Bayern-Trainer Heynckes: "Mit einem blauen Auge davongekommen"
Verloren und doch gewonnen: Bayerns sicher geglaubter Einzug ins Viertelfinale der Champions League wurde zur Zitterpartie. Trainer Jupp Heynckes vermisste bei seiner Mannschaft Lebendigkeit und Reaktionsvermögen - und kritisiert die Erwartungshaltung an den Club.
Frage: Herr Heynckes, Sie hatten im Vorfeld vor dem FC Arsenal gewarnt - und wurden bestätigt. Ihre Mannschaft hat sich ins Viertelfinale gezittert. Wie lautet Ihr Fazit?
Heynckes: Ich wusste, dass Arsenal Qualität hat. Die Mannschaft war verwundet durch das Hinspiel und wahnsinnig motiviert. Die Führung hat ihr in die Karten gespielt. In der zweiten Halbzeit waren wir wesentlich besser, aber insgesamt haben wir nicht so agiert wie gewohnt. Wir sind mit einem blauen Auge davongekommen.
Frage: Was hat der FC Bayern konkret vermissen lassen? Lag es an den Ausfällen von Bastian Schweinsteiger und Franck Ribéry?
Henyckes: Es ist jetzt nicht der Zeitpunkt über Spieler zu sprechen, die nicht dabei waren. Das gesamte Kollektiv war nicht gut. Wir haben zuletzt etwas öfter Wechsel vorgenommen, aber das möchte ich nicht als Entschuldigung gelten lassen. Wir hatten nicht so viel Bewegung, haben die zweiten Bälle nicht bekommen. Die Lebendigkeit und das Reaktionsvermögen fehlte. In der Champions League gibt es keinen leichten Gegner, das sollte uns eine Lehre sein für die nächste Runde.
Frage: Im Viertelfinal-Hinspiel ist nun Javi Martínez gesperrt.
Heynckes: Wir müssen immer damit rechnen, dass ein wichtiger Spieler ausfällt. Die Mannschaft kann das kompensieren.
Frage: Arjen Robben spielte für Ribéry. Wie hat er Ihnen gefallen?
Heynckes: Robben war wahnsinnig engagiert, aber er wollte manchmal mit der Brechstange ein Tor erzielen. Er war kämpferisch stark und hat gute Szenen gehabt. Man muss ja auch sehen, dass er eine Trainingspause hatte und es schwierig ist, dann gleich so einzusteigen.
Frage: Die Leistungen des FC Bayern sind insgesamt nicht mehr so souverän wie noch vor Wochen. Verliert Ihre Mannschaft doch etwas die Spannung?
Heynckes: Nein, die Spieler bereiten sich jedes Mal optimal vor. Man setzt immer voraus, dass wir glanzvoll und mit zwei, drei Toren Abstand gewinnen. Aber das geht nicht. Man muss draußen merken, dass ein FC Bayern auch verlieren kann.
Aufgezeichnet von Ruben Stark (sid)
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