Dortmunds Pleite gegen Juve Aus und vorbei in Minute drei

Schock in der Anfangsphase: Juventus beendete Dortmunds Traum vom Viertelfinale früh. Zeitweise war ein Klassenunterschied zu erkennen. Glitzer und Glamour verbreiteten nur die BVB-Fans. Alles Wichtige zur Champions-League-Pleite der Borussia.

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BVB-Profi Sokratis: Chancenlos gegen Juventus Turin
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BVB-Profi Sokratis: Chancenlos gegen Juventus Turin


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Die Ausgangslage: Wie bleibt man in der Champions League? 1:2 hatte Borussia Dortmund das Hinspiel bei Juventus Turin verloren, danach in der Bundesliga nur beim 3:0 gegen Schalke, nicht aber bei den Nullnummern in Hamburg und gegen Köln überzeugen können. Und weil das in dieser Saison schon ein-, zweimal vorgekommen war, rätselte so mancher vor dem Rückspiel: Gala oder Gurkerei?

Das Ergebnis: 0:3 (0:1) . Carlos Tévez (3. Minute/79.) und Álvaro Morata trafen für Juventus Turin. Dortmund? Eher Gurkerei.

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BVB-Einzelkritik: Reus gibt Rätsel auf
Die erste Hälfte: Mit einer gigantischen 97 aus Goldfolie und den Konterfeis von Karl-Heinz Riedle, Lars Ricken und Ottmar Hitzfeld begrüßte die Südtribüne den BVB - natürlich in Anspielung auf den 3:1-Erfolg im Endspiel der Champions League 1997. Ein Traum in Gelb und Schwarz. Diesmal dauerte es keine drei Minuten, um etwaige Träume zu zerstören. Tévez' Distanzschuss aus dem Stand konnte Dortmunds Roman Weidenfeller nicht parieren. Danach waren noch 42 Minuten zu spielen - sie bestanden überwiegend aus Schockstarre.

Dortmunds Fans waren im Champions-League-Modus
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Dortmunds Fans waren im Champions-League-Modus

Zahlen der ersten Hälfte: Kein einziger Torschuss für den BVB, dafür immerhin 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe und die bessere Passquote. Die meisten davon allerdings nicht am gegnerischen Strafraum. Dort fehlte es Dortmund nicht nur an Genauigkeit, sondern vor allem an Ideen.

Verletzung des Spiels: Paul Pogba (26.). Juves Mittelfeldjuwel war bis dahin wie eigentlich immer in jeder Aktion eine Augenweide, so energisch wie elegant, mit einer beeindruckenden Übersicht. Musste nach einem Zweikampf mit Sokratis an der Seitenlinie vom Platz. Daraus konnte der BVB jedoch kein Kapital schlagen.

Die Antwort der italienischen Fans
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Die Antwort der italienischen Fans

Die zweite Hälfte: Dortmund war Schauplatz etlicher großer Europacup-Abende. Gegen Juventus fehlten der Glaube und die Qualität. Weidenfeller hielt gleich zweimal stark gegen Morata. Auch ohne den verletzten Andrea Pirlo diktierten die Gäste den Rhythmus, Kevin Kampls Torschuss nach mehr als einer Stunde offenbarte die ganze Harmlosigkeit der Gastgeber. Dann setzte Juve einen Konter über Tévez, Morata traf. Mit dem 3:0 für die Italiener machte der argentinische Stürmer Tévez das Dortmunder Debakel perfekt.

Wechsel des Spiels: In der 64. Minute brachte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp Adrián Ramos und Jakub Blaszczykowski für Sven Bender und Henrich Mchitarjan. Der Pole, eigentlich im rechten Mittelfeld unterwegs, gab nun den rechten Verteidiger, Oliver Kirch rückte ins defensive Mittelfeld. Kurz darauf hob Blaszczykowski vor dem 0:2 das Abseits auf.

Spielverderber des Spiels: Tévez und Morata (siehe oben).

Zahlen des Spiels: Sechs Torschüsse für Juventus, drei Tore. Auswärts in einem Champions-League-Achtelfinale.

Zitat des Spiels: "Das war ein Spiel zum Vergessen", sagte BVB-Trainer Klopp. Er wird hoffen, dass es kein Fingerzeig für Dortmunds Zukunft war.

Erkenntnis des Spiels: Dortmunds so düstere Saison ist wieder ein kleines bisschen trister geworden. Der Abschied aus der Champions League, er offenbarte streckenweise einen Klassenunterschied. Wann der in der Liga ins Mittelmaß abgerutschte BVB zurückkehrt in den Kreis der Besten Europas ist ungewiss. Und: Einziger deutscher Vertreter im Viertelfinale ist nun der FC Bayern München. Welch Überraschung.

