaft. ..ja nee ist klar.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.