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Dortmunds Sieg gegen Arsenal: Klopps Schulhof-Fußball

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Alle Mann auf den Ball: Borussia Dortmunds Spielweise gegen Arsenal war so unorthodox wie erfolgreich. Jürgen Klopp gewann das Trainerduell mit Arsène Wenger. Alles Wichtige zum BVB-Sieg.

Die Ausgangslage: Borussia Dortmund gegen Arsenal, das war das Spitzenspiel des Champions-League-Auftakts. Was vielleicht auch an den nicht ganz so prickelnden Parallel-Partien lag. Beide Teams hatten sich in der vergangenen Saison bereits gemessen. Beim Spiel in Dortmund hatte Arsenal dem BVB das Leben ziemlich schwer gemacht - mit einer untypisch-defensiven Ausrichtung.

Personalie des Spiels: Shinji Kagawa. Der Japaner hatte zuletzt ganz Dortmund in Ekstase versetzt. Gegen Arsenal saß der 25-Jährige auf der Bank. Alles Teil eines Masterplans von BVB-Trainer Jürgen Klopp. Aber dazu später mehr.

Ergebnis: 2:0 (1:0) für Dortmund . Ciro Immobile (45. Minute) und Pierre-Emerick Aubameyang (48.) erzielten die Tore.

Die erste Halbzeit: War von Taktik geprägt. Und das ist ausdrücklich keine Chiffre für "langweilig". Arsenals Trainer Arsène Wenger wollte es ähnlich angehen wie beim letzten Aufeinandertreffen: Den BVB mal machen lassen, denn damit tut sich Dortmund schwer. Eigentlich. Der Plan ging schief. Nicht nur, dass die Borussia durch Immobiles Treffer zur Pause führte - sie vergab auch weitere klare Torchancen. Aubameyang schoss aus kurzer Distanz "Gunners"-Torwart Wojciech Szczesny an (27.), Henrich Mchitarjan vergab ebenfalls freistehend (29.). Doch warum ging Wengers Idee diesmal nicht auf?

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Borussia Dortmund in der Einzelkritik: Schrecklich schnell und richtig gut
Dortmunds Matchplan: War besonders perfide. Zwei Kniffe hatte sich Klopp einfallen lassen, auf keinen fanden die Engländer eine Antwort.

Der Erste: Arsenal in Sicherheit wiegen. Während die Gäste mauerten, deutete der BVB sein Offensivspiel zaghaft an. Querpass, Querpass, dann ein Steilpass. Tatsächlich versuchte die Borussia, Arsenal ins Konterspiel zu locken, um in genau dem Moment zuzuschlagen, in dem die "Gunners" ihre Chance witterten - und ihre Kompaktheit aufgaben. Danach ging es ganz schnell: Dortmund verknappte den Raum extrem, Mesut Özil wurde schon mal von vier Borussen gleichzeitig gepresst. Das hatte was von Schulhof-Fußball, alles stürzte sich auf den Ball.

Der Zweite: Wenn der BVB im Gegenpressing erst mal den Ball erobert hatte - und das geschah gefühlt im Minutentakt -, wurde gezielt eine bestimmte Zone des Feldes bespielt: Die (aus BVB-Sicht) vordere linke. Oder anders gesagt: Der Bereich im Rücken von Özil. Dessen Schwächen in der Rückwärtsbewegung wurden so aufgedeckt, zumal Özils Absicherung aus dem unerfahrenen Héctor Bellérin bestand. Immer wieder wich Immobile aus dem Zentrum dorthin aus, viele BVB-Chancen wurden von links vorbereitet.

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Die zweite Halbzeit: War nach Aubameyangs schnellem 2:0 nicht mehr wirklich spannend. Dortmund zog sich etwas zurück, Arsenal wagte sich aus der Lauerstellung - und wurde ausgekontert. Immobile (51.), Aubameyang (57.) und Mchitarjan (73.) vergaben beste Gelegenheiten auf das dritte Tor für den BVB.

Stolperer des Spiels: Ging Aubameyangs Tor zum 2:0 voraus. Nach einem Doppelpass mit Kevin Großkreutz tauchte der Stürmer frei vor Szczesny auf, umkurvte den Keeper - und geriert aus dem Tritt. Als Aubameyang den Ball in Richtung Tor schoss, war sein Kopf dem Boden näher als die Hüfte.