Borussia Dortmund - Juventus Turin 0:3 (0:1)
0:1 Tévez (3.)
0:2 Morata (70.)
0:3 Tévez (79.)
Dortmund: Weidenfeller - Sokratis, Subotic, Hummels, Schmelzer (46. Kirch) - Sven Bender (63. Ramos), Gündogan - Kampl, Mchitarjan (63. Blaszczykowski), Reus - Aubameyang. - Trainer: Klopp
Juventus: Buffon - Lichtsteiner, Bonucci, Chiellini, Evra - Vidal, Marchisio, Pogba (27. Barzagli) - Pereyra - Tévez (81. Pepe), Morata (78. Matri). - Trainer: Allegri
Schiedsrichter: Milorad Mazic (Serbien)
Zuschauer: 65.851 (ausverkauft)
Gelbe Karte: Reus -
Torschüsse: 11:10
Ecken: 5:4
Ballbesitz: 54:46 %



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Nonvaio01 19.03.2015
1. war klar
wie schon vor 3 wochen angemerkt ist Juve die bessere Mannschaft wer die erzielten und bekommenen Tore beider Vereine anschaut Weiss was sache ist. Wer hatte den ernsthaft geglaubt das der BVB da eine chance hatte, vor allem nach den letzten 2 spielen, das sind dann nun schon wieder 3 spiele ohne Torerfolg. Der anfangs euphorie aus den ersten partien nach dem winter ist routine gewichen. Ein Reus ist noch lange nicht wo er einmal war, und er ist eben kein spielmacher. Man sieht immer mehr das Ramos wohl nur gekauft wurde um Hertha zu schwaechen, aus spielerischen gruenden kann das ja wohl nicht sein. MikeyMaustarian, und die Immobilie wuerde ich als total ausfall betrachten. Diese Jahr sollte der BVB komplett abhacken und sich auf den neuaufbau konzentrieren, und eine neue taktik muss her, denn sonst geht es weiter bergab. Evtl war ja auch die anfangs choeographie von den Fans mehr ein ansporn fuer Juve als fuer den BVB....? man Weiss es nicht...;-)
bobflag 19.03.2015
2. Das taktische Genie
Klopp hat mal wieder einen Meister gefunden. Dortmund 0815 Fussball hilft nicht weiter, hier muss man taktisch flexibler werden. Er sollte vielleicht mal Heynckes kopieren.
Tiburon_Blanco 19.03.2015
3. Wahre Liebe?
Als Dortmund sich zu Beginn der 2. Halbzeit mühte den Ausgleich zu erzielen, hörte man in einer Arena, in der 77.000 so genannte BVB Fans waren, nur die ca. 3.000 italienischen Fans. Da hätte das Team die Fans gebraucht. Wahre Liebe sieht meiner Meinung nach anders aus. Auch wenn der BVB sich in der Liga von den Abstiegsplätzen entfernt hat, fehlt das Feuer und der Kampfgeist der vergangenen Jahre. Fans, Mannschaft und Trainer wirken irgendwie ausgebrannt und/oder satt und zufrieden, obwohl es momentan ja überhaupt keinen Grund dafür gibt. Das ist sehr schade und man kann nur hoffen, dass bald wieder Leben und Euphorie in diesen tollen Verein zurück kehrt.
bvb09fannin 19.03.2015
4. So langsam
frage ich mich auch mal, ob Klopp wirklich noch der richtige Trainer ist. Schon in der Hinrunde waren sowohl Taktik, als auch Aufstellung zum Teil merkwürdig. Aber da hatten sie wenigstens noch jede Menge Torchancen. Da war die Abwehr eine Zumutung. Dann wurde die Abwehr ganz leicht besser, nun funktioniert der Sturm nicht mehr, ausser gegen so richtig schwache Gegner. Warum stellt er immer wieder diesen Armenier auf? Ich denke, so traurig es als ewiger BVB Fan ist, dieser Trainer hat abgewirtschaftet. Da kommt nichts mehr, er verzettelt sichiimmer mehr.
PowlPoods 19.03.2015
5. Warum
die Kritik? Es war ein prima Spiel der Borussia. Man hat dem Gegner genau den Raum gelassen, der gebraucht wurde. Und auch der Torhüter Weidenwurst war ein sicherer Rückhalt für Juve. Insofern, alles richtig gemacht Kloppo. Weiter so.
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