Chancentod des Spiels: Auch wenn ihm Mchitarjan Konkurrenz machte: Danny Welbeck. Dass Arsenals Offensivverstärkung in England nicht den besten Ruf hat, kommt nicht von ungefähr. Traf zunächst aus kurzer Entfernung zum Tor den Ball nicht richtig (31.), verfehlte dann frei vor Weidenfeller den Kasten (41.), schoss später nach feiner Drehung weit am Tor vorbei (76.). Erinnerte an Aubameyang vor dessen Treffer - ohne das anschließende Erfolgserlebnis.

Arsenal-Profi Welbeck (rechts): Drei Chancen, kein Treffer Zur Großansicht
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Arsenal-Profi Welbeck (rechts): Drei Chancen, kein Treffer

Einsatz des Spiels: Die 71. Minute. Arsenals Laurent Koscielny wird in der eigenen Hälfte zu einem Rückpass auf seinen Torwart Szczesny gezwungen. Der nimmt den Ball in Ruhe an, blickt hoch und muss erkennen, dass Aubameyang mit gefühlt 100 km/h auf ihn zusprintet. Szczesny wird nervös, zögert, da ist Aubameyang auch schon da, gerade rechtzeitig, um den Klärungsversuch des Torhüters zu erreichen. Pech, dass der Abpraller dann nicht im Tor landet. Aubameyangs Einsatz beeindruckte trotzdem, und er stand stellvertretend für den aller Borussen. Ach ja: Bei der Szene führte der BVB längst 2:0.

Erkenntnis des Spiels: Wie sagte Jürgen Klopp einst so schön: "Gegenpressing ist der beste Spielmacher der Welt."

Borussia Dortmund - FC Arsenal 2:0 (1:0)
1:0 Immobile (45.)
2:0 Aubameyang (48.)
Dortmund: Weidenfeller - Durm, Subotic, Sokratis, Schmelzer (79. Jojic) - Sven Bender, Kehl (46. Ginter) - Aubameyang, Mchitarjan, Großkreutz - Immobile (86. Ramos)
Arsenal: Szczesny - Bellerin, Mertesacker, Koscielny, Gibbs - Arteta (77. Podolski) - Sánchez, Ramsey (62. Cazorla), Wilshere, Özil (62. Oxlade-Chamberlain) - Welbeck
Schiedsrichter: Olegário Benquerença (Portugal)
Zuschauer: 65.851 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Mchitarjan - Özil, Wilshere
Torschüsse: 22:4
Ballbesitz in Prozent: 47:53

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insgesamt 56 Beiträge
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    Seite 1    
1. BVB olé
Nikkitarian 17.09.2014
Heja BVB, Bravo BVB! Schau mal an: Immobile! Der Kloppo hat es echt drauf! Und wenn eines Tages auch Mchitarjan das Tor trifft, können sich die Bayern warm anziehen.
2. Unvorstellbar
DerWeisseWal 17.09.2014
Endlich ist es amtlich, J.Klopp sagt: "gegenpressing ist der beste Spielmacher der Welt." Kann man - zumindest rhetorisch - so sehen ... Es war eine rauschende Ballnacht, es war Rocky gegen Apollo, was hier wohl mit "Schulhof" gemeint ist ... ... und ich rede nur vom Videotext ! dww
3. nochmal zu Kagawa...
kyodurl 17.09.2014
warum passte das zu Klopps Masterplan? Das leuchtet mir noch nicht ein.
4. Also ich mag diesen BVB einfach ,
stefan_sts 17.09.2014
da ist meist immer Ramba Zamba , einfach großartig . Wir haben hier wenige Kilometer entfernt zwar auch einen höchst erfolgreichen Klub , der aber meist stinklangweiligen Fußball spielt und die städtische Alternative hat leider auch schon viele Jahre nichts mehr gerissen , daher kein Beinbruch nach Dortmund zu schauen ...Grüße aus München ;-)
5. geiles spiel!
spiegelleser99 17.09.2014
der bvb spielt einfach den besten fussball!
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